Chronische Schmerzen

Endlich wieder erholsam schlafen

Gesund
27.07.2018 06:00

Schmerzen stören die Nachruhe, Schlaflosigkeit verstärkt wiederum die Beschwerden. Eine Fehlsteuerung im Gehirn löst diesen Teufelskreis aus - durchbrechen Sie ihn!

Da Schmerzen bekanntlich ein Alarmsignal des Körpers sind, wecken sie uns auf, um vor weiterer Schädigung zu bewahren. In akuten Situationen natürlich sinnvoll. Wer jedoch immer wieder an Beschwerden leidet bzw. diese bereits chronisch sind, kann in vielen Fällen nicht durchschlafen. „Betroffene weisen oft eine gestörte ,Schlafarchitektur‘ auf, die von häufigem Phasenwechsel zwischen tiefem und oberflächlichem Schlaf gekennzeichnet ist“, erklärt Prim. Assoc. Prof. PD Dr. Martin Aigner, Abteilung für Erwachsenenpsychiatrie, Universitätsklinikum Tulln (NÖ), Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften.

Schmerz lässt oft nicht schlafen, Schlaflosigkeit verstärkt wiederum Beschwerden. (Bild: Agence DER/stock.adobe.com)
Schmerz lässt oft nicht schlafen, Schlaflosigkeit verstärkt wiederum Beschwerden.

Chronische Pein stört diese Abläufe, was die nächtliche Regeneration schwer beeinträchtigen kann. In tiefen Schlafphasen erholt sich der Organismus am besten, und auch die Heilungsprozesse werden dann angeregt. Fallen diese Stadien weg oder werden sie ständig unterbrochen, schwächt das den Körper, und die Schmerzempfindlichkeit steigt. Schließlich entsteht ein regelrechter Teufelskreis: Wer Schmerzen hat, schläft schlecht, wer schlecht schläft, bekommt Schmerzen. Kommt der Organismus also nachts nicht zur Ruhe, können Körper und Psyche aus dem Gleichgewicht geraten. Auch Begleiterscheinungen der Schmerzerkrankung wie Depressionen und Ängste werden stärker empfunden.

Natürlich sollten die Beschwerden therapiert werden, aber ebenso wichtig ist Schlafhygiene! Deshalb gilt bei chronischen Schmerzpatienten guter Schlaf als ein wichtiges Therapieziel. Dazu gehört unter anderem, am Morgen zur gleichen Zeit aufzustehen und nicht bis in den Vormittag hinein zu schlafen. Auch wenn sich Tagesmüdigkeit einstellt: Auf ein Schläfchen am späten Nachmittag verzichten, weil dadurch Einschlafprobleme am Abend entstehen können.

Prof. Aigner gibt folgende weitere Tipps für erholsame Nachtruhe:

  • Rechtzeitig ins Bett gehen, damit der individuelle Schlafbedarf (zwischen 6 und 10 Stunden) gedeckt wird.
  • Achten Sie darauf, bequem zu liegen (ev. Matratze erneuern).
  • Die Temperatur im Schlafzimmer sollte nicht zu warm und nicht zu kalt sein.
  • Gedämpftes Licht bereitet auf die Nachtruhe vor. Störende Beleuchtung von außen durch Jalousien, dichte Vorhänge oder Rollläden vermeiden.
  • Am Abend keine schweren Mahlzeiten essen und auf anregende Getränke wie Kaffee, Cola, Alkohol sowie Zigaretten verzichten!
  • Nehmen Sie Stress nicht mit ins Bett! Den Abend möglichst ruhig und mit positiven Gedanken ausklingen lassen.
  • Zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen nicht mehr körperlich anstrengen.
  • Entspannungsrituale bereiten ideal auf das Zubettgehen vor. Eine Tasse Tee genießen, ein warmes Bad nehmen, Musik hören, Lesen und Ähnliches.
Rituale vor dem Zubettgehen wie eine Schale Tee genießen oder ein Bad zu nehmen fördern die Nachtruhe. (Bild: Jenny Sturm/stock.adobe.com)
Rituale vor dem Zubettgehen wie eine Schale Tee genießen oder ein Bad zu nehmen fördern die Nachtruhe.
Rituale vor dem Zubettgehen wie eine Schale Tee genießen oder ein Bad zu nehmen fördern die Nachtruhe. (Bild: Ariwasabi/stock.adobe.com)
Rituale vor dem Zubettgehen wie eine Schale Tee genießen oder ein Bad zu nehmen fördern die Nachtruhe.

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Es ist von großer Bedeutung, dass Schmerzen nicht still erduldet, sondern rasch und effektiv behandelt werden. Auch wenn eine vollständige Beseitigung nicht immer möglich ist, lassen sich die Beschwerden meist deutlich lindern. Das bedeutet mehr Lebensqualität für die Betroffenen. Der aktuelle Ratgeber „Schmerzen und Bewegungsapparat verstehen“ liefert wissenswerte Informationen und hilfreiche Tipps für die medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlung verschiedener Schmerzformen. Darunter u. a. Rücken-, Gelenk- und Kopfschmerzen sowie postoperative Leiden und Tumorbeschwerden. Wie in der Buchreihe „Gesundheit verstehen“ üblich, wurden alle Beiträge gemeinsam mit Experten erstellt.

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Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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