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Depot

depot testEin Depot ist der Ausgangspunkt jeglicher Geschäfte am Kapitalmarkt. Jeder, der mit ETFs, Aktien oder Anleihen zu handeln gedenkt, braucht eins. Es dient der Aufbewahrung und Übersicht sämtlicher Wertpapiere des Depotinhabers. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Börsen punktet die Depotführung bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker. Dort wickeln Anleger bequem übers Internet Trades ab und legen Sparpläne an. Das zahlt sich aus. Reine Onlinebanken sparen viel Geld, weil sie keine Filialkosten haben. Dadurch bieten sie ihren Kunden günstige Konditionen fürs Depot und alle Transaktionen an. Worauf es bei der Wahl eines Aktiendepots ankommt und welches Aktiendepot für Kleinanleger optimal ist, verrät dieser Artikel.


Was ist das, ein Depot?

Das Wort Depot stammt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt Aufbewahrungsort. Ähnlich wie beim Straßenbahndepot oder der Deponie.

Im Finanzbereich sprechen Experten von einem Wertpapierdepot, also einen Ort, welcher der Aufbewahrung von Wertpapieren dient. Früher wurden Aktien noch auf Papier gedruckt und im Bankschließfach oder daheim im Tresor gelagert. Da heute Wertpapiere fast ausschließlich digital sind, braucht es kein physisches Depot mehr. Das moderne Aktiendepot ist online erreichbar.

Im Grunde genommen funktioniert ein Depot fast wie ein Girokonto. Darum trägt es gelegentlich den Namen Anlagekonto. Darin sind alle Wertpapiere erfasst, die der Depotinhaber besitzt. Außerdem stehen dort Informationen zum Kaufdatum und –kurs, sowie zum aktuellen Wert. Bei jeder Transaktion wird der entsprechende Preis vom angeschlossenen Verrechnungskonto abgezogen oder ihm gutgeschrieben. Depot und Verrechnungskonto bilden eine Einheit zur Abwicklung sämtlicher Wertpapiergeschäfte.

Wertpapierdepots gibt es bei Banken und Onlinebrokern. Die verwalten das Depot und alle Aktien darin treuhänderisch. Sprich, sollte der Anbieter bankrott gehen, hat der Depotinhaber weiterhin Ansprüche auf seine Anteile. Macht eine Bank pleite, dürfen die Kunden trotzdem noch ihr Schließfach ausräumen.


Welches Depot ist das beste?

depot onlineBeinahe jede Bank und eine Vielzahl von Onlinebrokern bieten momentan Wertpapierdepots an. Da es teils erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Depots gibt, lohnt ein sorgfältiger Vergleich der Konditionen und Gebühren.

In der Regel haben Verbraucher die Wahl zwischen Online- und Filialbanken mit ihren Vor- und Nachteilen.

Bei Onlinebanken finden Kunden Depots mit niedrigen Gebühren und Orderkosten vor. Das liegt an den geringen Verwaltungskosten, welche die Kreditinstitute umlegen. Direktbanken sind rund um die Uhr erreichbar. Wer bei ihnen sein Depot führt, kann es bequem von zu Hause aus verwalten und selbst die Eröffnung auf dem gemütlichen Sofa sitzend durchführen. Alles geschieht online. Menschen mit wenig Erfahrung am Finanzmarkt sind dadurch mitunter überfordert. Weil ihnen die Bank kaum oder nur zeitverzögert beratend zur Seite steht, haben sie einen höheren Rechercheaufwand und tragen mehr Eigenverantwortung.

Die größte Stärke der Filialbanken ist ihr Service. Kunden erhalten einen persönlichen Ansprechpartner und umfangreiche Beratung in Sachen Geldanlage. Ideal für Einsteiger und alle, die sich um ihre Investitionen keine Gedanken machen wollen. Für Leute, die bei ihrer Hausbank schon Girokonto, Sparkonto oder einen Kredit laufen haben, liegt der Entschluss nahe, dort ebenfalls ein Depot zu eröffnen. Schließlich ist es praktisch, alle Finanzprodukte unter einem Dach zu haben.

Eine persönliche Beziehung, die sie über viele Jahre Kundentreue aufbauen, kann beispielsweise bei einer Kreditentscheidung vorteilhaft sein. Bankfilialen sind an Öffnungszeiten gebunden, doch das stellt mittlerweile kein Hindernis mehr dar. Eigentlich bieten alle Banken ein Onlinebanking an und das gilt auch fürs Depot. Für alle diese Leistungen müssen Filialbankkunden höhere Gebühren für Depotführung und Transaktionen in Kauf nehmen.

Tipps zur Eröffnung eines Depots

Wer ein Depot eröffnen will, muss volljährig sein. Für Minderjährige gibt es spezielle Juniordepots. Ein österreichischer Wohnsitz oder ein inländisches Referenzkonto sind keine Voraussetzung. Bei manchen Onlinebrokern ist eine Investition erst ab einer bestimmten Mindestsumme möglich. Menschen mit Steuerpflicht in den USA oder Kanada dürfen in Österreich kein Aktiendepot eröffnen.

Bei der Auswahl des Depots hilft die Orientierung an einigen Kriterien. Selbstverständlich suchen Verbraucher eine seriöse Depotbank, die in Europa oder noch besser in Österreich sitzt. Dann spielen die Kosten eine Rolle. Außerdem hängt neben den Gebühren die Entscheidung von der geplanten Nutzung des Aktiendepots ab. Wer beispielsweise einen Aktions-ETF besparen will, kann hohe Ausführungsentgelte tolerieren.

Überhaupt sollten Neuanleger sich schon vor der Depoteröffnung im klaren sein, mit welchen Wertpapieren sie handeln wollen. Schließlich liefert der Zugang zu Börsen und Handelsplätzen Unterschiede, sowie das Angebot von Wertpapieren zwischen den einzelnen Depotbanken.

Verbraucher, die schon mal online ein Girokonto eröffnet haben, stellen fest, dass der Ablauf kaum anders als bei einer Depoteröffnung ausfällt:


Ausfüllen des Antragsformulars.

börseBeantwortung von Fragen zur Erstellung des Risikoprofils. Diese Umfrage ist seit 2018 EU-weit vorgeschrieben und erkundigt sich nach den Erfahrungen des Neukunden in Sachen Wertpapierhandel. Wer später eine Aktie außerhalb seiner Risikoklasse erwerben will, bestätigt der Bank zuvor, dass ihm das Risiko bewusst ist.
Legitimation, zum Beispiel per Videochat oder in einer Postfiliale
Erhalt aller relevanten Zugangsdaten und Unterlagen

Abhängig von der Depotbank dauert es nur wenige Tage, bis der Anleger sein Depot zum ersten Mal nutzen kann. Anschließend steht es ihm sofort und in vollem Umfang zur Verfügung.

Wie viele Depots darf man haben?

Mehrere Depots beim gleichen Onlinebroker sind genauso möglich, wie je eins bei unterschiedlichen Anbietern zu unterhalten. Für ein Zweitdepot gibt es mehrere Gründe:

Anleger, die mit ihrer Kapitalanlage mehrere Strategien verfolgen.  Also wer beispielsweise sowohl passiv in ETFs investieren, als auch spekulative Geschäfte betreiben möchte, eröffnet dafür zwei Aktiendepots. So sind die Geschäfte voneinander getrennt. Das ist sinnvoll, weil einige Depotbanken besser für bestimmte Anlagearten passen und etwa günstige Angebote für Sparplan-ETFs anbieten. Gleichzeitig erleichtert die doppelte Depotführung den Performancevergleich und dient der Kostenoptimierung.

Manche Anleger unterhalten Wertpapierdepots bei zwei oder mehr Banken, weil sie sich damit im Falle einer möglichen Bankenpleite geschützt fühlen oder weil sie deutsche und ausländische Kapitalanlagen voneinander trennen wollen.

Bei plötzlichen Marktänderungen bieten mehrere Depots mehr Handlungsspielraum. Bricht die Webseite des einen Anbieters unter dem Ansturm der Kunden zusammen, steht Besitzern eines Zweitdepots eine Ausweichmöglichkeit zur Verfügung, um die günstige Marktlage auszunutzen.

Zwei oder mehr Wertpapierdepots zu besitzen, hat – wie alles – Nachteile. Der größte ist der erhöhte Organisations- und Zeitaufwand. Außerdem kann es passieren, das Leute mit mehreren Depots den Überblick verlieren oder ihre Strategien durcheinanderbringen.


Welche Aktien kommen ins Depot?

Wer ein Depot besitzt, kann darin sämtliche Wertpapiere handeln und verwalten:

  • Aktien
  • Anleihen
  • ETFs
  • Fonds
  • Edelmetalle
  • Rohstoffe

Börsengeschäfte bergen ein gewisses Risiko, das liegt in der Natur der Dinge. Niemand kann voraussehen, wie ein Kurs verläuft. Darum ist es wichtig, ein krisensicheres Depot aufzubauen. Und dabei kommt es vor allem auf die Mischung an, um das Risiko breit zu streuen. Wer Aktien vieler Firmen kauft, wird mit den einen Gewinne machen, mit den anderen Verluste einstreichen. Beide Faktoren relativieren einander und unterm Strich steht (hoffentlich) eine schwarze Zahl.

Zunächst einmal sollten private Anleger die Investitionssumme auf verschiedene Wertpapierarten verteilen. Dafür sind keine komplizierten Berechnungen notwendig. Selbst der Wirtschaftsnobelpreisträger Harry Markowitz machte es sich leicht und teilte sein Geld in zwei gleich große Portionen auf. Die eine investierte er in Aktien, mit der anderen verzinsliche Wertpapiere (also Anleihen).

Des Weiteren ist auf breite Streuung innerhalb einer Kategorie zu achten. Anleger, die Anteile eines ETFs kaufen, wählen am besten einen aus, der einen großen Index abbildet. Am beliebtesten ist – zu Recht! – der Weltindex MSCI World. Und bei allen anderen Aktiengeschäften gilt: je diverser, desto besser. Clevere Anleger kaufen Anteile von Firmen aus unterschiedlichen Teilen der Welt, von kleinen und großen Unternehmen mehrerer Branchen.

Bei der Recherche nach der passenden Geldanlage hilft das Internet weiter. Viele Finanzblogs und –magazine kreisen um die Frage nach den gewinnbringendsten Fonds und Aktien. Wer seine Investitionen fremden Händen anvertrauen und dabei den Risikofaktor menschlicher Berater ausschalten will, registriert sich bei einem Robo-Advisor wie Quirion. Die digitale Vermögensverwaltung wählt anhand des Risikoprofils des Nutzers geeignete Aktien und ETFs aus. Und zwar vollkommen logisch und rational. Diese Form der Geldanlage ist ebenso gut für Kleinanleger geeignet, die keine Zeit für tiefgehende Recherchen nach den Aktien und Fonds mit hohem Wachstumspotenzial haben.

Wie viel Gold im Depot ist sinnvoll?

Viele Privatpersonen setzen beim Vermögensaufbau auf Gold. Kein Wunder, haftet dem edlen Metall doch eine Aura von Sicherheit in unseren bewegten Zeiten an. Undenkbar, dass das Symbol von Reichtum und Luxus in der Zukunft seinen Wert komplett verlieren könnte. Finanzexperten raten dazu, höchstens 10 bis 15 % des Depotvolumens in Gold zu investieren. Seien es Gold-ETFs, welche die Entwicklung des Goldpreises nachbilden, Minen-Anleihen oder physisches Gold. Allerdings seien Privatanleger darauf hingewiesen, dass Investitionen in Gold spekulativen Charakter haben. Sie sollten sich daher vorher überlegen, wie viel Geld sie letztendlich in das gelbe Metall zu stecken bereit sind.

Welches Depot für ETF und ETF-Sparplan?

Anleger, die Indexfonds erwerben oder besparen wollen, wählen ihr Depot online nach den folgenden Kriterien aus:

  • Günstige, idealerweise kostenlose Depotführung
  • Geringe Transaktionskosten
  • Große Auswahl an (sparplanfähigen) ETFs
  • Nutzerfreundliche Bedienung
  • Transparentes Gebührenmodell

Vor allem Verbraucher, die mit einem ETF-Sparplan Vermögen aufbauen wollen, suchen Infos im Voraus, ob die Depotbank überhaupt Sparpläne anbietet und welche ETFs dafür in Frage kommen. Anbieter mit breit aufgestelltem Angebot sind zu bevorzugen.

Viele Banken bieten für ihre ETF-Sparpläne sogenannte Aktions-ETFs an, bei denen sie auf die Orderentgelte verzichten. Häufig handelt es sich um ETFs bestimmter Fondsgesellschaften wie Lyxor oder Amundi. Ihr Nachteil ist ihre Vergänglichkeit. Banken haben das Recht, solche Aktionen jederzeit zu beenden. Darum sind geringe Transaktionskosten in jedem Fall vorteilhaft. Je nach Anbieter gibt es verschiedene Gebührenmodelle: Manche verlangen einen festen Betrag pro Ausführung, andere behalten einen kleinen Prozentsatz der Sparrate als Gebühr ein.

Darüber hinaus sollte der Anbieter des Depots eine kostenlose Anpassung des ETF-Sparplans gestatten. Viele verzichten bei Einrichtung eines Sparplans außerdem auf Depotführungsgebühren.

In Österreich finden Verbraucher bei den Anbietern Dadat Bank, Flatex, Hello Bank und easybank die besten Depots für Indexfonds.


Welches Depot passt für Kleinanleger?

aktieDie meisten Privatkunden fallen in die Kategorie Kleinanleger. Sie investieren ihr Geld hauptsächlich in Fonds, Unternehmensanleihen und Aktien, mit dem Ziel, ihr Vermögen aufzubauen und zu erhalten. Sie haben ein geringes Depotvolumen und führen nur wenige Trades im Jahr durch. Überhaupt ist für diese Anlegergruppe zögerliches Handeln typisch. Statt sofort auf den nächsten Trend aufzuspringen, warten sie erst einmal ab, wie die Sache verläuft.

Wer sich zu dieser Gruppe zählt, braucht ein günstiges Depot, bei dem Orderentgelte und sämtliche anderen Gebühren gering ausfallen. Jede zusätzliche Ausgabe mindert die Rendite und bei kleinem Depotvolumen ist jeder noch so kleine Verlust ärgerlich.

Neueinsteiger schätzen Anbieter, bei denen sie umfangreiche und vor allem verständliche Informationen zum Thema Börsenhandel bekommen. Gute Banken und Onlinebroker stellen kompakte Erklärvideos online oder verfassen Blogartikel über ETFs, ETCs & Co., um den klassischen Bankberater zu ersetzen.

Derzeit erfüllen die Wertpapierdepots von Flatex, der Dadat Bank, easybank, Hello Bank und bankdirekt diese Kriterien am besten.


Fazit

Ein Depot für Wertpapiere ist die Grundvoraussetzung für Anleger, die am Finanzmarkt einsteigen möchten. Egal, ob sie passiv in einen ETF-Sparplan einzahlen oder sich in riskante Spekulationen stürzen wollen. Heutzutage sind gute Depots mit geringen Gebühren verbunden oder komplett kostenlos. Besonders günstige Konditionen finden Verbraucher bei Direktbanken, Onlinebrokern und digitalen Vermögensverwaltungen (Robo-Advisor). Viele Anbieter verzichten mittlerweile auf Depotführungsgebühren, solange eine aktive Nutzung besteht oder zumindest quartalsweise in einen ETF-Sparplan eingezahlt wird.

Beim Investieren sollten Anleger auf ein krisensicheres Depot setzen und ihr Investitionen aufteilen. So gleichen starke Verluste und Gewinne einander aus. Bei der Auswahl des Depots spielt neben den Kosten die Art der gewünschten Geldanlage eine Rolle. Denn die Angebote verschiedener Depotbanken unterscheiden sich stark voneinander. In Österreich sind momentan die Depots von Flatex, der Dadat Bank, sowie von easybank, Hello Bank und bankdirekt für Privatanleger zu empfehlen.

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