05.08.2020 11:00 |

„Schlag ins Gesicht“

Diskonter droht Greenpeace nach Protest mit Klage

Am Mittwochvormittag protestierten Aktivisten mit einer vier Meter hohen und 20 Meter langen Flaschen-Installation vor einer Diskonter-Filiale im Salzburger Stadtzentrum. Mit der Aktion kritisierten Umweltschützer die Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung des Unternehmens, welches nur Einwegverpackungen anbietet. Doch schon nach wenigen Minuten drohte das Management mit Klage und polizeilicher Räumung.

Greenpeace hatte vor dem Supermarkt zwei alternative Eingänge in der Form einer überdimensionalen Einweg- und einer Mehrwegflasche platziert und somit Kunden symbolisch die Möglichkeit gegeben, sich bei Lidl für das umweltfreundliche Mehrweg zu entscheiden. Zahlreiche Kunden vor Ort unterstützten den Protest. Doch die Geschäftsführung verweigerte das Gespräch, drohte mit Polizei und Räumung.

Auch den Filialmitarbeitern wurde verboten, mit Greenpeace und Medienvertretern zu sprechen. Der friedliche Protest musste vorzeitig beendet werden. „Die Reaktion von Lidl ist ein Schlag ins Gesicht für die Konsumenten, die sich klar Mehrweg wünschen. Die Gesprächsverweigerung ist bezeichnend für die Haltung von Lidl zum Thema Umweltschutz“, erklärt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich.

Mehrweg gefordert
„Lidl lässt seinen und Kunden keine Wahl: Der Diskonter hat bei Getränken österreichweit nur Einwegverpackungen im Regal. Damit müssen Konsumenten oft zu umweltschädlichem Wegwerfplastik greifen. Und der Diskonter trägt dazu bei, dass die Müllberge in Österreich weiter wachsen. Lidl muss endlich Bier, Wasser, Limonaden und Milch in Mehrwegflaschen anbieten“, so Panhuber.

Die Diskonter in Österreich weigern sich seit Jahren, Getränke in wiederbefüllbaren Pfandflaschen zu verkaufen. Stattdessen wird der Markt mit Einwegverpackungen wie Einwegplastik, Aludosen und Einweggläsern überschwemmt. Lidl trägt dabei besondere Verantwortung, denn der Konzern ist Händler und Getränkehersteller zugleich.

Ein Ausbau aber ist nach wie vor nicht geplant. Dabei schonen wiederbefüllbare Verpackungen Ressourcen, verbrauchen weniger Energie und reduzieren die Müllberge - egal ob bei Getränken, Spülmitteln, Hygieneprodukten, Tierfutter oder Konserven. Gerade bei Getränkeflaschen ist ein Umstieg auf Mehrweg möglich - waren doch noch in den Neunzigerjahren auch in Österreich rund 80 Prozent der Getränke in Mehrwegflaschen abgefüllt. „Der Diskont in Österreich muss endlich auf Umweltkurs kommen und die Mehrwegflasche ins Regal bringen“, fordert Panhuber.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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