31.08.2019 16:51 |

Unfassbares im Prater

Megastars testen Strecke für historischen Marathon

Unfassbar! Einfach unfassbar, was sich bereits sechs Wochen vor dem Versuch von Weltrekordler Eliud Kipchoge, als Erster einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen, auf der Prater Hauptallee abspielt. 23 Tempomacher aus aller Welt, darunter absolute Superstars, testen an diesem Wochenende die Strecke und üben die Wechsel. Schon 250 Personen sind bei diesem Test involviert.

Ein Lokalaugenschein von krone.at offenbarte, welch sagenhaftes Unternehmen diese INEOS 1:59 Challenge ist. Riesenteams von INEOS, einem englischen Unternehmen, Experten vom London Marathon, von Global Sports Communication, dem in Holland ansässigen Kipchoge-Management, TV-Teams, Wissenschaftler und natürlich die Führungsspitze des Vienna City Marathons organisieren die Tests für den historischen Marathon im Oktober.

23 Tempomacher im Einsatz
Wie gesagt, allein 23 Tempomacher aus aller Welt, viele natürlich aus Kenia, testen diesen Samstag und Sonntag die Strecke, die auf der Reichsbrücke gestartet wird und dann zwischen Praterstern und Lusthaus auf der Hauptallee hin und her führt. Ziel ist dann auf Höhe Stadionbad-Parkplatz, wo gestern schon der mächtige Zielbogen aufgebaut war. Die Uhr zeigte die Traumzeit von 1:59:59,9 Stunden an.

Unter den Tempomachern waren beispielsweise schon Bernard Lagat, fünfmaliger Weltmeister und zweimaliger Olympia-Medaillengewinner, oder Augustine Choge, zweimaliger WM-Medaillengewinner und langjähriger Kipchoge-Freund, dabei. Nur absolute Weltklasseläufer können den geforderten Kilometerschnitt von 2:50 bis 2:51 Minuten laufen. Wer genau im Oktober läuft, wird noch bestimmt. Die Tempomacher werden sich bei dem für den 12. Oktober geplanten Rennen abwechseln, wie häufig wird noch im Detail ausgeklügelt, sie versuchen, Kipchoge zu einer Zeit von unter zwei Stunden zu ziehen. Lagat war schon dabei, als Kipchoge bei seinem ersten Versuch in Monza 2017 in 2:00:25 die Traumzeit hauchdünn verpasst hatte. Alle sind jetzt überzeugt, dass Kipchoge in Wien Geschichte schreibt!

Formation und Wechseln geübt
Jeweils fünf Läufer werden für ihn gleichzeitig das Tempo machen, dafür wurde schon die Formation geübt, wie sie den Weltrekordler „ziehen“ sollen. Wo die „Hasen“ genau laufen sollen, zeigt ihnen ein grüner Laserstrahl an, der von einem voranfahrenden Auto auf die Hauptallee geworfen wird. Der Strahl ist natürlich auf die geplante Zeit unter zwei Stunden ausgerichtet. Es könnte sein (aber das wird noch alles besprochen), dass sich die Farbe des Laserstrahls auf Rot ändert, wenn das Tempo zu langsam werden sollte. Immer wieder wurde Samstag bereits geübt, wie sich die Tempomacher abwechseln, wie sie während des Rennens ein- und aussteigen.

„Wie die Mondlandung“
Dieses Abwechseln widerspricht den Regeln des Weltverbandes, womit die Zeit von Kipchoge nicht als offizieller Weltrekord anerkannt werden kann. Ganz egal, es wäre in jedem Fall ein Rennen in die Geschichtsbücher! „Laufe ich unter zwei Stunden, ist dies wie die Mondlandung“, sagt Kipchoge.

Wetterstationen im Prater untersuchen schon seit Wochen das Wetter auf der Hauptallee, registrieren Wind und Wetter. „10 bis 13 Grad wären für den Lauf ideal“, sagt Jos Hermens, Chef von Global Sports Communication. Sollte das Wetter am 12. Oktober schlecht sein, bleibt für die 1:59 Challenge noch ein Zeitfenster vom 13. bis 20. Oktober. Der Vienna City Marathon (mit Renndirektor Wolfgang Konrad, Organisator Gerhard Wehr und Pressechef Andreas Maier an der Spitze) ist Ausrichter dieser Veranstaltung.

Olaf Brockmann

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