Schladming-Champion

Schwarz: „Der Ritterschlag für einen Slalomfahrer“

Wintersport
28.01.2021 06:22

Marco Schwarz vollzog die Entwicklung vom Podest- zum Siegfahrer. Der frischgebackene Schladming-Champion plauderte mit der „Krone“ über seine Gefühle und das Geheimnis seiner unglaublichen Konstanz.

„Krone“: Marco, ein Sieg in Schladming muss sich für einen Slalomfahrer wie ein Ritterschlag anfühlen, oder?
Marco Schwarz: Ja, es fühlt sich definitiv so an. Jetzt weiß ich, wie sich der Mothl (Matthias Mayer, Anm.) letztes Jahr bei seinem Sieg in der Kitzbühel-Abfahrt gefühlt hat. Was für die Abfahrer die Streif ist, ist für uns Slalomfahrer die Planai.

(Bild: Sepp Pail)

Noch dazu verbindet dich ja mit Schladming sehr viel ...
In Schladming bin ich in die Ski-Handelsschule gegangen, da hat mein Weg eigentlich so richtig angefangen. Ich habe viele schöne Erinnerungen. Und jetzt hier diesen Klassiker zu gewinnen, das ist ehrlich gesagt eines der coolsten Dinge, die ich in meinem Leben bisher erlebt habe.

Wie groß war der Wermutstropfen, dass ausgerechnet bei deinem Sieg keine Fans dabei sein durften?
Natürlich wäre es noch um einiges cooler gewesen, wenn 45.000 Zuschauer am Pistenrand gestanden wären und geschrien hätten. Aber das war heuer eben leider nicht möglich. Es ist überall dasselbe, ich hab mich darauf schon eingestellt und daran gewöhnt. Es hilft nichts, da müssen wir jetzt alle durch. Ein bisschen hat mich das an mein erstes Rennen in Schladming erinnert. Da bin ich ungefähr mit Startnummer 75 dran gewesen, da waren auch kaum mehr Leute da.

(Bild: Sepp Pail)

Als dein Sieg endgültig festgestanden ist .....
... habe ich zuerst einmal mit dem Manu (Manuel Feller, Anm.) und dem Michi (Michael Matt, Anm.) mitgelitten. Bitter, dass die beide im zweiten Durchgang ausgeschieden sind. Ich hätte es beiden ebenfalls von Herzen gegönnt, hier zu gewinnen. Die Momente bei der Bundeshymne hab ich dann aber in vollen Zügen genossen.

Du wirst damit auch am Samstag und Sonntag bei den beiden Slaloms in Chamonix das rote Trikot des Weltcup-Führenden tragen. Wie viel bedeutet dir das?
Schön, dass ich dieses rote Trikot tragen darf. Aber der Slalom-Weltcup ist erst nach dem letzten Rennen vorbei. Es klingt sehr banal, aber es ist einfach so: Ich muss von Rennen zu Rennen schauen, konsequent weiterarbeiten und den Fokus behalten. Der Rest kommt dann von selbst.

(Bild: GEPA pictures)

Du warst in sieben Slaloms sechsmal auf dem Podest. Wie erklärst du allen Fans und auch dir selbst deine Konstanz auf höchstem Niveau?
Dafür habe ich jahrelang tagtäglich hart gearbeitet. Und man muss schon sagen, dass wir trotz Corona eine wirklich gute Saisonvorbereitung auf diesen Winter hatten. Da gilt dem Verband und den Trainern ein großer Dank, ein Riesenlob. Wir hatten sehr viele Schneetage. Nicht zuletzt deshalb funktioniert auch das Material perfekt. Ich fühl mich wohl, kann befreit Ski fahren und voll attackieren.

Du kommst quasi auf jedem Hang, bei allen Bedingungen bestens zurecht. Setzt es dich unter Druck, dass du jetzt in Chamonix und sicher auch bei der WM als Topfavorit gehandelt wirst?
Ich klopfe auf Holz, bis jetzt hat es eigentlich überall geklappt, war ich überall schnell. Chamonix ist eher auf der flacheren Seite, ähnlich wie Zagreb, sollte mir also ebenfalls liegen. Druck verspüre ich keinen. Ich will ja selbst den Slalom-Weltcup gewinnen und bei der WM eine Medaille holen. Damit kann ich gut umgehen, das sind Ziele, die ich erreichen möchte.

Alex Hofstetter, Kronen Zeitung

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(Bild: KMM)



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