13.02.2020 07:01 |

Maßnahmen verschärft

Coronavirus: Reisefirma sperrt China-Urlauber aus

Wegen des Coronavirus kommt die Kreuzfahrtbranche zunehmend unter Druck. In Japan sind sogar rund 3600 Passagiere und Crew-Mitglieder eines Kreuzfahrtschiffes unter Quarantäne gestellt. Die Kreuzfahrtsparte des Reisekonzerns TUI hat die Vorsorgemaßnahmen verschärft. Gäste, die in den vergangenen 14 Tagen vor ihrem Reisebeginn nach China (inkl. Hongkong und Macao) gereist sind oder im Rahmen anderer Reisen chinesische Flughäfen - dies gilt auch für den Flughafen Hongkong - als Transit genutzt haben, werden von TUI Cruises nicht mehr mitgenommen, teilte das Unternehmen mit.

„Sollten Gäste in den letzten 14 Tagen Kontakt zu Personen gehabt haben, die sich kürzlich in China aufgehalten haben, so bitten wir sie, uns zu kontaktieren“, sagte eine Sprecherin. TUI folge damit der aktuellen Empfehlung des Kreuzfahrtverbandes CLIA (Cruise Lines International Association). Alle Passagiere müssten derzeit außerdem beim Check-in im Hafenterminal einen Fragebogen zum aktuellen Gesundheitszustand und Reiseverhalten der vergangenen zwei Wochen ausfüllen.

Alternative Route für Asien-Kreuzfahrtschiff wird geprüft
Die Flotte von TUI umfasst sechs Kreuzfahrtschiffe. Derzeit würden alle Schiffe bis auf Weiteres ihre Fahrpläne verfolgen, auch Mein Schiff 6, ein Kreuzfahrtschiff von TUI, das aktuell in Südostasien unterwegs ist und eine Kapazität von über 2500 Passagieren hat. Allerdings würden für die geplante Reise des Asien-Dampfers in der Zeit von 4. bis 18. März vorsorglich alternative Fahrtrouten geprüft, zumal auch Hafentage in Hongkong enthalten seien.

An Bord aller TUI-Schiffe seien zusätzliche Hygiene-Maßnahmen wie verstärkte Reinigungen in die Wege geleitet worden. Passagiere des Asien-Kreuzfahrtschiffes Mein Schiff 6 würden auf Nachfrage mit Atemschutzmasken versorgt. Bei ersten Grippeanzeichen werde ein Besuch beim Bordarzt oder der Bordärztin empfohlen.

Buchungszurückhaltung bemerken TUI und Ruefa aber nicht
Beim größten heimischen Tourismuskonzern Verkehrsbüro Group, zu dem die Ruefa-Reisebüros gehören, sei der Buchungseingang für Hochseekreuzfahrten „derzeit relativ normal“. „Wir spüren zum Glück keine Coronavirus-Auswirkungen“, so Walter Krahl, Geschäftsführer von Ruefa. Es gebe aber in den Reisebüros einige Anfragen von Kunden zu bevorstehenden Kreuzfahrten. Diese seien aber eher genereller Natur und nicht explizit für Kreuzfahrten in Asien. Es gehe eher um Fragen nach den Vorkehrungen der einzelnen Reedereien.

140.000 Österreicher unternehmen pro Jahr eine Kreuzfahrt
Ruefa vermittelt vor allem Kreuzfahrtreisen im Mittelmeer, in der Ost- und Nordsee sowie in der Karibik. In den vergangenen Jahren sei das Kreuzfahrt-Segment stets zweistellig gewachsen. Kreuzfahrten machen rund 10 Prozent Anteil am Gesamtumsatz von Ruefa aus. Laut Österreichischem Reiseverband (ÖRV) machen rund 140.000 Österreicher pro Jahr eine Hochseekreuzfahrt. TUI Cruises hatte im vergangenen Jahr rund 20.000 Gäste aus Österreich an Bord seiner Schiffe, Tendenz steigend, hieß es.

Epidemie in China führt zu Absetzungen auf politischen Spitzenposten
Die weiterhin rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China hat zu ersten größeren personellen Konsequenzen im politischen Apparat der Volksrepublik geführt. Die obersten politischen Chefs der von der Epidemie besonders hart getroffenen Provinz Hubei und der dortigen Millionenmetropole Wuhan wurden abgesetzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag meldete. Kurz zuvor hatte die Provinzregierung einen besonders dramatischen Anstieg der Totenzahlen der Epidemie innerhalb nur eines Tages bekanntgegeben.

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