07.09.2020 05:00 |

Nicht „unnötig“

Milchzähne müssen gepflegt werden!

Die ersten Beißerchen haben in der Entwicklung Ihres Kindes umfassende Bedeutung. Früher Verlust kann schaden und hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung eines Sprösslings.

Milchzähne stellen wesentliche Platzhalter für die bleibenden Zähne dar und spielen eine entscheidende Rolle in der Kiefer- und Sprachentwicklung. Ein verfrühter Verlust kann unter anderem eine Durchbruchsstörung des bleibenden Gebisses sowie Lautbildungsprobleme bedingen. Da F- und Zischlaute nicht richtig ausgesprochen werden können, muss oft eine logopädische Therapie zum Einsatz kommen. „Die Milchbackenzähne sollten im Mund verbleiben, bis Ihr Sprössling etwa 12 Jahre alt ist!“, unterstreicht auch Dr. Rainer F. Prugmaier, Kinder-Zahnarzt in Wien und Leibnitz (Stmk.). „Die häufige Annahme, dass Milchzähne nicht behandelt werden müssen, da sie ausfallen und neue Zähne nachkommen, ist falsch!“

Karies an Milchzähnen tut übrigens genauso weh wie an den Bleibenden. Aufgrund der geringeren Mineralisierung schreitet sie sogar schneller voran. Wenn Karies bis zum Nerv vorgedrungen ist, kann es zu Infektionen kommen, die sich im Körper ausbreiten und die Gesundheit beeinträchtigen. Häufig schädigen diese Entzündungen auch den unter den Milchzähnen befindlichen Zahnkeim. Das wird erst nach dem Durchbruch der „Neuen“ sichtbar. Sie unterscheiden sich dann in Form und Farbe von den gesunden Pendants. Außerdem kann das „Erwachsenengebiss“ so auch mit Karies angesteckt werden.

„Eine Kinderkrone, von uns als ,Ritterrüstung‘ oder ,Prinzessinnenkrone‘ bezeichnet, stellt dann oft die letzte Möglichkeit dar, einen stark zerstörten Milchzahn im Backenbereich (z. B. nach schwerem Kariesbefall oder einer Wurzelamputation) erfolgreich zu versorgen und diesen bis zum Zeitpunkt des natürlichen Wechsels zu halten“, beschreibt Dr. Prugmaier. „Dadurch wird die Kaufunktion wiederhergestellt und der Rest des Zahnes vor einer Fraktur (Bruch) geschützt. So erfüllt er seine Aufgabe als Platzhalter. Die Krone wird mit Zement befestigt und bleibt darauf, bis sie zusammen mit dem Zahn ausfällt.“ Die Eltern müssen sich oft erst an die silberfarbenen Kronen gewöhnen - die Kinder sind in aller Regel unvoreingenommen und stolz darauf. Sollten Milchzähne im Frontzahnbereich kariös oder geschädigt sein, baut man sie mit sogenannten Frasacokronen wieder auf. Für diese Versorgung befüllen die Experten formgebende Kunststoffhülsen mit zahnfarbenem Kunststoff und setzen sie wieder auf. Die Hülse wird danach entfernt und die Form an den Zahn individuell angepasst.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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