25.01.2021 13:43 |

Nächster Lockdown?

Frankreich: Schweigen soll Corona in Öffis stoppen

In der Debatte um sinnvolle Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wird an immer mehr Orten der Vorschlag umgesetzt, in öffentlichen Verkehrsmitteln zu schweigen - so nun auch in Frankreich. Neben der Erhöhung des Mindestabstandes auf zwei Meter soll die Maßnahme dabei helfen, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Indessen mehren sich die Spekulationen, dass dem Land schon bald ein dritter Lockdown bevorstehen könnte.

Während Gesundheitsminister Olivier Véran an die Bevölkerung appellierte, auf qualitativ bessere Atemschutzmasken umzusteigen, geht die französische Akademie für Medizin noch einen Schritt weiter. Demnach soll es in öffentlichen Bussen und Bahnen bald still werden.

„Vermeiden Sie Gespräche und Telefonanrufe“
„Das obligatorische Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei denen die physische Entfernung nicht eingehalten werden kann, muss mit einer Vorsichtsmaßnahme verbunden sein: Vermeiden Sie Gespräche und Telefonanrufe“, heißt es in einer Erklärung der Akademie.

Mit dieser Empfehlung möchte man auch auf die Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika reagieren, die sich zunehmend ausbreiten. Eine ähnliche Regelung ist bereits in Spanien in Kraft und wird etwa auch in Deutschland diskutiert.

Auch Mindestabstand wird erhöht
Neben dem Schweigegebot empfiehlt der Hohe Rat für öffentliche Gesundheit (HAS), der die Regierung berät, den Mindestabstand zwischen Personen auf zumindest zwei Meter zu erhöhen. Da die Zahl der bestätigten Covid-19 Fälle in Frankreich bereits die Drei-Millionen-Marke überschritten hat, erwägen die Behörden nun erneut, das Land abzuriegeln.

Zwar dementiert die Regierung entsprechende Berichte offiziell noch, die Chefin des HAS, Dominique Le Guludec, bezeichnete die Lage aber nicht zuletzt aufgrund der Corona-Mutationen als „besorgniserregend“. „Wir müssen ziemliche schnell Maßnahmen ergreifen, aber gleichzeitig nicht zu schnellt“, mahnt Le Guludec.

Gedränge in Supermärkten
Seit gut einer Woche gilt im ganzen Land, das nach wie vor zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Gebieten der Welt gehört, die abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Supermärkte sind dann geschlossen, Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft untersagt. Gerade am späten Nachmittag kommt es seitdem in etlichen Supermärkten zu riesigen Anstürmen und Gedränge.

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