23.07.2020 09:17 |

Alles Plastik:

Diskonter blockieren Mehrweg-Ausbau in Österreich

Das Mehrwegangebot von Supermärkten ist - außer bei Bier - weiterhin verschwindend gering. Vor allem Diskonter zwingen ihre Kunden geradezu zu Einwegabfall: Bei Lidl, Hofer und Penny liegt der Mehrweganteil bei Null. Interspar, Spar und Unimarkt, die das Mehrwegangebot bei Getränken im vergangenen Jahr ausgebaut haben, werden etwas positiver bewertet. Doch eine echte Trendwende ist nicht erkennbar. 

Seit 1995 sinkt der Marktanteil an Mehrwegflaschen in Österreich rapide: Lag er damals noch bei rund 80 Prozent, erreichte er 2019 nur noch kümmerliche 19 Prozent. Dabei ist Mehrweg bei Getränkeverpackungen der beste und umweltfreundlichste Weg aus der Plastikkrise. Mehrwegflaschen werden zurückgenommen, gewaschen und bis zu 40-mal wieder befüllt. Bei Einweg-Plastikflaschen werden hingegen nur knapp 28 Prozent überhaupt wieder zu Flaschen recycelt, der Rest wird großteils verbrannt oder zu Folien und Fasern verarbeitet.

Mehrwegsysteme fristen Nischendasein
Heuer haben Mehrweg-Produkte wie die Milch-Mehrwegflasche oder neue Mehrweg-Limonaden ein kleines Comeback gefeiert. Trotzdem fristen Mehrwegsysteme insgesamt weiter ein Nischendasein. Die aktuelle Erhebung zeigt, dass im Jahr 2020 Limonaden und Saft zu rund 95 Prozent in Einweg-Plastikflaschen oder Aludosen verkauft werden, bei Mineralwasser sind es rund 90 Prozent.

Positive Ausnahme ist Bier - hier werden rund 50 Prozent der Getränke in Mehrwegflaschen angeboten. Spitzenreiter im Ranking ist Interspar, der im letzten Jahr 24 neue Mehrwegprodukte eingeführt hat. Den höchsten Mehrweganteil insgesamt hat Unimarkt. 

Verpackungsmüllberge reduzieren
„Wir können die Verpackungsmüllberge nur mit Mehrwegsystemen in den Griff bekommen. Anstatt viel Geld in Greenwashing zu stecken, müssen vor allem die Diskonter endlich handeln und wiederverwendbare Verpackungen anbieten“, erklärt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich.

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Die enorme Ressourcenverschwendung durch Wegwerfverpackungen muss gestoppt werden, um Umwelt und Klima zu schützen.

Lisa Panhuber, Konsumexpertin

Während Hofer und Lidl intensiv mit dem Thema Verpackungsreduktion werben, lobbyieren sie mit einer eigens gegründeten Gesellschaft in der EU gegen Mehrweg-Verpackungen. „Die enorme Ressourcenverschwendung durch Wegwerfverpackungen muss gestoppt werden, um Umwelt und Klima zu schützen.“

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