15.08.2020 05:00 |

Herpes Zoster

„Gesichtsrose“ ist oft sehr schmerzhaft

Wer schon an dieser äußerst unangenehmen Krankheit gelitten hat, wird den emeritierter Papst Benedikt XVI. sehr bedauern.

Herpes Zoster, im Volksmund auch Gürtel- oder Gesichtsrose genannt, gehört zu den besonders tückischen virusbedingten Krankheiten. Wenngleich es sich eigentlich nicht um eine klassische Infektion handelt. Denn diese hat hier schon vor langer Zeit - meistens in der Kindheit - stattgefunden. Diese spezielle Gruppe der Herpesviren verursacht nämlich zunächst die lästigen, aber vergleichsweise harmlosen Windpocken. Sie quälen zwar durch starken Juckreiz, heilen aber spätestens nach einigen Wochen wieder völlig ab. Allerdings bleibt der Erreger für immer im Körper! Er kann später, oft sogar erst in hohem Alter, gleichsam reaktiviert werden. Wie bei Ex-Papst Benedikt XVI. Der 93-jährige ehemalige Kirchenfürst hatte dieses Pech und leidet wohl an argen Schmerzen. Die Varizella-Zoster-Viren nisten sich in den Spinalganglien (Nervenknoten) ein und führen nach ihrem „Erwachen“ zu Entzündungen von Nerven.

Im Extremfall droht sogar Erblindung!
Meistens tritt bei Zoster ein streifenförmiger Ausschlag mit Hautbläschen auf einer Körperseite auf. Aber auch ein Befall des Gesichtes ist möglich. Dann ist der Hauptnerv im Gesicht betroffen, der aus drei Anteilen besteht (Trigeminus). Greift das Virus auf die Augen über, droht Erblindung! Wenn also der Verdacht auf eine Gürtelrose besteht - Symptome sind gruppenartig angeordnete Bläschen, Brennen in diesem Bereich -, dann herrscht Alarmstufe 1! Nur rasche Behandlung mit geeigneten Präparaten kann dann den gefürchteten Nachschmerz (Post-Zoster-Neuralgie) ersparen. Aber auch das nicht immer.

Wodurch wird dieses Virus wieder zum Leben erweckt?
In erster Linie durch ein Nachlassen der Immunabwehr sowie indirekt durch andere Krankheiten wie Grippe(!), Rheumatoide Arthritis oder chronische Darmleiden. Immer spielt jedoch ein geschwächtes Abwehrsystem die Hauptrolle. Naturgemäß sind deshalb auch am häufigsten ältere Menschen betroffen. In Österreich erkranken jährlich bis zu 50.000 Personen daran. Etwa zwei Drittel davon sind älter als 50 Jahre. Daher ist vor allem Senioren dringend geraten, die moderne Medizin zu nützen: Es gibt einen wirksamen Impfstoff, über den der Hausarzt Auskunft geben kann. Wer also in der Kindheit Windpocken hatte, ist davor lebenslänglich sicher. Nicht aber vor den vom Immunsystem in Schach gehaltenen Viren, falls der Organismus sich nicht mehr ausreichend zur Wehr setzen kann.

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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