23.08.2019 06:01 |

Sodbrennen

So wird Reflux erkannt und therapiert

Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung, also allein in Österreich 2,4 bis 3 Millionen Menschen, sind von der Refluxkrankheit betroffen. Rechtzeitige Diagnose und Behandlung helfen, ernsthafte Erkrankungen vorzubeugen.

Die Ursache stellt eine angeborene oder durch ungesunden Lebensstil erworbene Schwäche des Anti-Reflux-Ventils im Ausgang der Speiseröhre dar. Die Folge: vermehrter Rückfluss von saurem Mageninhalt in Speiseröhre, Hals, Mund, bis hinunter in die Lunge. „Typische Refluxsymptome sind Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Brennen im Hals, Husten, Stimmstörungen, trockener Mund. Im fortgeschrittenen Stadium mit vergrößerter Lücke im Zwerchfell leidet man unter quälendem Sodbrennen und Rückfluss von Magensäure bis in den Hals. Diese Beschwerden vergehen beim Essen meistens, um anschließend gleich wieder aufzutreten“, erklärt Doz. Dr. Martin Riegler, Facharzt für Chirurgie und Spezialist für Reflux in Wien.

Unbehandelt steigt Risiko für Krebs
Reflux entzündet die Speiseröhre. Unbehandelt können in 20-30 Prozent der Fälle in der geschädigten Speiseröhre Krebsvorstufen entstehen: Man spricht vom Barrett Syndrom oder Barrett Ösophagus. Betroffene haben ein 0,5 Prozent erhöhtes jährliches Krebsrisiko. Einer von 10 Patienten kann in 20 Jahren also einen Tumor an der Speiseröhre bekommen. Somit ist eine Abklärung unerlässlich. Ein ausführliches ärztliches Gespräch, eine „sanfte“ Gastroskopie (im Dämmerschlaf) und die Druck-und-Reflux-Messung (pH Metrie) zeigen, ob ein Zwerchfellbruch vorliegt, Krebsrisiko besteht und welche Therapie zu empfehlen wäre. Prinzipiell gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten:

  • Lifestyle-Änderungen (weniger Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin) verringern die Beschwerden, indem das Anti-Reflux-Ventil weniger belastet wird.
  • Die übliche medikamentöse Therapie wirkt im Magen, was das Problem an sich aber nicht verhindert. Es wird nur nicht so stark wahrgenommen.
  • Eine ganz neue Art der Behandlung bietet eine gelartige, gewebeschonende Lösung, die man nach dem Essen trinkt. Das lindert die Probleme und fördert das Abklingen der Entzündung. Allerdings wird die Schwäche des Ventils durch eine medikamentöse Therapie nicht behoben. Die Anti-Reflux-Operation - heute nur mehr laparoskopisch mittels Knopflochchirurgie durchgeführt - korrigiert hingegen die Ursache der Erkrankung. Sie dichtet den Ausgang der Speiseröhre wieder ab und beseitigt den Zwerchfellbruch. In 80-90 Prozent der Fälle sind damit die Beschwerden langfristig gebannt.

Bei Barrett Ösophagus empfiehlt sich die Radiofrequenzablation (RFA): Im Rahmen einer Gastroskopie wird das krebsgefährliche Gewebe in der Speiseröhre verschorft und damit Krebs in über 90 Prozent der Fälle verhindert.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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