So, 21. Oktober 2018

Sky-Dominanz

28.07.2018 19:40

Waliser Geraint Thomas vor historischem Tour-Sieg

Geraint Thomas hat sich auch im letzten Härtetest der 105. Tour de France keine Blöße gegeben. Der 32-Jährige schlug sich am Samstag im 31-km-Einzelzeitfahren der 20. Etappe im Baskenland nach Espelette als Dritter bravourös und wird sich nach den letzten 116 Kilometern am Sonntag in Paris mit 1:51 Minuten Vorsprung auf Tom Dumoulin (Niederlande) als Gesamtsieger feiern lassen. 

„Es ist unglaublich. Jetzt lasse ich die Emotionen zu, ich versuche nicht zu weinen“, erklärte Thomas, der als Spitzenreiter am letzten Tag traditionell nicht mehr angegriffen wird. „Ich habe nie daran gedacht und habe immer Tag für Tag geschaut. Die Tour de France zu gewinnen - ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Weltmeister Dumoulin feierte in der Prüfung gegen die Uhr mit einer Sekunde Vorsprung auf Christopher Froome seinen insgesamt dritten Etappensieg bei der Tour.

„Noch einen Etappensieg und auf dem Podest der Tour, ich kann es kaum glauben“, sagte Dumoulin. Er war heuer auch schon im Giro d‘Italia Zweiter (hinter Froome). Der vierfache Toursieger Froome wurde von Thomas abgelöst, er holte sich am Samstag immerhin den am Vortag an den Slowenen Primoz Roglic verlorenen dritten Gesamtrang zurück. Thomas wird den sechsten Gesamtsieg des Teams Sky im bedeutendsten Radrennen der Welt in den vergangenen sieben Jahren sicherstellen.

Der Waliser hatte nach dem 11. Abschnitt die Führung übernommen, nachdem er sich schon zuvor als Nummer 1 im Team Sky etabliert hatte. Froome hatte schon am ersten Tag durch einen Sturz 51 Sekunden eingebüßt und zeigte im Gegensatz zu Thomas, der zwei Alpenetappen gewann, auch auf einigen Bergabschnitten Schwächen. Er hat 2:24 Minuten Rückstand auf seinen Teamkollegen. Roglic, ein starker Zeitfahrer, musste am Samstag den Anstrengungen bei seinem Etappensieg am Vortag Tribut zollen und liegt nach dem achten Rang fast eine Minute hinter Froome auf dem vierten Rang.

Österreicher stark
Die drei Österreicher werden alle das Ziel in Paris erreichen, sie haben ihre Helferaufgaben bestens erfüllt. Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger (beide Team Bora) dürfen sich über (bis Samstag) drei Etappensiege von Peter Sagan und den sechsten Gewinn des Grünen Punktetrikots durch den Slowaken freuen, Michael Gogl unterstützte im Team Trek Bauke Mollema und hatte auch seinen Anteil am Sieg von John Degenkolb (GER) auf der Etappe nach Roubaix. Mühlberger schlug sich im Zeitfahren als 42. aus dem Trio am besten.

Der 24-Jährige absolvierte nach Vuelta und Giro erstmals auch die Tour und war nach seiner bereits dritten dreiwöchigen Rundfahrt glücklich. „Ich bin super zufrieden“, meinte der Profi des Bora-Teams gegenüber der APA. Er sei stolz nach drei Wochen noch so gute Beine zu haben, betonte der Niederösterreicher. „Im Zeitfahren hatte ich einen richtig guten Rhythmus, ohne voll aus mir herauszugehen. Ich hätte eine richtig gute Zeit fahren können.“ Seine Topform will er bei weiteren Rennen im August nützen, wenn er auch vermehrt eigene Chancen wahrnehmen darf.

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