14.12.2019 18:46 |

Weitere Todesopfer?

Taucher suchen vor Vulkaninsel nach Vermissten

Nach dem Vulkanausbruch in Neuseeland haben Taucher am Samstag nach zwei Vermissten in den Gewässern rund um die Insel White Island gesucht. Die Suche, auch auf der Insel selbst, solle demnächst fortgesetzt werden, so die Polizei - wenn die Umstände es zuließen, dann schon an diesem Sonntag. Unterdessen stieg die Zahl der Toten. Am Samstag war eine weitere Person im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, wie Polizei und Gesundheitsministerium mitteilten. Damit lag die offizielle Zahl der Todesopfer bei 15. Örtliche Medien gehen davon aus, dass die beiden Vermissten ebenfalls tot sind.

Die Taucher von Polizei und Marine hatten am Samstag mit besonders schwierigen Umständen zu kämpfen. „Das Wasser um die Insel herum ist verunreinigt“, sagte Polizei-Vize John Tims. Die Taucher mussten Schutzanzüge tragen und jedes Mal, wenn sie auftauchten, mit frischem Wasser abgespült werden. Laut örtlichen Medien berichteten Taucher außerdem von vielen toten Fischen rund um die Insel. Auch sei die Sicht unter Wasser eingeschränkt.

Brüder tot, Eltern vermisst
Unter den Toten sind auch die Brüder Berend (16) und Matthew Hollander (13) aus Chicago. Die Burschen erlagen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Ihre Eltern Martin und Barbara Hollander gelten als vermisst. Es besteht so gut wie keine Hoffnung mehr, sie lebend zu finden.

Touristen und Reiseführer unter den Toten
Am Freitag hatte sich ein Bergungsteam trotz der hohen Gefahr eines erneuten Vulkanausbruchs auf die Insel gewagt und sechs Leichen geborgen. Der aktivste Vulkan des Landes war am Montag ausgebrochen. Unter den Toten sind Touristen und Reiseführer, die sich auf einer Tour auf der Insel befanden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden noch 27 Menschen in Krankenhäusern in Neuseeland und Australien behandelt. Mindestens zehn von ihnen befinden sich demnach in kritischem Zustand.

Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern kündigte für Montag eine Gedenkminute für die Opfer an. „Wo auch immer man in Neuseeland oder an anderer Stelle der Welt ist, ist dies ein Moment, in dem wir an der Seite derer stehen, die ihre Liebsten in dieser außergewöhnlichen Tragödie verloren haben“, heißt es in einer am Samstag verbreiteten Erklärung.

Angehörige fordern Bergung der Opfer
In den vergangenen Tagen hatten Angehörige der Opfer darauf gedrängt, die Toten von der Insel zu holen. Befürchtet wurde, dass sie bei einer neuen Eruption für immer verschwinden könnten. Ardern hatte am Freitag gesagt, es sei zu früh, um zu sagen, ob die Regierung die Touren nach White Island stoppen werde. Der Vulkan werde seit fast 30 Jahren besucht.

Der Inselstaat Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der Vulkan war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv, trotzdem fuhren immer wieder Boote mit Ausflüglern dorthin. Das Betreten der Insel war nur mit ausgebildeten Führern gestattet. Das Eiland in Privatbesitz ist nunmehr als Todeszone komplett gesperrt. Es war der erste tödliche Ausbruch seit 1914 - damals kamen zehn Bergarbeiter ums Leben.

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