Fr, 17. November 2017

Markt umgekrempelt

29.06.2012 13:33

Vom Außenseiter zum Liebling: Das iPhone ist fünf

Zu seinem fünften Geburtstag blickt das iPhone auf eine stolze Karriere zurück: Über 250 Millionen Mal hat sich das Smartphone seit seinem Marktstart am 29. Juni 2007 in den USA verkauft. Dabei war das iPhone als absoluter Außenseiter in einer traditionsreichen Branche an den Start gegangen. Inzwischen ist diese komplett neu aufgestellt. Kaum ein Hersteller hat nicht mindestens ein Gerät im Portfolio, das dem iPhone ähnelt. Nokia, einst stolzer Marktführer, musste vom Thron steigen. Nur Google hält mit seinen Android-Telefonen Apples iOS noch auf Abstand.

Ein Touch-Display und nur eine einzige Taste - das war die Rezeptur für die "Neuerfindung des Mobiltelefons". Bis 2007 hatten sich Mobiltelefone von vormals unhandlichen und schweren "Knochen" zu immer kleineren und handlicheren Geräten gewandelt. Allen gemeinsam war allerdings ein relativ kleines Display und die Telefon-Tastatur, über die man per Zweitbelegung mit Buchstaben auch SMS schreiben konnte. Die langsam aufkommende Nutzung des mobilen Internets hatte durch den geringen Platz auf den Displays deshalb klar abgesteckte Grenzen.

"There's an app for that"
Anders als bei den bis dahin mit oft labyrinthartigen Menüs strukturierten Mobiltelefonen der großen Marktführer lässt sich das iPhone ohne Handbuch in Betrieb nehmen und nutzen. Und über den App Store wird es ohne Umweg mit Anwendungen bestückt. Ob nützlich oder völlig nutzfrei - Millionen der kleinen Zusatzprogramme haben innerhalb der vergangenen fünf Jahre ein eigenes Ökosystem gebildet. Es scheint kaum noch etwas zu geben, was sich im Zweifel nicht mit einer App bewerkstelligen lässt.

Mit seinen verschiedenen iPhone-Modellen spielte Apple dabei meist nicht einmal an vorderster Front der modernen Mobilfunktechnologien mit - aber das hat die Nutzer nicht interessiert. Technologische Schwächen bügelte Apple spielend mit dem Design und der Beliebtheit der eigenen Marke aus.

Neue Einnahmequellen durch die mobile Datennutzung
Den Mobilfunk-Providern erschloss das iPhone neue Einnahmequellen durch die mobile Datennutzung. Damit konnte es sich Apple als erster Handyhersteller leisten, exklusive Partnerschaften mit einem Provider einzugehen. Und mit Apple handelte erstmals ein Gerätehersteller eine Umsatzbeteiligung bei der Datennutzung aus. Zugunsten niedrigerer Gerätepreise gab das Unternehmen das Geschäftsmodell jedoch knapp ein Jahr später wieder auf.

Heute rangiert Apples iPhone auf dem dritten Platz der Weltrangliste der meistverkauften Handys - gemessen am Umsatz ist Apple ohnehin unangefochtener Champion der Branche. Der langjährige Marktführer Nokia hingegen hat in der Zwischenzeit Marktanteile im zweistelligen Prozentbereich verloren - Tendenz fallend. Seinen Spitzenplatz musste der finnische Handyhersteller an Samsung abtreten.

Gegenwind einzig von Android
Gegenwind bekommt Apple derzeit einzig von Google. Dessen Android läuft auf einer ganzen Reihe von Smartphones verschiedener Elektronikhersteller und ist inzwischen das am weitesten verbreitete Betriebssystem. Mit einem Marktanteil von zuletzt 56,1 Prozent dominiert Android den Markt mit weitem Abstand, Apples iOS folgt mit 22,3 Prozent.

Spekulationen über neues iPhone 5
Spätestens für Oktober wird nun mit Spannung die fünfte Generation des iPhone erwartet. Wie bei Apple gewohnt, kursieren bereits seit Wochen zahlreiche Spekulationen über Ausstattung und technische Details des neuen Smartphones. Nach Informationen des "Wall Street Journal" könnte Apple erstmals eine größere Variante des iPhone herausbringen. Das Unternehmen habe dafür bei seinen Zulieferern Bildschirme mit Diagonalen von mindestens vier Zoll bestellt, hieß es. Seit fünf Jahren hatte Apple, anders als Rivalen wie etwa Samsung, an der Größe des ersten iPhones mit einer Diagonale von 3,5 Zoll festgehalten.

Derzeit dürfte es bei Apple jedenfalls hoch hergehen. Kurz vor dem Start des iPhone 5 verdichten sich Gerüchte, dass es bei der Fertigung Probleme mit den Batterien gibt. Erst 30 Prozent der benötigten Stückzahl habe Apples Qualitätsstandards erreicht, berichtete das Blog "Appleinsider". Dennoch gehen Beobachter davon aus, dass das neue Handy möglicherweise schon vor Oktober herauskommen könnte. Er erwarte das iPhone 5 bereits im September, sagte Brian White, Analyst bei Topeka Capital Markets dem Blog. "Wenn es Schwierigkeiten mit der Batterie geben sollte, vertrauen wir auf Apple, das Problem bis zu einem Launch im September zu lösen", sagte White.

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