30.01.2020 06:00 |

In Wohnung erstickt

Fieberhafte Suche nach Mörder von Wienerin (28)

Auf Hochtouren laufen die Ermittlungen der Wiener Kriminalpolizei nach dem gewaltsamen Tod einer 28-Jährigen im Bezirk Floridsdorf. Birgit H. wurde - wie berichtet - am Dienstagabend von ihrem Vater leblos in ihrer Wohnung in der Arnoldgasse entdeckt. Eine Obduktion sollte ergeben, dass die tierliebe junge Frau umgebracht - offenbar erdrosselt oder erwürgt - wurde. Die Suche nach dem Täter läuft - eine Beziehungstat ist nicht auszuschließen.

Was in der Wohnung der 28-Jährigen geschah, ist Gegenstand der laufenden Erhebungen. Ihr Vater hatte sich um die junge Frau Sorgen gemacht, da er sie schon mehr als einer Woche nicht mehr erreichen konnte. Er machte sich daher am Dienstagabend auf den Weg zu ihr nach Hause - und sollte seine Tochter tot vorfinden. Umgehend alarmierte der Mann die Polizei.

Obduktion brachte Gewalttat ans Licht
Die Exekutive ordnete eine Obduktion der Leiche an, stufte den Fall als bedenklich ein. Die Untersuchung, die noch in der Nacht auf Mittwoch stattfand, sollte den Anfangsverdacht bestätigen - Birgit H. wurde Opfer eines Gewaltverbrechens, die 28-Jährige wurde erstickt. Aus kriminaltaktischen Gründen hielt sich die Polizei bezüglich weiterer Details bedeckt. Gegenstand der Erhebungen ist bislang auch, wie lange die 28-Jährige beim Auffinden schon tot war. Ihr Tod dürfte jedenfalls schon einige Tage zurückliegen.

Doch wer könnte für ihn verantwortlich sein? Eine Beziehungstat ist jedenfalls nicht auszuschließen. Laut ihrer Facebook-Seite befand sich H. seit Anfang November in einer Beziehung. Das konnte auch der Hausbesorger des Genossenschaftsbaus, in dem die 28-Jährige lebte, bestätigen. „Ich habe öfter mit ihm gesprochen. Er war sehr freundlich“, erklärte Hausbesorger Robert Hauser bezüglich des neuen Mannes an H.s Seite.

„On-off-Beziehung“
Auch das Opfer selbst beschrieb er „als sehr freundlich“, die junge Frau habe immer „freundlich gegrüßt“, allerdings sei sie auch „sehr unauffällig“ gewesen, berichtete er. Das Paar habe eine „On-off-Beziehung“ geführt.

Zweite tödliche Gewalttat an Frau in diesem Jahr
Es ist die damit bereits zweite tödliche Gewalttat an einer Frau in diesem Jahr. Am 15. Jänner war die 42 Jahre alte Gabriela P. in Ybbs an der Donau in Niederösterreich mutmaßlich von ihrem 50 Jahre alten Lebensgefährten getötet worden. Er hatte die Frau offenbar aus rasender Eifersucht getötet. „Da sah ich plötzlich schwarz. In ihrer Friseurkiste lag ein Messer, ich griff danach, stach ihr in den Hals“, erklärte der mutmaßliche Täter später. Die Bluttat geschah vor den Augen des gemeinsamen Sohnes.

„Ihm hat’s die Kabel rausgehaut“
Auch die tödliche Gewalttat an einem 33-jährigen Pizzeria-Betreiber im niederösterreichischen Pitten - der ehemals beste Freund des Opfers, ein 31-Jähriger, wurde festgenommen - ist offenbar auf Eifersucht zurückzuführen. Wie jüngst der Verteidiger des dringend Tatverdächtigen erklärte, hatte das spätere Opfer offenbar Anspielungen gemacht, dass er mit der Ehefrau des 31-Jährigen Sex habe.

„Ihm hat’s die Kabel rausgehaut“, erklärte dazu Anwalt Nikolaus Rast. Mit 13 Messerstichen tötete der mutmaßliche Täter daraufhin den zwei Jahre älteren Mann in der Pizzeria, fotografierte dessen Leiche und verschickte die Bilder in der Folge via WhatsApp.

Aufgrund der Häufung von Bluttaten mit weiblichen Opfern startete die Männerberatung mit den heimischen Frauenhäusern eine neue Kampagne.

krone.at/Kronen Zeitung

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