Fr, 19. Oktober 2018

Marokko bezwungen

20.06.2018 15:53

Ronaldo köpfelt Portugal mit Tor-Rekord zum Sieg

Zwei Spiele, vier Tore! Nach seinem Triplepack beim 3:3 gegen Spanien zum WM-Auftakt hat Real-Madrid-Superstar Cristiano Ronaldo Portugal zum Sieg geköpfelt. Im zweiten Gruppenspiel gegen Marokko in Moskau gab es dank eines frühen Treffers des Ausnahmekönners einen knappen und äußerst glücklichen 1:0-Erfolg. Portugal hat nun vier Punkte auf dem Konto, Marokko (0 Punkte) ist bereits fix draußen.

Ronaldo belegt in der Liste der besten Länderspieltorschützen aller Zeiten jetzt alleine den zweiten Platz. 85 Treffer für Portugal hat der Weltstar mittlerweile auf dem Konto - eines mehr als Ungarn-Legende Ferenc Puskas. Damit ist der 33-Jährige nun Europas Rekordhalter. An der Spitzer liegt der Iraner Ali Daei mit 109 Toren.

Portugal hatte die Startelf im Vergleich zum Match gegen Spanien (3:3) nur auf einer Position verändert. Joao Mario ersetzte im Team von Trainer Fernando Santos den um zwei Jahre jüngeren Bruno Fernandes im Mittelfeld. Marokkos Coach Herve Renard stellte seine Anfangsformation, in der nur ein Spieler gebürtiger Marokkaner war, auf drei Positionen um. Noureddine Amrabat spielte trotz einer im Spiel gegen den Iran erlittenen Gehirnerschütterung von Beginn an.

Früher Treffer bringt Portugal auf Siegerstraße
Wie schon in der ersten Partie gingen die Portugiesen in der vierten Minute in Führung. Ronaldo köpfelte einen zuvor kurz abgespielten Eckball wuchtig ein und erzielte damit bereits sein viertes Tor bei dieser Endrunde. Auf den Landesrekord an WM-Treffern von Eusebio (9 Tore) fehlen Ronaldo damit nur noch zwei Torerfolge. Nur fünf Minuten nach der Führung strich ein Schuss des portugiesischen Aushängeschildes hauchdünn am linken Eck vorbei.

Marokko konnte den historischen Sieg gegen Portugal von der WM 1986 nicht wiederholen. Die Nordafrikaner begannen vor den Augen von Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter zwar wie schon gegen den Iran stürmisch, mussten dem Gegner nach dem frühen Gegentreffer gezwungenermaßen auch mehr Räume eröffnen.

Eine gute Ausgleichschance fanden die Marokkaner in der elften Minute bei einem Kopfball vor, den Innenverteidiger Da Costa nicht im Tor unterbringen konnte. Auch im weiteren Spielverlauf konnte der beherzt kämpfende Außenseiter immer wieder vereinzelt Nadelstiche setzen, die Bemühungen blieben allerdings unbelohnt.

Ein aggressives und frühes Attackieren erwies sich als gute Taktik, die Portugiesen zu fordern. Der letzte Pass vor das Tor war bei den Marokkanern zu oft mangelhaft. Nicht unumstritten waren außerdem zwei grenzwertige Zweikämpfe im Strafraum der Portugiesen. Die Pfeife von US-Schiedsrichter Mark Geiger, der einige harte Aktionen durchgehen ließ, blieb jedoch stumm.

Patricio mit tollen Paraden
In der zweiten Hälfte hatte Ronaldo wieder die Gelegenheit zu einem frühen Treffer. Völlig unbedrängt kam der Goalgetter im Strafraum zum Schuss, der aber weit über das Tor ging (51.). Auf der anderen Seite verhinderte Schlussmann Rui Patricio mit einer überragenden Parade in der 57. Minute nach einer gefährlichen Chance von Younes Belhanda den Ausgleichstreffer. Drei Minuten später war es Marokkos Kapitän Mehdi Benatia, der eine Großchance ausließ.

In der Schlussphase versuchten die Marokkaner noch einmal, die Niederlage abzuwenden, konnten das WM-Aus jedoch nicht mehr verhindern. In der Nachspielzeit ging ein Schuss von Benatia nur über den Kasten. Ihr abschließendes Endrunden-Match am Montag gegen Spanien ist damit für die Afrikaner bedeutungslos.

krone Sport
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