08.11.2019 05:01 |

Vasektomie

Verhütung ist auch Männersache!

Die Vasektomie gilt nach wie vor als Tabuthema, führt bei vielen Herren zur Angst um ihre Potenz oder ist als Methode zur Vermeidung unerwünschter Schwangerschaft gänzlich unbekannt. Hier die wichtigsten Fakten.

Sexualität leben zu können, ohne schwanger zu werden, ist eine wichtige Errungenschaft der Medizin. Doch obwohl es die Vertreter beider Geschlechter gleichermaßen betrifft, muss meist die Frau für die Verhütung sorgen. Wohl auch, weil sich durch die Antibaby-Pille eine Familienplanung sehr einfach handhaben lässt. Der Mann kann die Verantwortung aber auch selbst übernehmen: durch Kondom oder Vasektomie. Letztere gewinnt als sicherste (0,8) Form der Verhütung langsam an Bedeutung. Um diesen chirurgischen Eingriff in Österreich durchführen zu lassen, muss „er“ mindestens „das 25. Lebensjahr vollendet haben. Die Familienplanung sollte ebenfalls abgeschlossen sein“, erklärt Dr. Karl Dorfinger, Urologe in Wien.

Sicherste Methode zur Empfängnisverhütung
Die modernste Forme der Operationstechnik ist die sogenannte „No-Scalpel-Vasectomy“. „Dabei wird unter lokaler Betäubung mittels einer speziellen Klemme die Haut des Hodensacks gespreizt, der Samenleiter freigelegt und durchtrennt“, so der Facharzt. Dadurch gelangen keine Spermien in die Samenflüssigkeit. Um die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenwachsens zu reduzieren, werden ungefähr 2 cm des Samenleiters entfernt und die Enden mittels Strom verödet. Danach ist für etwa 1-2 Wochen körperliche Schonung angesagt. Sport (vor allem Radfahren oder Reiten), aber auch sexuelle Aktivitäten sollten erst danach wiederaufgenommen werden. Beim Geschlechtsverkehr ist allerdings zu beachten, dass der Mann nicht sofort nach dem Eingriff unfruchtbar ist! Noch eine Zeit lang können in den Samenleitern verbliebene, befruchtungsfähige Spermien ausgestoßen werden. Daher unbedingt so lange verhüten, bis sich keine Samenfäden im Ejakulat mehr nachweisen lassen bzw. unbewegliche Samenzellen eine bestimmte Zahl nicht überschreiten. Dies ist in der Regel nach 8-12 Wochen der Fall, wie Dr. Dorfinger erläutert.

Angst unbegründet, dennoch gut überlegen
Eine Furcht vor Beeinträchtigung des Sexuallebens ist vollkommen unbegründet: Hormonproduktion in den Hoden, Potenz und sexuelle Lust werden durch eine Vasektomie nicht beeinträchtigt. Die Menge des Ejakulats nimmt ein wenig ab, „da durch das Abklemmen der Druck im Hoden steigt, wodurch die Produktion etwas zurückgefahren wird“, so Dr. Dorfinger. Das Immunsystem baut schließlich die weiterhin erzeugten Spermien nach dem Übertritt in den nun verschlossenen Samenleiter ab. Bereut ein Mann seine Entscheidung im Nachhinein, lassen sich durchtrennte Samenleiter chirurgisch wieder miteinander verbinden. „Die Erfolgsquote dabei liegt zwar bei fast 90%, der Eingriff ist jedoch aufwändiger und eine Kostenfrage. Daher gilt, dass eine Vasektomie nur nach umfangreicher Information und eingehender Überlegung durchgeführt werden sollte“, empfiehlt Dr. Dorfinger. Die Möglichkeit von Veränderungen der Lebensumstände, die zu erneutem Kinderwunsch führen (Scheidung, frische Partnerschaft) sollte ebenfalls bedacht werden.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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