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Sparzinsen - mit Sparzinsen zur planbaren Rendite!


Festgeld, Tagesgeld und Sparbuch im Vergleich: Wohin mit dem Geld der Österreicher?

sparzinsen testObwohl die Österreicher im Vergleich zu den Bewohnern anderer EU-Länder mehr Geld zum Sparen zur Seite legen, ist die Sparquote der vergangenen Jahre konstant gesunken. Die Hauptursache dieser Entwicklung liegt in den derzeitigen Niedrigzinsen. Geld anlegen und hohe Zinsen zu erhalten, ist zwar das Ziel der meisten Sparer, aber kaum noch erreichbar.

Trotz der vielen Sparprodukte am österreichischen Markt wählen immer noch viele Österreicher das klassische Sparbuch. Bis vor einigen Jahren versprachen sie auch eine sichere und rentable Geldanlage. Außerdem blicken sie meist auf Familientraditionen zurück: Schon Eltern nutzen ein Sparbuch für die Kleinen. Experten raten jedoch dringend, die eigenen Sparmethoden auf Ertragskraft und Aktualität zu überprüfen. Sowohl Neu- als auch Bestandskunden verlieren im schlechtesten Falle beim Sparen mehr Geld, als ihnen bewusst ist.


Was sind Sparzinsen und auf welche Sparformen wirken sie sich aus?

Sparzinsen sind im Grunde genommen die Gegenleistung eine Bank dafür, dass Anleger der Bank ihr Geld zur Verfügung stellen. Bekannte Formen einer solchen Geldanlage sind das Sparkonto (in Form von Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto) oder das klassische Sparbuch. Letzteres galt lange Zeit als eine der sichersten und attraktivsten Geldanlagen. Es ist nach wie vor die meist gewählte Sparform der Österreicher.

bankDas Sparbuch liefert Unterschiede zu den meisten Sparkonten in erster Linie durch die zu Verfügung gestellte Liquidität. Abhängig von der konkreten Form sind Inhaber in der Lage, beispielsweise täglich, monatlich oder in größeren Abständen über das angelegte Geld zu verfügen. Die Konsequenz dieses flexiblen Zugriffs ist, dass die Zinsen im Vergleich zu den anderen Sparformen am niedrigsten sind. Die Auflösung eines Sparbuches setzt voraus, dass der Kunde die vertraglich geregelten Kündigungsfristen einhält. Sie liegen meist zwischen drei und sechs Monaten. Wer ganz kurzfristig Geld für einen Spontanurlaub, benötigt, hat also auf sein Sparbuchguthaben keinen Zugriff.

Teils flexibler sind sogenannte Tagesgeldkonten. Inhaber sind imstande, täglich über das Guthaben zu verfügen. Kündigungsfristen sind nicht einzuhalten. Im Gegensatz zum Girokonto ist ein Tagesgeldkonto nicht für den alltäglichen Zahlungsverkehr bestimmt, sondern ausschließlich für Sparzwecke. Deshalb ist es auch nicht möglich, einen Dispokredit in Anspruch zu nehmen. In Österreich liegen die Tagesgeld-Zinsen im Regelfall über denen eines Sparbuches.

Bei Festgeldkonten legen die Banken gemeinsam mit dem Kunden eine bestimmte Laufzeit fest, über die das eingezahlte Geld nicht angerührt werden darf (Notfälle und gesonderte Vereinbarungen ausgenommen). Da das Wirtschaften mit diesem Geld über die angelegte Laufzeit für die Bank kalkulierbar ist, belohnt sie das Festgeld mit Zinsen, die in der Regel über denen eines klassischen Sparbuches liegen.

Zinsen haben ebenfalls Auswirkungen auf das Sparpotenzial der zur Baufinanzierung eingesetzten Bausparverträge. Sie funktionieren ähnlich wie ein Sparbuch: Die Banken verzinsen das eingezahlte Geld und es stellt es dem Sparer nach Ablauf einer gewissen Laufzeit zur Verfügung. Ob dieser das Geld tatsächlich zum Erwerb oder Bau eines Eigenheims einsetzt oder anderweitig ausgibt, ist übrigens irrelevant. Generell ist zu sagen, dass kürzere Laufzeiten auch mit niedrigeren Zinsen einhergehen und umgekehrt.

Wer monatlich nur kleinere Beträge einzahlen möchte, wählt meist einen Sparplan. Hierbei spart der Bankkunde etwa 25 oder mehr Euro monatlich auf einem Extra-Konto. Gestaltungstechnisch gibt es feste Sparpläne über eine fixe Laufzeit mit Garantiezins, und flexible. Bei Letzteren profitiert der Sparer von der beliebigen Verfügbarkeit des Geldes, hat aber auch mit veränderlichen Zinsen zu rechnen.

Sparkonto-Vergleich: Wie finden Anleger die besten Sparzinsen in Österreich?

Da es für unterschiedliche Sparformen auch unterschiedliche Zinsbelohnungen gibt, empfiehlt sich eine Einzelbetrachtung von Sparbüchern, Tagesgeld- und Festgeldkonten:

Sparbuch-Vergleich

geld anlegenDie Sparform teilen Anwender in folgende drei Formen ein: täglich fällige Sparbücher, Kapital- und Prämiensparbücher. In den meisten Fällen sind sie jeweils als Online-Sparbuch verfügbar. Häufig wählen Bankkunden die erste Variante. Beim täglich fälligen Sparbuch steht ihnen der Sparbetrag im Rahmen der Banköffnungszeiten zur Verfügung. Es ist zumeist mit einem Minimalzins zwischen 0,01 und 0.05 Prozent verzinst und damit kaum lukrativ.

Prämiensparbücher haben längere Laufzeiten (bis zu fünf Jahren). Inhaber zahlen in regelmäßigen Abständen, monatlich, vierteljährlich, teilweise auch jährlich, Kapital bis zum Ende der Laufzeit ein. Die Bank verzinst das Guthaben mit den üblichen Zinsen, schlägt aber noch eine Sparprämie oben drauf. Je höher die eingezahlten Beträge sind, desto mehr steigen die Effektiv-Zinsen auf das Sparbuch. Gleiches gilt für die Auswahl längerer Laufzeiten. Eine Abhebung des Geldes ist bei den meisten Anbietern zwar möglich, macht aber kaum Sinn. Wer wieder Geld vom Sparbuch nimmt, verspielt seine Prämie.

Bei Kapitalsparbuch zahlt der Inhaber einmalig einen größeren Betrag (in Österreich mindestens 10.000 Euro) auf das Sparbuch ein und bindet diesen Betrag über mehrere Jahre. Im Gegenzug garantiert ihm die Bank einen festen Zinssatz. Häufig vereinbaren Banken sogenannte Zinsstaffelungen. Erreicht das Sparbuch eine gewisse Laufzeit, steigen die Zinsen. Es existieren im Regelfall Mindestlaufzeiten. Nach deren Ablauf läuft das Sparbuch allerdings weiter, wenn es der Kunde nicht auflöst. Je länger da Angesparte bei der Bank verbleibt, desto höher sind die Zinserträge.

Tagesgeld-Vergleich

Es gibt bei einem Tagesgeldkonto im Vergleich zum Sparbuch höhere Zinsen. Allerdings dürfen Sparer auch hier nicht mit dem absoluten Rendite-Segen rechnen. Einige Banken bemühen sich um ihre Neukunden mit einem fixen Zins für einn begrenzte Laufzeit, zum Beispiel vier Monate oder bis zu einem Jahr. Dieser ist teilweise dreimal so hoch wie die üblichen Zinsen. Nach Ablauf dieser Zeit fährt die Zinshöhe allerdings wieder auf normales Niveau zurück.

Aktuell (Stand: 2019) gewähren die Unternehmen zwischen 0,01 und 0,55 % Jahreszinsen. Die fixen Bonuszinsen für Neukunden zirkulieren, je nach Bank, zwischen 1,2 und 1,45 %. So liegen beispielsweise die Sparzinsen der ING-DiBa derzeit in folgenden Bereichen:

  • Neukundenbonus: Fixzins 1,40 % für die ersten 4 Monate
  • danach 0,05 % p. a. – Zinssatz ist variabel

Die Sparzinsen, die die „Erste Bank“ (Sparkasse) gewährt, liegen hingegen nur bei 0,02 % p. a. Dazwischen bewegen sich zahlreiche weitere Angebote. Es gilt: Je länger die Laufzeit des Tagesgeldkontos geplant ist, desto mehr ist ein Fokus auf einen möglichst hohen Zinssatz ratsam. Der Grund: Fixe Zinsen für Neukunden sind zwar attraktiv, gehen aber häufig mit einem niedrigen nachgelagerten Zinssatz einher. Profis empfehlen daher stets, den anzusparenden Gesamtbetrag über die Laufzeiten auszurechnen und in den Vergleichsangeboten gegenüberzustellen.

Festgeld-Vergleich

Festgeldkonten sind die unflexibelsten unter den Sparformen, da der Anleger der Bank einen festen Betrag über einen festen Zeitraum zur Verfügung stellt. Im Gegensatz garantieren die Unternehmen einen festen Zinssatz, der über die gesamte Laufzeit gleich bleibt. Außerdem liegen die Zinsen beim Festgeldkonto im Vergleich zu anderen Sparvarianten deutlich höher. Selten aber wahr: Einige österreichische Banken gewähren bei großen Einzahlungsbeträgen und langen Laufzeiten (i. d. R. drei Jahre) bis zu 2,0 % Zinsen p. a. Wer also 10.000 Euro einzahlt, erhält nach 12 Monaten 2000,00 Euro dazu. Anleger denken darüber nach, in welcher Höhe der gewünschte Sparbetrag verzichtbar ist. Was einmal auf dem Festgeldkonto ist, steht für Notfälle, Urlaube oder Sonderausgaben nicht mehr zur Verfügung.


Sparzinsen berechnen – wie funktioniert das?

renditeEinfluss Sparkonto- und Sparbuch-Zinsen haben folgende Faktoren: Der Zinssatz, die bereits vergangene Laufzeit, und der eingezahlte Kapitalbetrag. Meist zählt ein Monat mit 30 und demzufolge ein Jahr mit 360 Tagen. Im Internet entdecken Kunden allerhand Webseiten, die eine Zinsberechnung automatisch vornehmen. Wer selbst die jährlichen Zinsersparnisse nachkontrollieren möchte, der verwendet zum Sparzinsen berechnen die Formel:

Geldbetrag x Zinssatz x Laufzeit in Tagen geteilt durch (100x360 Tage).

Zahlt eine Person also 1000 Euro fest ein und erhält sie dafür 1,5 Prozent Zinsen, ergibt sich nach einem Jahr Laufzeit folgender durch Zinsen ersparte Betrag:
1000 Euro x 1,5 x 360 / (100 x 360) = 15 Euro

Die steuerliche Behandlung von Sparzinsen

In Österreich liegen die Gewinne aus Sparzinsen der Kapitalertragssteuer (KEStKESt). Anleger sind verpflichtet, ein Viertel des aus Zinsen erwirtschafteten Ertrages an das Finanzamt abzuführen. Wer also pro Jahr 100 Euro Zinsgewinn macht, zahlt davon 25 Euro Steuern. Kunden bei einer österreichischen Bank haben diese nicht gesondert abzuführen; dies übernimmt die Bank selbst.

Im vorhin genannten Beispiel wären von den erwirtschafteten 15 Euro also noch 25 % abzuziehen. Der Sparer erhält – vorausgesetzt er rührt die eingezahlten 1000 Euro über das Jahr nicht an – 11,25 Euro Nettogewinn auf seinem Konto gutgeschrieben. Der Staat verdient also an jedem Sparvorhaben mindestens ein Viertel mit.

zinsenNiedrigzinsen: Lohnt das Sparen in Österreich bei dem geringen Zinssatz noch?
Während Anleger bis zuletzt im Jahre 2010 noch Sparbücher mit einer Verzinsung in Höhe von vier bis fünf Prozent abschlossen, sind solche Rendite-Chancen heute ausgeschlossen. Seit jenem Jahr galt: Je aktueller der Zinssatz, desto geringer war er auch.

Die Europäische Zentralbank (EZB) fährt seit Jahren eine Niedrigzinspolitik. Österreichische Banken schauen bei der Festlegung ihres Zinssatzes stets nach dem Leitzins der EZB. Die Expertenmeinungen hinsichtlich der Zukunft der Sparzinsen gehen weit auseinander. Dennoch richten sich Sparer am besten darauf ein, dass die Zinsen weiterhin niedrig bleiben. In den vergangenen Jahren war eine positive Zinsentwicklung jedenfalls nie in Sicht.

Wem die Bank nun beste Zinsen versprochen hat oder wer im Zinsvergleich ein unschlagbares Angebot ergatterte, der überlegt vielleicht: Wenig sparen ist besser als gar nicht sparen. Dabei lassen Anleger oft die Inflation außer Acht. Sie liegt bisher im Jahre 2019 immer zwischen 1,2 und 1,7 Prozent. Inflation heißt: Die Kaufkraft des Geldes sinkt. Die Differenz zwischen Guthabenzinsen und Inflationsrate nennen Fachleute „Realzinsen“. Ein Beispiel:

Liegt der jährliche Zinssatz bei 1,5 Prozent und die durchschnittliche Inflationsrate bei 1,2 Prozent, dann kommt darauf ein Realzins in Höhe von 0,3 Prozent. Die darüber hinaus noch abzuziehende KEStKESt ist darin noch nicht enthalten. Übersteigt die Inflationsrate prozentual den Zinssatz, kommt es sogar zu negativen Realzinsen. Der Sparer verliert, obwohl er Geld spart.

Deshalb gilt:

Sparwillige behalten am besten stets die aktuelle Inflation im Blick und beziehen diese in ihre Vergleichsüberlegungen mit ein. Nur wenn absehbar ist, dass das gewählte Modell einen langfristig positiven Realzins verspricht, überzeugt die Geldanlage.


Fazit: Der Realzins macht den Unterschied!

Wirklich attraktive Sparzinsen gibt es, wenn überhaupt nur noch durch begrenzte Neukundenangebote der ein oder anderen österreichischen Bank. Dennoch gilt: Geld anlegen auf einem Online-Sparkonto, Tagesgeld- oder Festgeld-Konto ist besser, als überhaupt nichts zur Seite zu legen. Wer tatsächliche Realgewinne erwirtschaften möchte, sollte neben dem Sparzinsen-Vergleich auch den Kaufkraftverlust des Geldes (Inflation) im Auge behalten. Übersteigt diese den Guthabenzins enorm heißt es: Finger weg von negativen Realzinsen!

Am besten sind Kunden beraten, die auf einen gewissen Kapitalbetrag für lange Zeit verzichten. Die besten Zinsen gibt es in Österreich nach wie vor beim Festgeldsparen. Die Banken belohnen Kunden, die ihnen hohe Beträge für möglichst lange Laufzeiten fix zur Verfügung stellen. Sparbuch-Zinsen im Vergleich dazu sind fast immer geringer. Um die Gefahr von Negativzinsen zu umgehen, punktet die Einbeziehung anderer Spar- und Anlageformen ins eigene Finanzportfolio. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass die Einzahlung auf einem Bankkonto dank der österreichischen Einlagensicherung (bis zu 100.000 Euro) immer noch die sicherste Anlagemöglichkeit ist. Andere bringen zwar mehr Rendite, gehen aber auch mit einem erhöhten Risiko einher.

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