29.08.2018 10:12 |

Prozess in Innsbruck

Junges Drogenpärchen muss mehrere Jahre in Häf‘n

Der Fall würde genügend Stoff für einen TV-Krimi bieten! Mit einem selbst ernannten Mafia-Boss (42) saß ein Drogenpärchen im Juli in Innsbruck vor den Geschworenen. Der Prozess wurde vertagt und nun ohne den 42-Jährigen (die Vorwürfe gegen ihn wurden ausgeschieden) vor einem Schöffensenat fortgesetzt. Wegen Dealereien hagelte es mehrere Jahre Haft.

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Der Ernst der Lage war dem zuletzt in Wattens lebenden Italiener (23) und seiner deutschen Freundin (22) offenbar nicht ganz bewusst. Es wurde gescherzt, gelacht und sogar Händchen gehalten. Die Stimmung im Verhandlungssaal 112 am Innsbrucker Landesgericht war Dienstag Vormittag alles andere als angespannt. Kein Vergleich zum Schwurgerichtsprozess vor eineinhalb Monaten, wo der angebliche Mafia-Boss mit zurückgegelten Haaren und finsterer Miene zumindest Einblicke in eine kleine, kalabresische Drogenbande gewährte.

Suchtgift aus Italien
Der 23-Jährige räumte wie schon vor den Geschworenen ein, dass seine Wohnung zwar als Drogenumschlagplatz diente, er damit aber meist nur Suchtgift zum Eigenkonsum lukrierte. „Es waren insgesamt sicher auch keine 40 Kilo Cannabis, die wie angeklagt aus Italien geliefert und nach Deutschland weitergeschleust wurden“, gab der in Tirol lebende Italiener zu Protokoll. „Aber 28 Kilo werden es schon gewesen sein, fünf Kilo davon haben ich und meine Lebensgefährtin selbst konsumiert.“ Und welchen Beitrag zu den Dealereien hat die 22-Jährige geleistet? „Ihre einzige Schuld war, mich zu lieben“, säuselte ihr Freund mehr als herzzerreißend. Immerhin habe sie aber einmal einen Rucksack mit einem Kilo Cannabis einem Verbindungsmann von Wattens nach Innsbruck gebracht und zwei, drei Mal einer Abnehmerin vorbereitete Päckchen vor der Wohnung übergeben. „Weil er mich darum gebeten hat“, meinte die Angeklagte.

Schock nach Urteilen
Nicht mehr zum Lachen zumute war dem Pärchen, als Richterin Offer die noch nicht rechtskräftigen Urteile verkündete. Der Italiener muss sechs Jahre hinter Gitter, seine Freundin immerhin zweieinhalb Jahre. Während die Verteidigerin des 23-Jährigen keine Erklärung abgab, meldete der Anwalt der Deutschen sofort Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde an. Er hatte in seinem Schlussplädoyer sogar noch eine Diversion vorgeschlagen.

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