Di, 25. September 2018

Erinnerungen

07.06.2018 08:31

10. Todestag: Darum ist Horst Skoff unvergessen

Selbst zehn Jahre nach seinem tragischen Tod ist Ausnahme-Typ Horst Skoff in Kärnten sehr präsent. Heuer würde Kärntens bester Tennisspieler, der Kapazunder wie Becker, Agassi und Sampras geschlagen hat, 50 werden…

Die Grabstätte am Kühnsdorfer Friedhof erinnert an das Leben des Ausnahme-Typen Horst Skoff: Ein großer glänzender Grabstein mit einem eingravierten Tennisschläger und dem Portrait des besten Kärntner Tennisspielers, der Kapazunder wie Boris Becker, Andre Agassi, Pete Sampras, Mats Wilander oder Thomas Muster geschlagen hat. Die opulente Grabstätte hebt sich von den anderen Gräbern ab, wie Skoff zu seiner Lebenszeit von der Gesellschaft: Ob im Sport oder privat - Horst Skoff war ein Lebemensch, der trotz seines Ruhms nie seine Wurzeln vergaß. Seine Heimat lag ihm immer am Herzen. Vor allem die Menschen dort waren für den Kühnsdorfer stets ein Zuhause.

Wenige Tage vor seinem bis heute mysteriösen Tod am 7. Juni 2008 in Hamburg besuchte er im Nachbarort Wasserhofen noch seinen Freund Arno Ruckhofer, mit dem er Pläne für seinen bevorstehenden 40er schmiedete. „Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, als Horsti bei mir auf der Couch saß und wir über seine Geburtstagsparty diskutierten. Es muss eine Feier werden, die es noch nie gegeben hat, sagte er zu mir. Als großen Auftakt sollte sogar ein Legenden-Tennisturnier stattfinden“, erzählt Ruckhofer, der wenige Tage später, nach Skoffs Tod, die schwere Rolle als Sprecher der Familie übernahm.

Mysteriöser Tod im Hamburger Hinterhof

Selbst zehn Jahre nach seinem Tod in Hamburg wird bei der Recherche deutlich, dass kaum ein Kriminalroman mehr Fragen aufwerfen kann, als das Ableben dieses österreichischen Tennisasses: Eine Spaltwunde in der Stirn, die Augen verschwollen, Lippen zerschlagen, der Körper dunkelblau - so wurde der Unterkärntner bewusstlos in den frühen Morgenstunden in einem Hamburger Hinterhof von der Rettung vorgefunden. Ein bis heute unbekannter Anrufer verständigte die Einsatzkräfte.

Dem Notarzt gelang es zwar noch, Skoff zu reanimieren, Stunden später starb er jedoch in der Hamburger Sankt Georg-Klinik an Herzversagen; „eines natürlichen Todes“, wie die Hamburger Polizei am nächsten Tag bekanntgab.

„Polizei wollte oder durfte nicht richtig ermitteln“
Skoffs Halbbruder Bernhard Boschitz flog damals sofort nach Hamburg: „Ich habe gedacht, ich höre nicht richtig, als ich die Stellungnahme der Polizei hörte“, sagt Boschitz: „Als ich damals mit den Ermittlern sprach, sagten sie zu mir, es wäre besser für mich, Hamburg so schnell wie möglich wieder zu verlassen: Sie haben keine Ahnung, auf was Sie sich hier einlassen.“ Dass Boschitz nur Stunden nach dieser Aussage übers Fernsehen erfuhr, dass sein Halbbruder eines natürlichen Todes gestorben sein soll, kann er bis heute nicht glauben. „Entweder wollte oder durfte die Polizei nicht richtig ermitteln. Wir haben danach sogar überlegt, einen Privatermittler einzuschalten, aber das holt Horsti auch nicht mehr zurück.“

„Horsti bleibt für uns alle unvergessen“
Auch heute ist Horst Skoff, der am 22. August 50 Jahre alt werden würde, nicht nur für seine Familie, sondern in seiner gesamten Heimat sehr präsent. Boschitz: „Unsere Mutter betet jeden Tag für Horsti und bricht dabei nach wie vor in Tränen aus. Er bleibt für uns alle unvergessen.“

Alex Schwab
Alex Schwab

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