19.09.2020 07:03 |

Schicksalsschläge

Pinzgauer Familie mit einem Herz aus Titan

Papa Ronny, Mama Christine und der sechs Monate junge Fabian können wieder lachen. Über ein halbes Jahr kämpfte die Saalfeldner Familie gegen Sorgen und Ängste. Schicksalsschläge hintereinander trafen das junge Familienglück. Nun erzählten sie der „Krone“ ihre besondere Geschichte – samt einem Happy End!

In seinem Laufwagerl und mit Helm saust Fabian beim „Krone“-Besuch durch das Wohnzimmer der Familie W. im Saalfeldener Ortsteil Bsuch. Trautes Familienleben nach Monaten voller Sorgen. „Ärzte haben mein Leben und das meines Kindes gerettet“, erzählt Mama Christine W. (34).

Zwei Operationen und Schwangerschaft voller Komplikationen

Rückblick auf 2019. Im April heirateten Ronny und Christine. Drei Jahre waren sie zusammen. „Wir hatten schon immer einen Kinderwunsch“, sagt der Vater, selbst ein Krankenpfleger. Im August dann die freudige Nachricht: Christine erwartete ein Kind. Doch die Schwangerschaft war gezeichnet von Komplikationen - in Form von Blutungen. Dann entwickelte sich aus einer Mini-Wunde auch noch eine lebensbedrohliche Keim-Infektion. „Anfangs habe ich mir nichts gedacht“, schildert sie. Ein paar Tage später lag sie mit 40 Grad Fieber im Spital.

Herz-Operation aufgrund von aggressivem Keim

Nach mehr als einer Woche Klinik entdeckte eine Ärztin bei einer Ultraschall-Untersuchung einen Schatten auf dem Herz von Christine. Staphylococcus aureus nennt sich das Bakterium, das sich eingenistet hat.„Einer der aggressivsten Keime der Welt“, ergänzt Papa Ronny. „Die Ärzte haben uns aufgeklärt und gesagt, dass sie bei der OP nicht wissen, wie es dem Buben gehen wird.“ Die Unsicherheit war groß – sowohl das Leben der Mama als auch des Ungeborenen war aufgrund der OP in Gefahr. „Es war eine Achterbahnfahrt für mich. Ich dachte an den Tod. Und, dass ich leben möchte, aber mit meinem Kind“, schildert Christine.

Diese Gedanken begleiteten die gebürtige Tirolerin bis in den OP-Saal. Es ging alles gut. „Das einzige, an was ich mich noch erinnern kann, ist, wie mein Mann sagte: ’Der Kleine hat überlebt’“. Seither hat Christine einen metallischen Ring am Herzen, oder wie sie es sagt: „Ich habe Titan am Herz.“ Sechs Wochen lang musste die Hochschwangere im Spital bleiben, mehr als 300 Infusionen mit Antibiotika erhielt sie. Am 7. Jänner dann die Rückkehr nach Hause: Für die werdende Mama war es das „schönste Gefühl“.

Baby mit drei Monaten musste operiert werden

Doch das Schicksal kannte kein Mitgefühl: Es gab Probleme mit der Plazenta, die ein Verbluten auslösten könnten. Wieder Sorgen, wieder Ängste. Und wieder musste Christine in die Klinik - für mehr als einen Monat. Am 15. März, einen Tag vor dem Lockdown, wollte Fabian raus. Blasensprung, Wehen, Kaiserschnitt. Alles ging gut trotz der Gefahren.

Drei Monate vergingen bis zum nächsten Schicksalsschlag: Nun musste auch noch der Säugling operiert werden. Eine Stirn-Deformation, die möglicherweise ein Erblinden auslösen könnte. „Da fragten wir uns, wieso wir das alles verdient haben“, erinnert sich Ronny. Ein Spezialist aus Bonn meldete sich, führte auch den Eingriff durch. Wieder ging alles gut. „Der Zusammenhalt mit meinem Mann hat mir viel Kraft gegeben“, blickt Christine zurück. Und Ronny sagt: „Der Rückhalt aus der Familie hat uns sehr geholfen.“ Eine besondere Ehre wurde dem Herz-Chirurg zuteil: Fabians zweiter Vorname Christian stammt vom Doktor.

 Salzburg-Krone
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