08.05.2019 07:57 |

Lokal statt Cloud

Googles Assistant läuft künftig direkt am Handy

Google ist ein Durchbruch bei der Entwicklung seines Sprachassistenten gelungen: Der Google Assistant kann jetzt lokal auf dem Smartphone laufen, statt zur Spracherkennung Aufnahmen ins Netz zu schicken. Das werde die Software bis zu zehn Mal schneller machen, berichtete der Internetkonzern zum Auftakt seiner Entwicklerkonferenz Google I/O am Dienstag. Die Funktion werde im Herbst mit neuen Smartphones der Google-Marke „Pixel“ eingeführt, sagte der zuständige Manager Scott Huffman. 

Google geht damit in Führung im Wettbewerb der Assistenzsoftware mit Amazon und Apple. Deren Sprachassistenten Alexa und Siri brauchen die Verbindung zum Internet. Um die neue lokale Funktionsweise umzusetzen, sei die nötige Softwarebasis von 100 Gigabyte auf 500 Megabyte geschrumpft worden, erklärte Google-Chef Sundar Pichai. Insgesamt arbeite die Software zum maschinellen Lernen bei Google verstärkt direkt auf den Geräten der Nutzer, statt Rohdaten dafür auf Server des Konzerns zu schicken.

Günstigeres Pixel 3a vorgestellt
Als ein neues Gerät stellte Google das Smartphone Pixel 3a vor. Das Mobiltelefon ist eine etwas abgespeckte Version des aktuellen Pixel 3, die Google zu einem Preis von 399 Euro auf den Markt bringt. Ein etwas größeres Modell Pixel 3a XL kostet 479 Euro. Damit spielt der Internetkonzern erstmals im mittleren Preissegment mit, in dem vor allem chinesische Anbieter sehr stark sind. Das Pixel 3a soll mit neuen Funktionen wie AR-Navigation punkten, bei der Richtungspfeile im Kamerabild auf dem Display in die reale Umgebung eingeblendet werden.

Google-Chef verspricht mehr Kontrolle über Privatsphäre
Pichai betonte, dass Google den Nutzern bessere Möglichkeiten zur Kontrolle über ihre Privatsphäre geben wolle. So solle die automatische Löschung älterer von Google gesammelter Nutzer-Informationen mit der Zeit auf mehr Datenkategorien ausgeweitet werden. Zunächst lässt Google Daten zur Web- und App-Nutzung mit einem Verfallsdatum von drei oder 18 Monaten versehen. Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz in einem Freilicht-Amphitheater in der Nähe der Firmen-Zentrale in Mountain View ließen Google-Kritiker ein Flugzeug mit einem Protest-Banner über der Veranstaltung kreisen. Darauf stand: „Kontrolle durch Google ist nicht Privatsphäre“ zusammen mit dem Hashtag „Rettet lokale Nachrichten“.

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