Mo, 18. März 2019
15.03.2019 16:40

WhatsApp-Kinderschreck

Mädchen nahm Tabletten: Neue Warnung vor „Momo“!

Neuer Wirbel um Horrorfratze „Momo“: Die Münchner Polizei warnt vor WhatsApp-Kettenbriefen an Kinder, die diese nachhaltig verstören und sogar zur Selbstverletzung treiben können. So soll kürzlich eine 13-Jährige in München dermaßen in Angst versetzt worden sein, dass sie schließlich Tabletten nahm und fast starb. Dabei ist Momo nichts weiter als ein schlechter Internetscherz …

„Hallo ich bin Momo und bin vor drei Jahren verstorben, ich wurde von einem Auto angefahren. Wenn du nicht möchtest, dass ich heute Abend um 00.00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim Schlafen zusehen, dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter!“ Diese und ähnliche Botschaften sind in Kettenbriefen mit der Horrorfratze enthalten, die sich derzeit auch im deutschsprachigen Raum wieder mit wachsender Intensität verbreiten.

13-Jährige soll Tabletten geschluckt haben
Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ hatte der Kettenbrief in München schon dramatische Folgen. Eine 13-Jährige soll ihn erhalten haben, wurde tief verstört und hat sich binnen weniger Tage vollständig verändert. Am Ende soll die 13-Jährige Tabletten genommen haben. Die Eltern fanden das Mädchen glücklicherweise rechtzeitig und brachten es in ein Krankenhaus. Das Opfer überlebte den Psychoterror.

Die München Polizei hat wenig später eine Warnung vor dem WhatsApp-Kettenbrief, der eigentlich schon seit Jahren herumgeistert, jüngst aber wieder stärkere Verbreitung fand, veröffentlicht. Bei der Momo-Challenge „wird auf die Betroffenen, meist über einen längeren Zeitraum hinweg, ein psychischer Druck aufgebaut, der zu gefährlichen Situationen führen kann, beziehungsweise durch den Urheber für kriminelle Aktivitäten genutzt werden kann“, warnt die Polizei. Die Verbreitung des Kettenbriefs stelle eine Straftat dar und werde als Nötigung verfolgt.

Achten Sie auf Warnsignale!
Erziehungsberechtigten empfiehlt die Polizei, auf Warnsignale ihrer Sprösslinge zu achten. Wenn diese mit Angehörigen über ungewöhnliche Nachrichten auf ihren Handys sprechen, sollte man das ernst nehmen. Nachrichten von unbekannten Nummern solle man blockieren und die Kettenbriefe keinesfalls weiterschicken, so die Empfehlung. Falls solche Nachrichten Links enthalten oder zur Preisgabe persönlicher Daten auffordern, sollte man keinesfalls klicken oder diesen Aufforderungen nachkommen.

Prinzipiell handelt es sich bei der Momo-Challenge um einen schon seit Jahren kursierenden schlechten Scherz im Internet. Zuletzt gab es auch - vom Betreiber Google dementierte - Meldungen über YouTube-Videos, in denen plötzlich Momo auftaucht. Die Horrorpuppe stammt aus einer japanischen Special-Effects-Werkstätte und hat sich mit der Zeit zu einem populären Horror-Hoax entwickelt. Die Drohungen in WhatsApp-Kettenbriefen entbehren dabei jeder realen Grundlage. Der Künstler, der die Fratze erschaffen hat, hat jüngst bekanntgegeben, er habe die Puppe zerstört, nachdem ihm klar wurde, dass sie zum Kinderschreck im Internet geworden war.

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