Mo, 15. Oktober 2018

Proteste halfen nichts

20.03.2018 08:00

Kahlschlag im Privat-Park

Wo man auch hinschaut: In der Stadt Salzburg werden derzeit Bäume abgeholzt, dass es für die Baufirmen eine Freude ist. Jetzt wurde der private Auzinger-Park an der Moosstraße geschlägert. Ein Bauträger errichtet zwei Häuser samt Tiefgarage.

Um 1,43 Millionen hat Heinz Auzinger im Juni 2016 1.115 seines Parks an den privaten Bauträger Planquadrat verkauft. Hier sollen laut Amtsbericht vom 3. Jänner 2017 zwei dreigeschoßige Bauten, ein Wohnhaus mit fünf Einheiten, sowie ein weiterer Bau mit einer zweigeschoßigen Arztpraxis und Tiefgarage entstehen.

Der Gemeinderat nickte den Plan ohne Wenn und Aber ab und befand noch: „Der parkähnliche Charakter kann erhalten bleiben, weil der rückwärtige und ruhige Grünraum von einer Verbauung frei bleibt.“

Anrainer Armin Hitzenberger, dem das angrenzende Haus Nußdorferstraße 17 gehört: „Eine unnötige Verwüstung, es wären andere Lösungen möglich, bei der man weniger Bäume hätte fällen müssen.“ Bei der Bauverhandlung am 6. Juli 2017: Kein Wort über die geplanten Baumfällungen von mehreren Laubbäumen und Fichten, die zu diesem Zeitpunkt noch standen (siehe Luftbild rechts). Armin Hitzenberger beruft gegen den Bescheid und schildert dem Planungsstadtrat Johann Padutsch seine Bedenken.

Er bekommt am 11. Dezember 2017 ein Padutsch-Mail als Antwort: „Was das Bauvorhaben betrifft, ist die Sache wohl gelaufen. Es ist nicht nur der Bebauungsplan einstimmig beschlossen, sondern auch die Baubewilligung rechtskräftig erteilt.“

Weiters, so Padutsch, gebe es eine Fällungsbewilligung für 5 Fichten (die im Stadtgebiet ohnehin nicht geschützt sind), kein Wort verliert er über die Laubbäume, die ebenfalls fallen: „Ich denke, die Mitarbeiter haben sich sehr bemüht, trotz der Bauland-Widmung den Charakter dieses kleinen Parks teilweise zu erhalten “, so Padutsch weiter.

„Wenn man sich das Ergebnis aktuell ansieht, dann kann man nur von einer Verhöhnung der Bürger sprechen“, ist Anrainer Armin Hitzenberger stinksauer.

Das aktuelle Krone-Foto (siehe unten) spricht da Bände. Unlängst ließ ja auch ein Mönchsberg-Hotel einen gesunden Baum auf Stadtgrund umschneiden, weil er die Aussicht störte. In Salzburg ist eben alles möglich

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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