Do, 20. Juni 2019
27.05.2019 13:38

Kern länger im Amt

Kein Kanzler diente bisher kürzer als Kurz

Wer hätte das gedacht: Durch den Misstrauensantrag, der der ÖVP-Übergangsregierung am Montag den Garaus macht, wird Sebastian Kurz zum am kürzesten dienenden Kanzler der Republik Österreich. Er hielt sich exakt 525 Tage, womit er sogar den bisherigen Rekordhalter, Christian Kern von der SPÖ, ablöst. Der häufig als Kurzzeitkanzler verspottete Kern war immerhin 580 Tage im Amt. Außerdem werden die fünf Übergangsminister der ÖVP nach knapp einer Woche zu jenen Ministern der Zweiten Republik, die mit Abstand am kürzesten amtierten.

Wenn das Parlament am Montagnachmittag - nur einen Tag nach dem ÖVP-Triumph bei der Europawahl - wie angekündigt das Kabinett Kurz mit einem Misstrauensvotum beendet, steht fest, dass der ÖVP-Politiker als bisher am kürzesten dienenden Bundeskanzler in die Geschichtsbücher eingehen wird. Mit der Neuwahl im September könnte sich dies allerdings bald wieder ändern. Mit den 525 Tagen, die seit Kurz‘ Angelobung ins Land gezogen sind, unterbot er seinen Vorgänger Christian Kern sogar um 55 Tage. Um Kerns Marke zu erreichen, müsste Kurz noch bis Ende Juli Kanzler bleiben.

Auch Übergangsminister knacken Rekord
Auch die vier Übergangsminister, die vergangenen Mittwoch den Platz der zurückgetretenen FPÖ-Regierungsmitglieder einnahmen - Ex-OGH-Präsident Eckart Ratz (Innenministerium), Ex-Sektionschef Walter Pöltner (Sozialressort), Offizier Johann Luif (Landesverteidigung) und Valerie Hackl, Ex-Chefin der Flugsicherung „Austro Control“ (Infrastruktur) - werden damit zu neuen Rekordhaltern. Inklusive Montag würde sich ihre Amtszeit auf fünf Tage beschränken.

Ein paar Tage könnten noch dazukommen
Ein paar Tage könnten freilich noch dazukommen, sollte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die abberufenen Minister vorübergehend mit der Fortführung der Geschäfte betrauen. Aber auch in diesem Fall würden sie den bisherigen Träger des Titels „am kürzesten dienender Minister“ ablösen, denn diesen Rekord hielt bisher der frühere FPÖ-Justizminister Michael Krüger, der sich im Februar 2000 schon nach 25 Tagen aus gesundheitlichen Gründen verabschiedete.

Video aus dem Archiv: Strache und Gudenus tappten in die Falle

Schwere politische Turbulenzen wegen Ibiza-Affäre
Die türkis-blaue Regierung war zuvor an der Ibiza-Affäre zerbrochen, in der sich Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus in einem heimlich aufgenommenen Video um Kopf und Kragen redeten (siehe Video oben). Die beiden FPÖ-Politiker traten daraufhin zurück, Sebastian Kurz rief Neuwahlen aus, die im September stattfinden werden.

Georg Horner
Georg Horner

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