20.11.2020 05:00 |

Selbstbestimmung

Wie wichtig ist eine Patientenverfügung?

Jeder kann schnell in die Situation kommen, nicht mehr entscheidungsfähig zu sein. Daher schon rechtzeitig überlegen, welche medizinischen Maßnahmen man  in so einem Fall ablehnt.

An eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht wird meist erst gedacht, wenn ein Anlass in der Familie oder im Freundeskreis eintritt. Vor allem junge Menschen sind der Meinung, dies sei etwas für die ältere Generation. Das ist ein Irrglaube, wie Sterbe- und Trauerbegleiterin Sabine List aus Pernitz (NÖ) erklärt: „Auch sie können durch Unfälle oder plötzliche schwere Erkrankungen in die Situation kommen, nicht mehr selbst entscheiden zu können, welche Behandlungen bzw. lebensverlängernden Maßnahmen sie ablehnen.“ Eine Entscheidung gegen medizinische Behandlungen zu fällen, wenn man sich bester Gesundheit erfreut, ist eine Herausforderung. Patientenverfügung sowie Vorsorgevollmacht entlastet aber im Fall des Falles die Familie und Angehörigen.

Mittels Patientenverfügung wird im Vorfeld bestimmt, was bei Verlust der eigenen Entscheidungsfähigkeit geschehen soll. Hier gibt es zwei Arten, wie Dr. Michael Halmich, Jurist mit Schwerpunkt Medizin- und Gesundheitsrecht aus Wien, erklärt: verbindliche und nicht verbindliche Patientenverfügung. Erstere ist für das Gesundheitspersonal verpflichtend, die Erstellung streng geregelt (Gültigkeit 8 Jahre). Sie erfordert Aufklärung durch den Arzt und schriftliche Errichtung bei Anwalt, Notar, Patientenvertretung oder Erwachsenenschutzverein. Die zweite Art ist lockerer geregelt. Mit der Vorsorgevollmacht wird festlegt, wer bestimmte Angelegenheiten übernehmen soll, wenn man selbst dazu nicht fähig ist.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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