Mo, 24. September 2018

Teure Entsorgung

24.08.2018 19:00

Feuchttücher verstopfen das steirische Kanalsystem

1200 Lkw-Fuhren an nicht biologisch abbaubaren Materialen werden jährlich in der Steiermark in den Toiletten entsorgt, rechnet die Gemeinschaft Steirischer Abwasserentsorger (GSA) vor. Einen erheblichen Anteil dieser „Fehlwürfe“ machen Feuchttücher aus Kunstfasern aus. Sie verlegen Pump- und Kläranlagen.

Die meisten handelsüblichen Feucht- und Hygienetücher sind besonders reißfest und nicht biologisch abbaubar, weshalb sie Verstopfungen in Pumpwerken und Betriebsstörungen in Kläranlagen auslösen. Je höher der Kunstfaser-Anteil ist, desto mehr Probleme machen die Tücher im Abwassersystem.

3,6 Millionen Euro Schaden alleine in der Steiermark
„Normales Toilettenpapier ist - im Gegensatz zu diversen Feuchttüchern - in den meisten Fällen aus Zellulosefasern hergestellt und daher unproblematisch“, erklärt GSA-Obmann Franz Hammer. Der Absatz von Feuchttüchern steigt in Europa jährlich. Die Kosten für die Entsorgung belaufen sich alleine in der Steiermark bereits jetzt auf bis zu 3,6 Millionen Euro pro Jahr und werden wiederum von jedem Steirer über die Kanalbenützungs-Gebühren mitgetragen.

Die GSA hat zur Problematik eine umfassende Studie an der Montanuniversität Leoben in Auftrag gegeben und plant ein schrittweises Maßnahmenpaket. Ziel sei in erster Linie die Sensibilisierung der Konsumenten, eine mittelfristige Verringerung und genauere Kennzeichnung von Feuchttüchern sowie ein gesetzliches Verbot von nicht biologisch abbaubaren Kunstfaser-Tüchern.

Cornelia Knabl, Kronen Zeitung

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