13.05.2020 12:12 |

Schröcksnadel und Co.

„Tausende Notfälle! Zahlreiche Vereine vor Aus“

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, BSO-Präsident Hans Niessl und ÖFB-Präsident Leo Windtner machen Druck auf Sportminister Werner Kogler. Es gehe darum, die versprochenen Zahlungen an Vereine aus dem Breitensport rasch zu leisten. „Sonst“, so Niessl, „stehen zahlreiche Vereine vor dem Aus“. Das Geld solle noch im Mai fließen, und zwar rasch und unbürokratisch. „Derzeit sind wir uns nicht sicher, ob das auch so passieren kann“, so Niessl. ÖFB-Boss Windtner sprach von „Hunderten, um nicht zu sagen, Tausenden, Notfällen“ im Vereinswesen.

Viele Landesliga- und Regionalligavereine würden derzeit schon eine Fusion überlegen. „Die Fixkosten übersteigen die Kapitalkraft diverser Vereine“, erklärte Niessl. Deswegen sei eine rasche Hilfe von der Regierung geboten.

Windtner: „Nur rasche Hilfe wirkt“
ÖFB-Präsident Windtner sekundierte: „Mit der Fortsetzung der Bundesliga-Saison haben wir schon viel erreicht. Aber es geht um den Mannschaftssport schlechthin in Österreich.“ Windtner befürchtet bei länger anhaltender Krise ein „Corona-Loch im Nachwuchs“. Die Gesprächsbasis mit Minister Kogler sei „absolut intakt. Jetzt geht‘s aber darum, dass der wirtschaftliche Schaden für den Sport hintangehalten wird. Im Notfall ist nur rasche Hilfe wirksame Hilfe. Und wir haben schon Hunderte, um nicht zusagen Tausende, Notfälle anstehen. Ich kenne die Probleme von der Pieke auf.“ Der ÖFB werde einen Topf für Soforthilfe für kleinere Vereine installieren.

ÖFB, ÖSV und BSO haben einen Brief an die zwei Millionen Sportvereinsmitglieder mit entsprechenden Handlungsempfehlungen geschickt. Das von der Regierung zur Krise verlautbarte Motto „Koste es, was es wolle“ solle auch und vor allem für den Sport gelten.

Schröcksnadel fürchtet Sport-Kultur-Kampf
ÖSV-Präsident Schröcksnadel warnte: „Was mir am jetzigen Hilfsfond nicht gefällt, ist, dass sich Sport und Kultur auseinanderleben werden. Besser wäre gewesen, einen fixen Vertrag für die Kultur zu erstellen, und einen fixen Vertrag für den Sport. So aber besteht die Gefahr, dass jeder um sein Geld kämpfen wird.“

Außerdem ist es für Schröcksnadel „völlig unverständlich, dass es den Schulsport jetzt nicht mehr geben soll. Das funktioniert ja im Freien. Im Freien kannst du dich ja kaum anstecken, ein Lotto-Sechser ist wahrscheinlicher. Kinder müssen sich bewegen können, müssen spielen können. Wenn wir das nicht ermöglichen, versäumen wir sehr, sehr viel.“

krone Sport
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