Fans erpresst?

Schalke – Bayern: Ohne Banner ging‘s doch nicht

Fußball International
04.03.2020 08:38

Zum befürchteten Spielabbruch kam‘s nicht - allerdings war das DFB-Pokal-Spiel zwischen Schalke und Bayern keine Minute alt, als in der Schalke-Fan-Kurve schon ein Spruchband gezeigt wurde. Adressat: eh klar, der DFB, der versuche, die Fans mit Spielabbrüchen zu erpressen.

(Bild: APA/AFP/SASCHA SCHUERMANN)

Das Kürzel „DFB“ interpretierten die Schalke-Fans als „Dementer Fußball-Bund“, wie zu lesen war. Eine Anspielung auf die vom DFB zunächst zugesagte, dann aber doch wieder außer Kraft gesetzte Aufhebung der Kollektivstrafen. Seit Dortmund-Fans in Hoffenheim mit Stadionverbot belegt wurden, wird die deutsche Ultras-Szene von einer Welle der Solidarität erfasst. Auch bei Schalke gegen Bayern am Dienstagabend. „Euro Zusage gegen Kollektivstrafen vergessen, versucht ihr nun, uns Fans mit Spielabbrüchen zu erpressen.“

Kein Spielabbruch
In der Tat hing das Damoklesschwert Spielabbruch über der Partie zwischen Schalke und Bayern. Nachdem am vergangenen Wochenende in halb Deutschland beleidigende Transparente gegen Hoffenheim-Boss Dietmar Hopp affichiert worden waren, drohten Bayern- und Schalke-Vertreter damit, das Spielfeld sofort zu verlassen, wenn es zu ähnlichen Szenen in der Schalke-Arena käme. Dazu kam‘s nicht.

Hopp wurde von den Schalke-Fans außen vorgelassen, stattdessen gab‘s in Form eines anderen Transparents Kritik am eigenen Klub. „Die Werte unseres Vereins habt ihr mit Tönnies verraten! Spart euch eure Stellungnahmen!“, war auf einem zu lesen.

(Bild: AFP)

„Block gänzlich räumen“
Schon vor Anpfiff hatte DFB-Vizepräsident Rainer Koch zur Debatte Stellung bezogen. „Da ist eine rote Linie überschritten“, sagte er kurz nach seiner Wahl ins UEFA-Exekutivkomitee am Dienstag in Amsterdam: „Wenn alle anderen Mittel nicht ausreichen, wir nicht zu anderen Lösungen kommen, dann muss man in letzter Konsequenz auch einmal bereit sein, deutlich zu machen, unter solchen Rahmenbedingungen können wir nicht Fußball spielen, und dann muss solch ein Block auch einmal gänzlich geräumt werden.“

Und noch einmal gab‘s ein Spruchband auf Schalke - diesmal ein sehr humorvoll angehauchtes. Die Frage der Schalke-Fans an die Bayern-Spieler beim Stand von 0:0: „Wenn wir jetzt ein Hurensohn-Plakat zeigen - hört ihr dann auch zu spielen und wir schaffen es ins Elfmeterschießen?“

(Bild: APA/AFP/SASCHA SCHUERMANN)

Die Antwort gab Bayerns Joshua Kimmich in der 40. Spielminute, und zwar ziemlich humorlos. Er erzielte das 1:0 für die Bayern, gleichzeitig das Goldtor, das Schalke aus dem Cup-Bewerb bugsierte.

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(Bild: KMM)



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