20.04.2020 12:29 |

Bezahlverhalten

Corona-Krise beschleunigt „Entwöhnung“ vom Bargeld

Das Coronavirus hat unser Bezahlverhalten stark verändert. Viele Supermärkte, Restaurants und Geschäfte bitten bereits aktiv darum, auf Barzahlung zu verzichten und die Rechnung stattdessen kontaktlos oder mittels mobiler Bezahldienste zu begleichen. Ein Trend, der - befeuert durch die Pandemie - laut Experten weiter zunehmen wird und Konsumenten schneller als gedacht vom Bargeld „entwöhnen“ könnte.

Waren deutsche - ebenso wie österreichische - Konsumenten im europäischen Vergleich bisher stets zurückhaltend was Kartenzahlungen sowie das Bezahlen mit kontaktlosen Methoden und Bezahldiensten anging, erwartet die internationalen Strategieberatung Oliver Wyman in den nächsten Jahren hier eine deutliche Veränderung. In einem Referenzszenario kommt sie zu dem Ergebnis, dass der Anteil der Barzahlungen bis 2025 um 20 Prozentpunkte auf 32 Prozent abfallen wird.

„Eine Entwicklung, die mehrere Jahre dauern sollte, wird durch die Corona-Pandemie nun auf wenige Monate kondensiert“, sagt Gökhan Öztürk, Partner und Payments-Experte bei Oliver Wyman. „Sollte die Beschleunigung nach Covid-19 weiter anhalten und eine Vielzahl der Kunden ihr Bezahlverhalten beibehalten, ist auch eine Quote von 20 Prozent bis 2025 nicht unrealistisch“, so Öztürk weiter.

Entwöhnung vom Bargeld
Den Beratern zufolge ist diese Entwicklung von mehreren Aspekten getrieben. So beobachten sie eine steigende Annahmeakzeptanz digitaler Bezahlmöglichkeiten seitens der Händler, eine wachsende Endkundenadaption sowie die bisher sehr erfolgreiche Einführung von Apple Pay in Deutschland. Die während der Corona-Pandemie geltenden Hygienemaßnahmen führten zudem zu einer Entwöhnung von Barzahlungen, so die Experten.

„Die Kreditkartenunternehmen haben medienwirksam das Limit für kontaktlose Zahlungen erhöht, sodass die Convenience bei vielen Bezahlprozessen weiter gestiegen ist“, sagt Öztürk. Es sei davon auszugehen, dass sich viele Kunden in der jetzigen Zeit weiter an Kartenzahlung gewöhnen werden und dass neu angeschaffte POS-Terminals verstärkt eingesetzt werden.

Kurzfristig erwarten die Berater einen Abfall der Barzahlungen nach Umsatz um 15 Prozentpunkte für das Jahr 2021. Ausschlaggebend für diese Entwicklung wird sein, wie hoch der Anteil der Konsumenten sein wird, die bargeldloses Bezahlen auch nach der Corona-Krise beibehalten werden.

„Das Schwierigste bei der Einführung einer neuen Zahlungsoption war und ist immer, die Konsumenten dazu zu bringen, es auszuprobieren“, so Öztürks Kollegin Martina Weimert. „Wer aber erste Erfahrungen gemacht hat und feststellt, dass alles problemlos funktioniert, der nutzt diese Zahlungsoption auch weiterhin.“

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