Ganz Spanien lacht

"Real ist die Lachnummer des Jahrhunderts"

Fußball
28.10.2009 14:56
Die millionenschweren Fußballgötter von Real Madrid haben sich mit der völlig verdienten 0:4-Niederlage im Hinspiel des Cup-Sechzehntelfinales gegen den Drittligisten Alcorcon zum Gespött in ganz Spanien gemacht. "Die Lachnummer des Jahrhunderts", höhnte am Mittwoch etwa die Sportzeitung "As" und lästerte weiter: "Einige Real-Profis spielten so schlecht, dass sie in der Elf von Alcorco keinen Stammplatz hätten."

Das Konkurrenzblatt "Marca" forderte den Hinauswurf von Trainer Manuel Pellegrini: "Hau endlich ab!", titelte Spaniens meistgelesene Zeitung. "Der Chilene darf nicht eine Zehntelsekunde länger im Amt bleiben." Die Presse spekulierte, Valdano könnte im Falle einer Entlassung des Trainers dessen Amt mit übernehmen. Der Argentinier stellte jedoch klar: "Jetzt ist nicht die Zeit, über den Trainer zu sprechen." Für das sündteure Team war es die dritte Niederlage im fünften Pflichtspiel...

Alcorcon bleibt bescheiden
Das Überraschungsteam Alcorcon übte sich in Bescheidenheit. "Wir freuen uns über den Erfolg, aber für uns haben die Punktspiele Vorrang", sagte Trainer Juan Antonio Anquela. Seine Elf rangiert in der zweiten Staffel der dritten Liga auf dem sechsten Platz und träumt vom Aufstieg. Die Spieler verdienen durchschnittlich 3.000 Euro im Monat, 280-mal weniger als die Stars von Real.

Alcorcon überrollte am Dienstagabend die Madrilenen, die Cristiano Ronaldo, Kaka sowie einige weitere Schlüsselspieler schonten, regelrecht. "Das war eine Peinlichkeit, für die ich keine Erklärung habe", meinte der erschütterte Pellegrini. "Nach so einer Niederlage gibt es eigentlich nicht viel zu sagen", erklärte er: "Im Cup glaubt man manchmal, dass dein schwächerer Gegner leicht zu schlagen ist. Man nimmt ihn nicht ernst, bis man schließlich verloren hat."

Von wegen Rücktritt...
An einen Rücktritt denkt Pellegrini nicht. "Über einen Rücktritt habe ich noch nie nachgedacht. Und ich werde darüber auch nicht nachdenken." Reals Generaldirektor Jorge Valdano entschuldigte sich bei den Fans: "Ich weiß, wie sich die Real-Fans jetzt fühlen. Wir müssen dieses Spiel als Lektion für mehr Bescheidenheit ansehen, die als Anfangspunkt für einen Neustart hergenommen werden kann."

Alcorcon, das über ein Budget von 1,1 Millionen Euro verfügt, spielt in der gleichen Liga wie das Juniorenteam von Real Madrid und zwang Real-Goalie Jerzy Dudek von Anpfiff weg zu einigen Glanztaten. Zum ersten Mal geschlagen war der Pole aber bereits nach 16 Minuten, als der ehemalige Real-Madrid-Jugendspieler Borja Gomez genau ins linke Kreuzeck traf. Sechs Minuten später fabrizierte der spanische Teamverteidiger Alvaro Arbeloa ein Eigentor und noch vor der Pause stellte Ernesto Gomez auf 3:0 (40.).

Real-Präsident bei Blamage live vor Ort
Den Endstand markierte Borja bereits kurz nach dem Wechsel (52.), Reals Bemühungen auf den Ehrentreffer blieben trotz der Einwechslung von Ruud van Nistelrooy erfolglos. Der Niederländer traf nur die Stange. Das Cup-Rückspiel findet übrigens am 10. November statt.

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(Bild: KMM)



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