27.11.2020 19:11 |

Pinturault gewinnt

Adrian Pertl rast in Lech/Zürs auf Parallel-Rang 4

Knapp vorbei, aber immerhin beinahe auf dem Stockerl - Adrian Pertl hat mit Platz 4 im Weltcup-Parallelbewerb von Lech/Zürs aus österreichischer Sicht für das Ausrufezeichen gesorgt! Der 24-jährige Kärntner musste sich im Flutlicht-Rennen nur Alexis Pinturalt (FRA), Henrik Kristoffersen (NOR) und Alexander Schmid geschlagen geben. Der Franzose Pinturault schrieb übrigens mit seinem Sieg Ski-Geschichte …

Pinturault feierte nämlich nicht nur seinen 30. Weltcup-Sieg, sondern ist nun auch der erste Ski-Rennfahrer, der in gleich sechs Disziplinen gewinnen konnte. „Es war ein gutes Rennen von mir und ich habe gutes Skifahren gezeigt“, sagte Pinturault, der nun in den Disziplinen Slalom, Riesentorlauf, Super-G, Alpine Kombination, City Event und Parallel (PAR) gewonnen hat. Ein „Rekord“, den der nun im Gesamtweltcup führende Franzose selbst ein wenig relativierte. „Ich hatte etwas Glück mit diesen sechs Disziplinen. Für mich sind City Events und Parallel das Gleiche“, erklärte Pinturault. Er sei aber sowieso nicht wegen der Zahlen hier. „Sondern um zu attackieren und Spaß zu haben.“

Der für die WM-Saison neu gestaltete Parallel-Bewerb war das erst zweite Saisonrennen der Alpinski-Herren in diesem Winter nach dem Riesentorlauf-Auftakt im Oktober in Sölden. Drei Österreicher hatten sich in Vorarlberg für das abendliche 16er-Finale qualifiziert, in dem Pertl am weitesten kam. Vorarlbergs Lokalmatador Christian Hirschbühl wurde 8., Dominik Raschner belegte Platz 9. Weiter geht es für die Herren am 5. und 6. Dezember mit zwei nach Santa Caterina verlegten Riesentorläufen.

Das neue Format mit nur noch 16 Läufern in der K.-o.-Runde und Torabständen zwischen 16 und 20 Metern bei Verwendung von Riesentorlauf-Ausrüstung (außer Rennanzug) soll auch im Februar bei der WM zur Anwendung kommen. Zu den in der Vormittags-Qualifikation Ausgeschiedenen zählten auch die beiden ÖSV-Speed-Asse Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr, die es im Gegensatz zu Fabio Gstrein (19.), Roland Leitinger (20.) und Michael Matt (30.) nicht in die Top-30 und damit Punkte-Ränge schafften. Aus internationaler Sicht überraschte, dass auch Sölden-Sieger Lucas Braathen als 18. am Abend nicht mehr dabei war.

Dafür drei Österreicher, davon als starker Quali-Vierter und ÖSV-Bester der 24-jährige Kärntner Pertl. Beim wegen Corona ohne Publikum stattfindenden Showdown unter Flutlicht musste sich zunächst nur Raschner gleich in Runde eins gegen Pinturault geschlagen geben, während Pertl gegen den Norweger Atle Lie McGrath und Hirschbühl gegen Aleksander Aamodt Kilde weiterkamen. Der nach Lauf eins gegen Kilde zurückliegende Hirschbühl trieb dabei den nach Sölden an Covid19 erkrankten Norweger im Retourlauf in einen Fahrfehler und warf damit den Weltcup-Gesamtsieger doch noch aus dem Bewerb.

Im Viertelfinale zog der Vorarlberger allerdings gegen Schmid den Kürzeren und war damit aus dem Rennen um den Sieg. Nach Niederlagen gegen Semyel Bissig (SUI) und den Quali-Schnellsten Stefan Luitz aus Deutschland belegte er letztlich Platz acht. Weiter kam hingegen Pertl. Der 24-jährige Kärntner setzte sich in einem „toten Rennen“ gegen den Schweizer Gino Caviezel allerdings nur dank besserer Laufzeit durch und unterlag dann im Halbfinale Kristoffersen. Im Kampf um Platz drei verlor Pertl gegen Schmid mit +0,25 Sekunden und verpasste damit seinen zweiten Weltcup-Podestplatz nach Rang 3 im Februar-Slalom von Chamonix.

„Ich bin trotzdem sehr zufrieden, es ist richtig gut gegangen“, freute sich Pertl im ORF-Fernsehen. „Es ist zwar schade, wenn man die Chance auf das große Finale und einen Platz auf dem Podium verpasst. Aber Alexis ist einer der Stärksten. Es ist keine Schande, gegen so einen zu verlieren.“

In der Entscheidung kam es in der Zürser Flexenarena zum Giganten-Duell zwischen Pinturault und Kristoffersen, in dem der Franzose auf dem blauen Kurs zunächst einen Vorsprung von 0,16 Sekunden herausfuhr. In der Rückrunde ließ der 29-Jährige dann nichts mehr anbrennen. Lob gab es für das neue Parallel-Format von beiden Finalisten. „Dieses jetzt ist schon viel besser als das vorher. Die Leistung zählt nun mehr als Glück“, befand Pinturault. „Das ist ein guter Schritt in Richtung Zukunft.“ Ähnlich sah es Kristoffersen: „Chapeau für Lech, gut gemacht!“

Das Ergebnis:
1. Alexis Pinturault (FRA)
2. Henrik Kristoffersen (NOR)
3. Alexander Schmid (GER)
4. Adrian Pertl (AUT)
5. Semyel Bissig (SUI)
6. Gino Caviezel (SUI)
7. Stefan Luitz (GER)
8. Christian Hirschbühl (AUT)
9. Dominik Raschner (AUT)
10. Filip Zubcic (CRO)
10. Mathieu Faivre (FRA)
12. Erik Read (CAN)
13. Timon Haugan (NOR)
14. Aleksander Aamodt Kilde (NOR)
15. Thibaut Favrot (FRA)
16. Atle Lie McGrath (NOR)
17. Stefan Hadalin (SLO)
18. Lucas Braathen (NOR)
19. Fabio Gstrein (AUT)
20. Roland Leitinger (AUT)
21. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)
22. Julian Rauchfuß (GER)
23. Mattias Rönngren (SWE)
24. Kristoffer Jakobsen (SWE)
25. Zan Kranjec (SLO)
26. Tanguy Nef (SUI)
27. Cyprien Sarrazin (FRA)
28. Trevor Philp (CAN)
29. Linus Straßer (GER)
30. Michael Matt (AUT)

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