03.03.2021 05:00 |

Welthörtag

Ohren in Corona-Zeiten mehr unter Stress

Etwa 1,7 Millionen Österreicher sind von Schwerhörigkeit betroffen. Maskentragen und Online-Meetings haben in den vergangenen Monaten oft erst eine Hörminderung ans Tageslicht gebracht.

FFP2-Masken dämpfen die für die Sprachverständlichkeit wichtigen höheren Frequenzen. „Bis zu 10 dB Lautstärke fallen durchschnittlich weg, das entspricht etwa einer Halbierung“, erklärt Josef Riegler, Bundesinnungsmeister der Hörakustiker, anlässlich des Welttages des Hörens am 3. März. „Durchs Maskentragen kann man auch nicht aufs Lippenlesen ausweichen.“ Deshalb bereits bei beginnendem Hörverlust rasch einen HNO-Arzt aufsuchen und bei Bedarf ein Hörgerät anpassen lassen:

  • Zu wenige lassen ihr Gehör testen. „Leider scheuen sich viele Menschen aufgrund von Corona derzeit, für ihre Ohren Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei wäre es gerade jetzt und bei älteren Menschen angesichts der mangelnden sozialen Kontakte wichtig, andere hören und mit ihnen reden zu können“, sagt Riegler. Derzeit melden etwa 13 Prozent der Bevölkerung in westeuropäischen Ländern Hörprobleme. Die Verwendung von Hörgeräten ist in zehn Jahren von 33 auf 42 Prozent gestiegen. „Je länger man allerdings damit zuwartet, ein Gerät anpassen zu lassen, desto schwerer fällt die Umstellung und desto länger leidet die Lebensqualität. Studien zeigen deutliche Verbindungen von Demenzrisiko, psychische Erkrankungen wie Depression sowie Unfallgefahr mit unbehandeltem Hörverlust“, warnt der Experte.
  • Es klingelt in den Ohren. Auch Tinnitus-Beschwerden haben in Pandemiezeiten zugenommen. Riegler: „Etliche Kollegen berichten, dass sie verstärkt Anfragen von Menschen bekommen, die plötzlich mit Rauschen, Pfeifen oder anderen Symptomen zu kämpfen haben.“ Das kann viele Ursachen haben; dazu gehört auch Stress. „Wenn die Symptome von Hörverlust begleitet werden - und oft fällt erst durch die Untersuchung des Tinnitus auf, dass man bereits eine verminderte Hörleistung hat - dann kann übrigens auch dagegen ein Hörgerät hilfreich sein. Denn wenn die Hintergrundgeräusche wieder klarer wahrnehmbar sind, dann maskieren sie zum Teil die störenden Tinnitus-Geräusche.“
  • Online-Meetings wirken sich positiv aus. Positiv beurteilt der Experte die Auswirkung von Online-Meetings und digitaler Kommunikation, sofern die Lautstärke gut eingestellt ist. „Einerseits ist es gerade für Menschen mit verminderter Hörleistung hilfreich, Kopfhörer verwenden zu können. Andererseits hat man dank des Layouts der Meetingsoftware oft bessere Chancen, die Gesichter aus der Nähe zu sehen und die Lippenbewegungen zu erkennen, als zum Beispiel bei einem physischen Treffen in einem großen Raum.“
Karin Rohrer-Schausberger
Karin Rohrer-Schausberger
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