18.03.2020 13:24 |

Kampf gegen Corona

Internetriesen könnten in USA Handydaten liefern

Die Internetriesen Facebook und Google sind US-Medienberichten zufolge im Gespräch mit der US-Regierung über die Verwendung persönlicher Nutzerdaten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Eine Maßnahme sei beispielsweise das Sammeln der Standortdaten der Smartphones von US-Bürgern und deren anonyme Verwendung, um die Ausbreitung des Virus festzustellen und dringende medizinische Notwendigkeiten vorhersagen zu können.

Das berichtete die „Washington Post“ am Dienstag. Google-Sprecher Johnny Luu bestätigte der Zeitung, es würden „Wege geprüft, wie gesammelte, anonymisierte Standortdaten im Kampf gegen Covid-19 helfen können“. Auf Anfragen der Nachrichtenagentur AFP reagierten die beiden Internetkonzerne zunächst nicht.

Wissenschaftler appellieren an Tech-Unternehmen
Die Nutzung persönlicher Daten ist in den USA nach mehreren Skandalen ein heikles Thema. Aber angesichts des tödlichen Virus stieg zuletzt der Druck auf die Internetkonzerne, ihre Kompetenzen im Kampf gegen die Pandemie zu nutzen. Rund 50 Wissenschaftler appellierten vergangene Woche in einem offenen Brief an die Unternehmen, zu handeln. „Großangelegte Bemühungen von Technologieplattformen könnten bei der Eindämmung der Pandemie ausschlaggebend sein und Tausende, wenn nicht Millionen Leben retten“, hieß es in dem Appell von Ärzten, Epidemiologen und Forschern.

Sie schlugen etwa vor, dass Online-Netzwerke aufklärende Videos veröffentlichen, der Fahrdienstleister Uber Desinfektionsmittel an seine Fahrer verteilt und der Online-Händler Amazon die Anzahl von Mundschutz und Alkohollösungen zur Desinfektion pro Kunde limitiert. Bei Apple und Google sei der Einbau sogenannter Tracking Tools in die Systeme denkbar, welche die Nutzer anonym aktivieren könnten, um herauszufinden, ob sie Kontakt zu Infizierten gehabt haben. Solche Nachverfolgungsmöglichkeiten hätten in China und Südkorea gut funktioniert.

Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen
In Deutschland hatte nach dem Beispiel Österreichs das Robert-Koch-Institut erklärt, mit anonymisierten Handydaten die Wirkung der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus prüfen zu wollen. Anhand der Daten lasse sich feststellen, ob die geforderten Maßnahmen auch eingehalten würden. Diese zeigten, ob die Mobilität der Bevölkerung nachgelassen habe. Die Deutsche Telekom stellt dem Institut kostenlos Daten zur Verfügung.

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