18.10.2020 06:00 |

Langzeitarchivierung

Daten für die Ewigkeit: Darauf müssen Sie achten

Wer seine wertvollen Urlaubserinnerungen, Familienfotos und wichtigen Dokumente für mehrere Jahrzehnte sicher digital konservieren möchte, braucht nicht nur die nötigen Speichermedien, sondern auch die richtige Strategie für die Langzeitarchivierung. Darauf gilt es zu achten.

Familienfotos, Arbeitszeugnisse, Arztbefunde: Viele Dokumente existieren nur noch digital. „Doch vielen Anwendern ist gar nicht bewusst, dass auch digitale Daten verloren gehen können“, erklärt Christof Windeck, Redakteur von der Fachzeitschrift „c‘t“, „sei es durch den Defekt einer Festplatte oder die Alterung einer DVD.“ Daher sollte die Langzeittauglichkeit des Speichermediums bedacht werden. „Festplatten, die in einwandfreiem Zustand eingelagert werden, lassen sich nach fünf Jahren Lagerzeit mit hoher Sicherheit auslesen“, versichert Windeck. „Wahrscheinlich funktionieren die meisten Exemplare erheblich länger.“ Der Experte rät dazu, das Archiv nach spätestens zehn Jahren auf frische Datenträger zu kopieren.

Nur Zusatzversicherung
Selbst gebrannte Blu-ray-Discs und DVDs sind als Langzeitarchiv dagegen nicht geeignet, weil sie sich in ein paar Jahrzehnten wahrscheinlich nicht mehr lesen lassen. Ausnahme: Die sogenannte M-Disc soll mehr als 1000 Jahre halten - verspricht zumindest der Hersteller Millenniata. Die M-Disc kann von allen gängigen Blu-ray-Laufwerken gelesen und beschrieben werden und ist bereits für rund 3,50 Euro das Stück (25 GB Kapazität) erhältlich. Ob nach der erwarteten Lebensdauer von 1332 Jahren allerdings noch passende Laufwerke, Anschlüsse und Betriebssysteme verfügbar sind, ist eine andere Frage. Daher taugt die M-Disc nach Ansicht der c’t-Experten nur als Zusatzversicherung. Ähnliches gilt für eine Speicherung der Daten in der Cloud - denn geht ein Anbieter pleite oder dessen Server kaputt, sind meist auch die Daten verloren.

Eine Frage des Formats
Um diese auch nach 30 Jahren noch öffnen bzw. nützen zu können, ist aber nicht nur entscheidend, wo, also auf welchen Medien, sie gespeichert werden, sondern auch wie, also in welchen Formaten. Windeck empfiehlt daher, auch Programme mit ins Archiv zu packen, welche die konservierten Dateien lesen und anzeigen können. Für fast alle elektronischen Daten, die ausgedruckt werden könnten - also Briefe, Diplomarbeit, Excel-Tabellen, gescannte Dokumente - bietet sich dem Experten nach das zur Archivierung gedachte PDF-Format PDF/A an. „Es hat eine offengelegte Spezifikation und ist weit verbreitet, was die Chancen erhöht, dass es in vielen Jahren noch lesbar sein wird“, so Windeck.

Bei Multimediadaten sei es schwieriger, das optimale Dateiformat zu wählen, denn gerade bei Video gebe es häufiger Neuerungen. Der Experte empfiehlt daher Open-Source-Software wie den VLC Player des VideoLAN-Projekts (videolan.org), den man im Quellcode herunterladen und ebenfalls archivieren könne.

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