Mi, 23. Mai 2018

Gesundes Wohnen

16.10.2008 14:42

Pfui - Schimmel! Weg damit!

Er ist hässlich, er ist ungesund – und er ist leider oft nicht zu vermeiden. Denn ob Alt- oder Neubauten, fast so gut wie jeder Haushalt hatte schon (mindestens) einmal mit dem „Schimmelproblem“ zu kämpfen. Ursache für sein Auftreten ist meist zu hohe Raumfeuchtigkeit. Und gerade jetzt in der Heizsaison mit geschlossenen Räumen hat er Hochsaison.

Weltweit gibt es mehr als 100.000 (!) Arten von Schimmelpilzen, von denen einige hundert in unseren Wohnungen vorkommen können. Das Ungute an der Sache: Schon ein Schimmel in der Größe einer Euro-Münze gibt Millionen Schimmelsporen ab, die über die Atemwege direkt in den Körper gelangen.

Schimmelsporen sind in der Innen- und Außenluft immer und überall präsent. Bei ausreichender Feuchtigkeit können sie sich auf so gut wie allen Materialien ansiedeln und dort einen Schimmelüberzug bilden. In den Wohnräumen ruft Schimmel an den Wänden hässliche schwarze Flecken und „muffige“ Luft hervor.

In hoher Konzentration kann Schimmel gesundheitsgefährdend wirken: Die Krankheitssymptome reichen von Müdigkeit über Migräne, Hautekzemen, Augentränen, Niesen, Schnupfen und Husten bis hin zu Asthma bronchiale. Besonders gefährdet sind vor allem Kinder, ältere und kranke Menschen sowie AllergikerInnen.

Richtig vorbeugen
Am besten wäre also, Schimmel erst gar nicht ausbreiten zu lassen. Doch das ist in vielen Fällen leichter gesagt als getan. Eine Reihe von guten Tipps hat hier „die umweltberatung“ zusammengestellt:

  • Bauliche Ursachen beheben: z.B. undichte Wasserleitungen und Abflüsse bei Bad/Dusche sanieren, undichte Dächer und verstopfte Ableitung der Dachrinnen reparieren.
  • Richtig lüften: Vor allem im Winter Raumluft regelmäßig austauschen. Achtung: Lange Zeit gekippte Fenster führen zu Schimmelpilzbefall!
  • Keine Wäsche in der Wohnung trocknen: Falls das nicht möglich ist, muss der Raum, in dem die Wäsche getrocknet wird, häufig gelüftet werden, eventuell auch Lüftungsventilatoren einsetzen.
  • Übermäßiges Gießen der Zimmerpflanzen vermeiden: Vor allem im Winter die (größeren) Zimmerpflanzen nicht übergießen – viele Pflanzen kommen auch mit weniger Wasser gut zurecht. Tipp: Auch die Blumenerde von Zimmerpflanzen kann eine Schimmelquelle sein. Bedeckt man die Erde mit drei bis fünf Zentimeter Quarzsand, kann sich kein Schimmel mehr bilden.
  • Nebenräume beheizen: Der Temperaturunterschied zwischen den einzelnen Räumen soll nicht mehr als 3 Grad Celsius betragen, da sonst die Gefahr der Kondensatbildung steigt.
  • Entstehende Feuchtigkeit ableiten: Feuchtigkeit, die beim Kochen, Duschen oder Baden entsteht, sollte sofort über Fenster oder Ventilatoren abgeleitet werden. Tipp: mit Deckel kochen oder Dunstabzugshaube installieren.
  • Große Möbel an Innenwänden aufstellen. Falls das nicht möglich ist – Abstand zur Wand einplanen.

Schimmel entfernen
Was aber tun, wenn sich der Schimmel erst mal eingenistet hat? Der erste und wichtigste Schritt bei der Schimmelbekämpfung ist die Beseitigung der Ursache der Feuchtigkeit durch Behebung des Bauschadens oder Reduzierens der Luftfeuchtigkeit.

Bei stärkerem Befall kann der Pilz auch tief in den Putz eindringen, dann muss die gesamte Putzschicht entfernt werden und das Mauerwerk – je nach Durchfeuchtung – einige Wochen bis Monate austrocknen. Auch alle anderen stark vom Schimmel befallenen Materialien, wie z.B. Tapeten, Teppichböden oder Holzteile, sollten am besten ganz entsorgt werden.

Achtung: Beim Entfernen des Schimmels ist das Tragen einer Staubmaske der Schutzstufe P2, einer Schutzbrille und Handschuhen unbedingt anzuraten!

Zum Abtöten des Schimmels direkt an der Wand werden mehrere Produkte angeboten, die Pilz abtötende Substanzen auf der Basis von Chlor, Stickstoff, Schwefel oder Zinnverbindungen enthalten.

Kritisch dazu „die umweltberatung“: Zwar töten diese Mittel den Schimmel erst mal ab, belasten aber permanent die Raumluft. Lässt ihre Wirksamkeit nach, kommt auch der Schimmel wieder.

Besser, alternative, gesundheitsschondende Mittel verwenden. „Die umweltberatung“ empfiehlt dazu z.B.: 20%ige Sodalauge (300g Kristallsoda in 1 Liter Wasser auflösen) oder 30%iges Wasserstoffperoxid oder 70%iger Ethylakohol (Weingeist). Mit einem Schwamm, Lappen, Pinsel oder Lackwalze die sichtbaren Schimmelstellen etwa 30 cm über deren Rand hinaus durchtränken. Die Mittel dringen besser ein, wenn die befallenen Stellen vorher mit einem Wärmestrahler getrocknet wurden. Aber keinen Heizlüfter verwenden – durch den Luftzug gelangen viele Sporen zusätzlich in die Raumluft.

Achtung: Alkohol wirkt narkotisierend und ist leicht entzündlich! Soda und Wasserstoffperoxid sind ätzende Chemikalien. Daher unbedingt Schutzkleidung (Handschuhe und Brille) bei der Anwendung tragen, gut lüften und Gebrauchsanweisung/ Warnhinweise auf den Verpackungen beachten.

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