17.11.2020 10:54 |

Kür fällt ins Wasser

Wegen Corona wird es keine Top-Reiseziele geben

Wegen der Coronavirus-Pandemie sieht „Lonely Planet“ davon ab, für 2021 zehn Top-Städte, -Länder und -Regionen zu küren. Stattdessen wolle man „30 inspirierende Menschen, Reiseziele und Tourismusprojekte“ mit Zukunft vorstellen, die die Reisebranche verändern. „Lonely Planets Best in Travel 2021“ ist kein Buch, sondern eine Online-Kampagne der Reiseführermarke.

Im Reisebuch „Lonely Planets Best in Travel 2020“ war noch ohne Corona-Kenntnis Salzburg als Top-Reisestadt fürs Jahr verkündet worden, vor allem wegen des 100. Jubiläums der Festspiele. Bonn lag auf Rang fünf wegen Beethovens 250. Geburtstag.

Reisen mit Rücksicht
„Reisen im Jahr 2021 und danach wird mehr von Rücksichtnahme geprägt sein als jemals zuvor“, sagt „Lonely Planet“-Hauptgeschäftsführer Luis Cabrera. Wenn Reisende wieder vorsichtig mit der Welt in Kontakt treten, konzentrieren sie sich nun wohl auf Aktivitäten, die für sie und Gastgeber sicher und positiv seien. Deshalb wolle man Ziele und Personen hervorheben, die es ermöglichten, regenerativ zu reisen. Es gehe darum, zu zeigen, „wie sich der Tourismus verantwortungsbewusst regenerieren kann, sobald wir die Pandemie überwunden haben“.

Göteborg wird zur besten Stadt gekürt
So wird zum Beispiel als „beste Städtereise“ in Sachen Nachhaltigkeit das schwedische Göteborg empfohlen, weil die Stadt messbare Maßnahmen ergriffen habe, „um bis 2030 unabhängig von fossilen Brennstoffen zu sein“. „Bestes Feinschmeckerziel“ sei Griechenland: „Mit seinen Märkten für Bioprodukte und dem Fischfang auf den Inseln ist das Land unbeabsichtigt einer der Orte mit der nachhaltigsten Ernährung weltweit.“ „Bester Wanderweg“ sei das 395-Kilometer-Wegenetz Dante-Straßen (Le Vie di Dante) in Italien. Als „bestes Mehrgenerationenziel“ wird die Kanarische Insel El Hierro verkündet: „Dieses entlegene, entschleunigte Juwel Spaniens ist eine umweltbewusste Zufluchtsstätte für Reisende jeden Alters.“

Leser können mitbestimmen
„Lonely Planet“ kürte in den vergangenen Jahren 15 Mal jeweils zehn „beste“ Städte, Länder und Regionen. „Best in Travel“ gehörte jährlich zu einer Vielzahl redaktioneller Listen, die angesagte Ziele küren.

„Lonely Planet“ lädt Leserinnen und Leser auf seiner Best-in-Travel-Website auch dazu ein, Nominierungen für ihre Lieblingsmenschen und Lieblingsorte hinzuzufügen, die die Zukunft des Reisens prägen. Die Abstimmung ist seit Dienstag möglich. Gewinner der „Readers‘ Choice Awards“ sollen im Jänner bekanntgegeben werden.

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