18.08.2020 13:24 |

ATP-Ranking

Thiem-Manager Straka: „Es gibt keine faire Lösung“

Entwickelt sich die Coronavirus-Pandemie bis zum Jahresende wie erhofft rückläufig, dann wird die ATP ihre Weltrangliste ab 1.1.2021 wieder auf Basis der 52 Wochen davor berechnen. Dies hat ATP-Board-Mitglied und Thiem-Manager Herwig Straka bestätigt. Aktuell wird wegen der Coronakrise der Berechnungszeitraum vom März 2019 bis 31.12.2020 herangezogen. Dass diese Rückkehr manchen Spielern natürlich auch kurzfristig Nachteile bringen könnte, ist Straka bewusst. „Es gibt keine faire Lösung.“

Thiem-Coach Nicolas Massu hatte gefordert, das 52-Wochen-System erst wieder ab März 2021 zu integrieren. „Wenn es dieses Jahr nur 8 oder 9 Turniere gibt und Spieler wie Dominic das Jahr sehr gut begonnen haben, müssen sie die Punkte verteidigen. Andere Spieler, die jetzt gut spielen, werden die Punkte viel länger im Ranking stehen haben“, sagte Massu kürzlich beim Heurigen in Wien. Daher plädiere er und auch viele andere Spieler für eine Rückkehr zum normalen Rankingsystem erst im März 2021.

Straka versteht diesen Einwand, aber: „Eigentlich ist es am fairsten, wenn du mit 1. Jänner beginnst, so eine Regelung zu treffen. Ja, es gibt für ein paar Spieler Nachteile, andererseits hat Dominic bei ein paar Turnieren auch wieder Vorteile gehabt, so hat er sein Indian-Wells-Resultat behalten können.“ Schließlich sei die Rückkehr am 1. Jänner auch die für jeden noch am einfachsten zu verstehende Lösung.

Bis zu 50 Prozent reduziertes Preisgeld möglich
Unterstützung vonseiten der ATP für Turniere gibt es in kleinem Rahmen. „In Diskussion ist gerade, ob man nicht Covid-Maßnahmen fördert“, verrät Straka. Ziel sei es, möglichst viele Turniere stattfinden zu lassen. „Aber man kann jetzt keinen unlauteren Wettbewerb ins Leben rufen und Turniere massiv unterstützen. Außerdem ist die ATP steuerlich gesehen keine Profit-Organisation, die darf gar nicht direkt die Turniere fördern.“ Zudem wird auch diskutiert, den Veranstaltern wegen der massiven Verluste in Sachen Zuschauereinnahmen eine Preisgeldreduktion zu erlauben. „Bis zu 50 Prozent, wenn ohne Zuschauer gespielt wird“, so Straka.

Ein „Race to London“ wird es trotz des verkürzten Kalenders nun doch geben. „Wenn wir so fertigspielen, wie wir es geplant haben, dann haben wir genug Wochen, um ein Race zu werten. Wenn es weniger würde, müssen wir überlegen, was man tut.“ Einen Plan B oder C, falls die Pandemie wieder zu einem Lockdown führt, gibt es nicht. Fix ist auch, dass die Saison definitiv mit den ATP Finals in London Mitte November endet, eine Verlängerung ist nicht geplant. Er wisse nur, dass Australien „sehr vorsichtig an das Thema herangeht“.

Australien Open: Alle in Quarantäne
Die Australien Open in Melbourne, wo Thiem dieses Jahr das Finale erreicht hat, sind im Jänner der erste Höhepunkt im Jahr 2021. „Wir rechnen damit, dass die Spieler alle in Quarantäne gehen müssen. Das heißt, die werden Mitte Dezember nach Australien fliegen und sind ohnedies dann sechs Wochen dort. Da hoffen wir, dass wir das mit einer einigermaßen eingeschränkten Freiheit gut überstehen“, erklärt Straka. Das Danach könne da weit schwieriger werden. „Die größte Frage für mich ist im Februar Südamerika.“

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