25.01.2021 13:21 |

Reaktionen auf Ableben

Nach Arik Brauers Tod: „Werden Stimme vermissen“

Der österreichische Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Sänger Arik Brauer ist am Sonntagabend im Beisein seiner Familie im Alter von 92 Jahren verstorben. Politiker und Prominente zeigen sich über seinen Tod „tief betroffen“ und würdigen den „kritischen Citoyen“ und großen Künstler in Nachrufen in sozialen Netzwerken: Brauer sei ein „Motor des kulturellen Lebens“ gewesen, eine „mahnende Stimme“, sein Einsatz für Land und Österreichs Demokratie bleibe „unvergessen“. Man „verneige sich vor seinem Lebenswerk“. Die Stadt Wien bietet der Familie ein Ehrengrab an. 

Alexander Van der Bellen würdigt Brauers Vermächtnis auf Twitter: „Arik Brauer ist tot. Ein Künstler, wie unser Land nur wenige hervorgebracht hat. Maler, Musiker, Lehrer - kaum lassen sich seine Begabungen, sein Können angemessen aufzählen. Mit der Erfahrung von Antisemitismus, Verfolgung und Mord in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus aufgewachsen, wurde Arik Brauer zum kritischen Citoyen. Er erhob seine Stimme für Freiheit, Demokratie und Solidarität. Seine Bilder und sein Engagement sind zum festen Bestandteil unseres kollektiven Bewusstseins geworden“, so das österreichische Staatsoberhaupt.

Bundeskanzler Sebastian Kurz gedenkt Brauer mit folgenden Worten: „Das Ableben von Arik Brauer macht mich tief betroffen. Meine Gedanken sind in dieser schweren Zeit der Trauer bei seiner Familie und seinen Angehörigen! Möge er in Frieden ruhen!“ In einem weiteren Tweet schreibt er: „Die beeindruckenden Werke von Arik Brauer und auch seine mahnenden Worte und Erzählungen werden uns noch lange begleiten. Es wird unsere gemeinsame Aufgabe sein, sein Vermächtnis an kommende Generationen weiterzutragen und weiterhin aktiv gegen jede Form des Antisemitismus vorzugehen.“

„Zeigte Schrecken des Nazi-Terrors auf“
„Arik Brauer war ein Ausnahmekünstler: Seine Lieder, seine Bilder und sein Gesamtwerk waren geprägt von ungeheurer Lebenskraft. Er war aber auch ein beeindruckender Kämpfer für Demokratie und Menschlichkeit. Arik Brauer zeigte die Schrecken des Nazi-Terrors bereits zu einer Zeit auf, als in Österreich noch niemand darüber sprechen wollte. Er wird fehlen“, lautet der Tweet von Kunstminister und Vizekanzler Werner Kogler.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner bezeichnet Brauer als „einen der prägendsten und vielfältigsten Künstler des Landes“. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka lässt wissen: „Österreich verliert mit Arik Brauer einen vielseitigen Künstler, einen wichtigen Zeitzeugen und eine bedeutende Stimme des öffentlichen Lebens.“ 

„Motor des kulturellen Lebens“
Auch Innenminister Karl Nehammer gedenkt Brauer in einem Tweet, in einer Aussendung lobt er zudem dessen Einsatz für die Demokratie: „Arik Brauer war sowohl ein Mahner, aber auch ein Verbinder zwischen den Generationen. Sein frühes Leben war geprägt durch die schreckliche Zeit des NS-Regimes in Österreich und dem Holocaust. Arik Brauer war ein Motor des kulturellen Lebens in Österreich nach 1945, mit einer unglaublichen Bandbreite und ohne jegliche Berührungsängste. Sein Einsatz für Demokratie (...) wird unvergessen bleiben.“

Stadt bietet Ehrengrab an
„Mit Arik Brauer verlieren wir einen Universalkünstler, Humanisten und großen Menschenfreund“, reagieren Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler: „Wir sind stolz darauf, dass sich Werke von Arik Brauer in der zeitgenössischen Kunstsammlung der Stadt Wien befinden." Die Stadt Wien bietet der Familie ein Ehrengrab an.

„Einsatz bleibt in Erinnerung“
„Arik Brauer lebt durch seine Kunst und die Erinnerung an seine humorvolle und wortgewaltige Persönlichkeit im Herzen der Kultusgemeinde für immer weiter“, meint Oskar Deutsch, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG). „Als jüdischer Künstler und Überlebender der Shoah war Arik Brauer auch ein Mahner, der gerade jungen Menschen die Vergangenheit eindrucksvoll schilderte. Auch sein Einsatz für Israel bleibt uns ewig in Erinnerung.“

„Verneige mich vor Lebenswerk“
Auch der FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer kondoliert: „Eine ganz große Persönlichkeit ist gegangen. Ich verneige mich vor Arik Brauer und vor seinem Lebenswerk.“

„Mit ihm geht mahnende Stimme“
„Mit ihm geht ein Ausnahmekünstler und eine mahnende Stimme, die uns in seinen Werken für immer erhalten bleibt,“ heißt es seitens NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die darauf hinweist, dass Brauer in Niederösterreich nicht nur eine Gedenkstätte für Opfer des NS-Regimes in Wiener Neudorf gestaltet, sondern bis zuletzt an einer Skulptur als Mahnmal für die KZ-Außenstelle am Areal des Flughafens Wien-Schwechat gearbeitet habe.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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