01.03.2021 10:31 |

„Ein wenig unheimlich“

„Deep Nostalgia“ erweckt Vorfahren zum Leben

Gleichermaßen faszinierend wie unheimlich ist eine neue Technologie, mit der das Ahnengeschichte-Portal MyHeritage derzeit im Netz für Wirbel sorgt: Die auf maschinellem Lernen basierende Anwendung „Deep Nostalgia“ erlaubt es, „geliebte Vorfahren wieder zum Leben zu erwecken“. Aus alten, zweidimensionalen Fotos werden dafür animierte Aufnahmen gemacht.

Um Fotos, ganz gleich ob in schwarz-weiß oder in Farbe aufgenommen, zum Leben zu erwecken und „Familiengeschichte wie nie zuvor“ zu erleben, genügt es, sich auf MyHeritage kostenlos zu registrieren und die gewünschte Aufnahme auf myheritage.at/deep-nostalgia hochzuladen. Fotos, die ohne abgeschlossene Anmeldung hochgeladen werden, würden zum Schutz der Privatsphäre automatisch gelöscht, so das auf die Erstellung von Stammbäumen und Ahnenforschung spezialisierte Portal. Die Aufnahmen selbst würden ausschließlich auf den eigenen Servern gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben, betonte MyHeritage.

„Ein bisschen unheimlich“
Die Website ist sich durchaus dessen bewusst, dass die vom Unternehmen D-ID lizenzierte Technologie „ein bisschen unheimlich“ und „gruselig“ ist: „In der Tat können die Ergebnisse kontrovers sein und es ist schwierig, dieser Technologie gegenüber gleichgültig zu bleiben“, schreibt MyHeritage und lädt Nutzer daher dazu ein, mittels „Deep Nostalgia“ „Videos zu erstellen und diese in sozialen Medien zu teilen, um zu sehen, was Ihre Freunde und Familie denken.“ Die machen vom Angebot derzeit jedenfalls rege Gebrauch und teilen in sozialen Medien animierte Aufnahmen ihrer zum Leben erweckten Großeltern und anderer Vorfahren.

Andere wiederum nutzen die Anwendung, um Aufnahmen historischer Persönlichkeiten, berühmte Gemälde oder auch Statuen zum Leben zu erwecken:

MyHeritage betont in diesem Zusammenhang, dass die Technologie für den „nostalgischen Gebrauch“ gedacht sei. Um Missbrauch zu verhindern, wie zum Beispiel die Erstellung sogenannter Deep-Fake-Videos lebender Menschen, enthielten die Videos daher auch keine Sprache. „Bitte verwenden Sie diese Funktion für Ihre eigenen historischen Fotos und nicht für Fotos mit lebenden Personen ohne deren Erlaubnis“, schreibt die Website.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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