16.02.2019 08:37 |

„Kickl-Effekt“

Umfrage: FPÖ legt stark zu - auf Kosten der ÖVP

Würde am Sonntag gewählt werden, so wäre die ÖVP mit 32 Prozent der Stimmen weiterhin klar auf Platz eins - doch der Koalitionspartner schläft nicht. Ganze vier Prozentpunkte konnte die FPÖ zulegen und liegt nun bei 25 Prozent. Polit-Beobachter sehen gegenüber der „Krone“ einen Grund dafür in der Polarisierung durch Innenminister Herbert Kickl. Dieser bringt mit seinem Asylkurs den Freiheitlichen ihre Kernwähler zurück, die davor bei der ÖVP gelandet waren.

Die ÖVP behauptet zwar weiterhin ihre Führungsposition, verlor allerdings im Vergleich zum Jänner drei Prozentpunkte, wie die von Unique research für das „profil“ durchgeführte Umfrage zeigt. Die SPÖ verliert einen Prozentpunkt, erreicht 26 Prozent und bleibt damit hauchdünn vor der FPÖ. Noch im Oktober waren die Freiheitlichen gleichauf mit den Sozialdemokraten gelegen. Die NEOS liegen bei acht Prozent, die Grünen bei sechs, die Liste Jetzt kommt gerade einmal auf ein Prozent.

Kurz verliert in Kanzlerfrage
In der Kanzlerfrage büßt ÖVP-Chef Sebastian Kurz im Vergleich zum Jänner vier Prozentpunkte ein und liegt bei 35 Prozent. Dennoch bleibt er deutlich in Führung. SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner käme unverändert auf 16 Prozent, könnten die Österreicher den Regierungschef direkt wählen. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache liegt bei 14 Prozent, NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger bei vier.

„Kickl-Effekt“ bringt Kernwähler zurück
Dass die FPÖ so stark zulegen konnte, sehen Experten besonders in der „Rückeroberung“ des - bislang stark von der ÖVP besetzten - Asylthemas. Innenminister Kickl polarisiert mit seinem politischen Kurs, kann damit allerdings auch die Kernwähler der Freiheitlichen zurückholen. Vizekanzler Strache stärkt Kickl den Rücken, mit Themen abseits der Integrationsdebatte hält man sich eher zurück.

In der Auseinandersetzung zwischen ORF und FPÖ stimmt eine Mehrheit der Befragten übrigens den Freiheitlichen zu. So geben 45 Prozent an, die FPÖ habe recht mit ihrer Kritik, der ORF würde nicht neutral und objektiv berichten. 43 Prozent halten die freiheitliche Kritik für ungerechtfertigt. Der Rest machte keine Angaben.

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