Restart am 9. Mai?

Deutsche Liga steht weiter still, aber Sky zahlt!

Fußball International
23.04.2020 16:22

Der Spielbetrieb in der ersten und zweiten deutschen Fußball-Bundesliga bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Die 36 Profi-Klubs seien aber „bereit“, sobald die Politik den Termin für den Neustart festlege, sagte Christian Seifert, der Chef der Deutschen Fußball Liga, am Donnerstag. Selbst ein Datum festzulegen, „wäre anmaßend, gehört sich auch nicht und liegt nicht an uns“.

Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel konferieren am 30. April - dann könnte eine Entscheidung fallen. „Wir haben es nicht in der Hand, ob wir überhaupt spielen. Und wenn ja, wann“, sagte Seifert. „Wir haben nur in der Hand, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir haben mehrere Spielplan-Optionen.“ Das erste Mai-Wochenende sei „nicht realistisch“. Sollte die Politik beschließen, dass es am 9. Mai weitergehen könnte, „dann werden wir am 9. Mai bereit sein“. Denkbar ist eine Liga-Fortsetzung nur mit Geisterspielen. „Das ist die einzige Möglichkeit, die Bundesliga, wie wir sie kennen, am Leben zu erhalten. Ich bitte alle, die sich für die Bundesliga interessieren, dafür um Nachsicht und um Unterstützung“, fügte Seifert hinzu.

(Bild: AP)

Die beiden höchsten Spielklassen Deutschlands pausieren seit Mitte März. Bis zur Nacht auf den 4. Mai gelten in Deutschland noch strikte Kontaktbeschränkungen. Finanziell scheinen die Vereine inzwischen etwas besser abgesichert. Mit „fast allen“ Medienpartnern sei eine Einigung für eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien erzielt worden. „Wir haben intensive Gespräche geführt, die waren geprägt von Respekt“, sagte Seifert. „Es wurden auch Vereinbarungen getroffen, wie damit umzugehen ist, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können. Klar ist auch: Sollte die Saison nicht wieder starten, greifen gewisse Mechanismen zur Rückzahlung.“

Liga-Geschäftsführer Christian Seifert (Bild: afp)
Liga-Geschäftsführer Christian Seifert

Zur Fortsetzung des Spielbetriebes erarbeitete eine Experten-Kommission der DFL ein Konzept, das den Klubs am Donnerstag vorgestellt wurde. Dieses enthält unter anderem strikte organisatorische Vorgaben. So sollen maximal ca. 300 Personen an der Durchführung einzelner Geisterspiele beteiligt werden - Spieler und Trainer eingeschlossen. Zudem gibt die von DFB-Chefmediziner Tim Meyer geleitete Task Force klare Vorgaben für Hygienemaßnahmen. Die Spieler sollen während der Saison engmaschig auf das Coronavirus getestet werden, mindestens einmal pro Woche. Dafür rechnet die DFL mit einem Bedarf von rund 20.000 Tests. „Wir haben auch hier eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, mit insgesamt fünf Laborverbänden“, sagte Seifert. „Alle Labore haben uns schriftlich versichert, dass die derzeitigen Kapazitäten ausreichend sind und durch Covid-19 keine Limitierung der Testkapazitäten auftreten.“

(Bild: stock.adobe.com, krone.at-Grafik)

Darüber, ob die Fußball-Profis trotz fehlender Symptome ständig kontrolliert werden sollen, hatte sich ein fast schon gesellschaftspolitischer Streit entbrannt. Auch das Robert-Koch-Institut meldete Zweifel an der Sinnhaftigkeit an. Das Bundesinnenministerium sprach sich gegen die baldige Terminisierung des Neustarts aus. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch aber - funktionierende Schutzmaßnahmen vorausgesetzt - gemeint: „Wenn das gelingen kann bei minimiertem und so gut wie möglich ausgeschlossenem Infektionsrisiko, dann kann das sicherlich gehen.“

(Bild: stock.adobe.com)

DFL unterstützt 3. Liga und Frauen-Bundesliga
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will indes in der derzeitigen Coronavirus-Krise die 3. Liga und die Bundesliga der Frauen finanziell unterstützen. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bestätigte am Donnerstag nach der Mitgliederversammlung eine Zahlung in Höhe von 7,5 Millionen Euro. „Diese Unterstützungszahlung ist an keine weitere Bedingung geknüpft. Das Präsidium dankt den Champions-League-Klubs für die Initiative zur Bereitstellung des Solidarfonds“, so Seifert. Die vier Spitzenclubs FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen hatten zu Beginn der Krise 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um bedrohten Klubs zu helfen.

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