05.10.2020 15:48 |

Polizei besorgt

„Pornselfies“ unter Jugendlichen stark verbreitet

Mit Sorge beobachten Ermittler des Landeskriminalamtes Bayern die wachsende Verbreitung von Pornografie unter Jugendlichen. Vor allem der Versand sogenannter Pornselfies habe im vergangenen Jahr stark zugenommen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Auswertung.

Dieser zufolge stieg die Zahl der Straftaten im Bereich der „Verbreitung pornografischer Schriften“ gegenüber 2018 im Vorjahr um 54,7 Prozent „erheblich“ an. Dies sei vor allem auf die Verbreitung von Kinderpornografie unter Jugendlichen zurückzuführen, hieß es. Demnach würden vor allem 14 und 15 Jahre alte Burschen mit deutscher Staatsbürgerschaft, die größtenteils die Mittelschule besuchten, von sich selbst mit dem Smartphone Nacktaufnahmen und Masturbationshandlungen fotografieren bzw. filmen und in Chatgruppen verbreiten, berichtete das Landeskriminalamt.

„Mehr oder weniger freiwillig“
Zum Problem würden diese sogenannten Pornselfies, wenn die laut der Untersuchung überwiegend 13- bis 15-jährigen Mädchen auch Selbstaufnahmen fertigten und „mehr oder weniger freiwillig“ an ihre männlichen Partner versendeten. Häufig komme es nach dem Ende der Beziehung oder zur Bloßstellung der Mädchen vor, dass ihre Fotos von den Burschen ohne ihr Wissen an Dritte weitergeleitet würden. Mitunter würden Nacktaufnahmen oder Sexszenen vom männlichen Partner auch heimlich aufgenommen und anschließend verschickt.

Betroffene schrecken aus Angst oder Scham oft vor Anzeige zurück
Der größte Teil der ermittelten Straftaten im Zusammenhang mit der Verbreitung von Pornografie unter den Jugendlichen wurde laut Landeskriminalamt im Rahmen von Großverfahren oder anderweitigen Ermittlungsverfahren aufgedeckt. Weniger häufig sei es dazu durch eine Anzeige der Betroffenen selbst gekommen. Häufig hinderten Schamgefühle oder Angst, sich gegenüber den Eltern und der Polizei zu offenbaren, die Mädchen daran. Aber auch Schuldgefühle spielten eine „nicht unerhebliche Rolle“, da die Betroffenen die Nacktaufnahmen überwiegend selbst machten und verschickten.

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