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Börse

 


Börse – Kleinanleger als Spekulanten

hello-bank-depotGenaue Zahlen sind aufgrund der Schnelllebigkeit des Marktes kaum zu erfassen. Experten gehen davon aus, dass es weltweit rund 35.000 Unternehmen gibt, welche als Aktiengesellschaften eingetragen sind.

Für den Normalbürger zählt der gesamte Themenkomplex Wertpapiere, Aktien und Börsenhandel meistens zu den sprichwörtlichen Böhmischen Dörfern. Davon gehört haben alle, über den Aktienmarkt berichten Medien täglich, Bilder vom Börsenparkett sind ebenfalls aus den Börsennachrichten sowie aus Kinofilmen bekannt. Doch verstehen, was es mit Dow Jones, DAX, NASDAQ, Bluechips, Dividenden und Co. auf sich hat, können die wenigsten.

Trotzdem ist vielen bewusst, dass der internationale Handel mit Wertpapieren das Leben maßgeblich mitbestimmt. Spätestens in Krisensituationen wird das deutlich. Historisch betrachtet haben sich Erfolg beziehungsweise Misserfolg des Börsenhandels wiederholt auf ganze Nationen ausgewirkt, bis hin zu schweren gesellschaftlichen Krisen, ausgelöst von einem gefürchteten Börsencrash.

An der Börse Reichtum zu erlangen, ist für viele ein gehegter Traum. Auch wenn Biografien einzelner Privatspekulanten belegen, dass es möglich ist, aus einem schmalen Budget ein Vermögen zu bilden, ist das Börsenparkett für die meisten Kleinanleger ein Tummelplatz, dem sie kaum gewachsen sind.

Trotzdem gibt es Mittel und Wege, auch als einfacher Sparer oder Kleininvestor von den Möglichkeiten des Aktienmarktes zu profitieren. Ein solides Wissensfundament stellt dabei die Grundvoraussetzung für eine realistische Einschätzung der individuellen Chancen als auch Risiken dar.


Was sind Aktien?

Ein Unternehmen zu gründen beziehungsweise auf Dauer zu führen, kostet Energie und ist mit Kosten verbunden. Immer, wenn Geschäfte wachsen müssen, um sich am Markt zu behaupten, sind Aufwendungen oft unmöglich aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Externes Kapital ist in diesem Fall die einzige Lösung.

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Wer ein Unternehmen gründet, hat die Wahl zwischen verschiedenen Gesellschaftsformen. Im deutschsprachigen Raum sind vor allem die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) sowie die Aktiengesellschaft (AG) bekannt. Eine Besonderheit der Aktiengesellschaft besteht darin, dass sie ihren hohen Kapitalbedarf durch die Ausgabe von Firmenanteilen in Form von Aktien deckt.

Anleger hoffen beim Aktienkauf auf kurz-, mittel- oder langfristige Profite. Diese entstehen zum einen durch Dividenden, sprich Gewinnanteile, welche Unternehmen ausschütten sowie aus Kursgewinnen. In begrenzter Zahl ausgegebene Aktien gewinnen an Attraktivität und damit an Wert, wenn durch wirtschaftlichen Erfolg das Unternehmen selbst an Wert gewinnt, alternativ zumindest ein Wertzuwachs in Aussicht steht. Umgekehrt führen unternehmerischer Misserfolg sowie damit verbundene Umsatzeinbußen zu einem Wertverlust der Aktien.


Was geschieht an der Börse?

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Aktien werden gekauft und verkauft. Verschiedene Börsen bieten hierzu eine geeignete Plattform. Zum einen ist der Handel an Börsenmärkten zeitlich plus räumlich konzentriert, was vor dem Hintergrund kurzfristiger Kursschwankungen von Vorteil ist. Zum anderen schafft die Konzentration Transparenz plus die Möglichkeit, den Handel zu überwachen sowie Manipulationen zu verhindern. Außerdem senkt die Bündelung des Handels an einzelne Orte die Transaktionskosten.

Moderne Börsen sind sowohl physische Orte als auch Online-Handelsplätze. An der Frankfurter Börse, der New York Stock Exchange oder der Tokioter Börse sowie an weiteren nationalen beziehungsweise internationalen Präsenzbörsen handeln zugelassene Broker Aktien vor Ort auf dem Börsenparkett. Broker stellen das Bindeglied zwischen den verschiedenen Aktiengesellschaften und den Anlegern dar.

Neben den historisch gewachsenen Präsenzbörsen bieten moderne Computerbörsen wie der Handelsplatz Xetra die Möglichkeit, Aktien online zu handeln.


Warum sollten Anleger in Aktien investieren?

Zu sparen liegt in der Natur des Menschen. Die Wenigsten sind dauerhaft in der Lage, alle Wünsche oder mittel- beziehungsweise langfristigen finanziellen Herausforderungen aus ihren regelmäßigen Einkünften, wie zum Beispiel dem monatlichen Gehalt, zu bestreiten. Wofür der Einzelne spart, ist dabei eine individuelle Entscheidung. Mancher denkt bereits an den eigenen Lebensabend und spart für die Rente, ein anderer plant eine größere Anschaffung oder hat die Ausbildungskosten der Kinder vor Augen.

Der Gedanke, Geld zur Seite zu legen, dabei zu hoffen, dass es über die Zeit durch Inflation kaum an Wert verliert, reicht selbst kleinen Sparern selten aus. Wer spart, hofft auf eine Belohnung für den damit verbundenen Verzicht. Belohnung bedeutet an dieser Stelle der Kapitalzuwachs in Gestalt von Renditen.

Einmalig als auch regelmäßig Geld anzulegen, dafür zusätzlich noch Zinsen zu erhalten, welche nach Möglichkeit den Einsatz vervielfachen, ist die Wunschvorstellung eines jeden Anlegers. Der Traum vom großen Reichtum erscheint hingegen weniger realistisch.

Mit konservativen Anlagen, dem Sparbuch, der Lebensversicherung, dem Festgeld oder dem flexibleren Tagesgeld, sind heute in Niedrigzinszeiten überschaubare Renditen zu erzielen. In vielen Fällen gelingt es, damit maximal den Wertverlust durch Inflation halbwegs auszugleichen.

Auf der Suche nach gewinnbringenden Alternativen stoßen Interessenten früher oder später meist auf Aktien. Geschichten von Anlegern, welche mit dem „richtigen Riecher“ über Nacht reich geworden sind sowie realistischere Einschätzungen hinsichtlich möglicher Renditen klingen verlockend, auch wenn die wenigsten Kleinanleger auf Anhieb durchschauen, wie der Aktienmarkt genau funktioniert.

Deshalb zögern viele Sparer, ihr Erspartes durch Spekulation aufs Spiel zu setzen. Berichte über Talfahrten der Aktienkurse, geprellte Anleger und über Nacht ruinierte Existenzen wirken eher abschreckend als animierend.

Spätestens seit der in den 90er Jahren aufwendig vermarkteten Telekom Aktie sind Wertpapiere auf jeden Fall ein zunehmend populäres Thema, an dem bei der Wahl der individuellen Anlagestrategie kein Weg vorbeiführt.

Mit Aktien zu spekulieren ist bei genauerer Betrachtung keine unüberwindbare Herausforderung. Kleinanleger sollten Chancen nach Möglichkeit realistisch einschätzen als auch Einschränkungen sowie Risiken des Aktienhandels kennen.

Welche Vorteile haben Investitionen in Aktien?

  • Potentiell hohe Renditen
  • Große Auswahl an Titeln
  • Auch kleine Anlagebeträge möglich
  • Flexible Anlagedauer

Worin bestehen die Nachteile von Aktien?

  • Verlustrisiko bis zum Totalverlust
  • Fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema ratsam
  • Höhere Renditen vor allen Dingen bei langen Laufzeiten

Wie hoch sind die Zinsen von Aktien?

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Zinsen sind zunächst einmal der falsche Begriff. Der Erfolg oder Misserfolg einer Aktie ist schwer vorhersagbar, darin besteht letztlich ihr Reiz. Zugleich ist das der Grund, weshalb mit Aktien hohe Renditen prinzipiell möglich sind.

Natürlich kann mit Aktien hochspekulativ umgegangen werden. Das heißt, vor allen Dingen wenig populäre Titel zu zeichnen, wenn sie vergleichsweise günstig sind und auf einen Kurssprung zu hoffen. Um den Erfolg keineswegs dem Zufall zu überlassen, sind Einblicke in die aktuelle Wirtschaft erforderlich. Regelmäßig Börsen News zu studieren, ist hierfür kaum ausreichend. Auf jeden Fall birgt dieses Vorgehen ein hohes Risiko. Wenn sich Börsenkurse anders entwickeln als erhofft, bleibt möglicherweise der Gewinn aus. Wer Pech hat, verliert große Teile seines Anlagekapitals.

Der sichere Weg, Aktien zu kaufen, besteht darin, zuverlässige Wertpapiere zu erwerben, welche über einen längeren Zeitraum einen positiven Trend bewiesen haben. Außerdem ist es von Vorteil, sein Anlagekapital breiter zu streuen. Das heißt, Aktien von verschiedenen Unternehmen, am besten aus unterschiedlichen Branchen, zu kaufen. Verluste eines Titels halten sich so idealerweise mit Gewinnen anderer Aktien die Waage.

Vor allem sind Investitionen in Aktien langfristig zu betrachten. Über einen Zeitraum von 30 Jahren, genauer zwischen 1989 und 2018, erwirtschafteten Anleger im DAX 7,2 Prozent. Im Gesamtzeitraum liegen dabei Abschnitte mit 20 Prozent Wertzuwachs, aber auch solche mit Verlusten auf gleicher Höhe. Insgesamt sind Aktien als Anlage für emotional gesteuerte Anleger ungeeignet. Ein gewisses Maß an Rationalität ist unverzichtbar. Grundsätzlich raten Experten davon ab, existenzielle Sparvorhaben wie zum Beispiel Altersvorsorgen ausschließlich auf Aktiengeschäften aufzubauen.


Was sind Aktienfonds?

Aktienfonds sind nicht unmittelbar an der Börse gehandelt. Vielmehr geht es dabei um Aktienpakete, welche Kapitalanlagegesellschaften kaufen und in Anteilen an einzelne Anleger verkaufen.

Aktienfonds setzen sich aus unterschiedlichen sowie breit gestreuten Aktien zusammen, welche dabei einzelne Branchen betonen, aus Titeln verschiedener Risikoklassen bestehen oder auch Indizes nachbilden. Der Sinn besteht darin, das Risiko und den Aufwand zu reduzieren. Indem Anleger statt einzelner Aktien Anteile an strategischen Zusammenstellungen erwerben, können sie auch mit einem geringen finanziellen Einsatz in verschiedene Bereiche investieren. Diese Strategie entspricht oftmals der empfohlenen Diversifikation: Gewinne eines Titels oder einer ganzen Branche können Verluste in einer anderen ausgleichen.


Wie werden Aktien gekauft?

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Aktien zu kaufen ist denkbar unkompliziert. Sowohl Banken als auch andere Dienstleister bieten eine umfassende Unterstützung an. Ein Anruf, eine Mail oder ein Fax sind ausreichend, um eine Order zu platzieren. Hierbei sind neben den Börsenzeiten auch die Reaktionsgeschwindigkeit des Händlers zu beachten.

Noch besser: Immer mehr Online-Plattformen dienen dazu, Aktien komplett in Eigenregie zu kaufen und zu verkaufen. Alles, was Anleger hierzu benötigen, ist die Wertpapierkennnummer (WKN oder ISIN). Der Rest verläuft genauso automatisch wie jedes Online-Shopping.

Unverzichtbar für den Kauf von Aktien ist ein persönliches Aktiendepot. Aktien haben nur noch wenig mit schmuckvoll gedruckten Dokumenten zu tun, denen sie ihren Namen „Wertpapier“ verdanken. Sie werden heutzutage vergleichbar dem bargeldlosen Zahlungsverkehr virtuell gehandelt.

Die Abwicklung von An- beziehungsweise Verkäufen läuft über ein Wertpapierdepotkonto bei einer Bank, einem Kreditinstitut oder einem zugelassenen Finanzdienstleitungsinstitut.

Mit einem Depot werden Aktien, Fonds, Zertifikate sowie Optionsscheine gekauft, verwahrt und verwaltet.


Was kostet ein Depot?

Wenige Anbieter berechnen pauschale Gebühren für ein Wertpapierdepot, unabhängig von konkreten Transaktionen. Trotzdem sind Depots selten vollständig kostenlos.

Wer Aktien kauft, bezahlt zuerst die vom Handelsplatz, zum Beispiel der Österreichischen Börse in Wien, festgelegten Börsengebühren. Das Bankinstitut, bei dem ein Depotkonto hinterlegt ist, berechnet zusätzlich eine Orderprovision. Diese besteht meist aus zwei Teilen:

  • Eine fixe Provision pro Order
  • Eine volumenabhängige Provision

Einzelne Depot-Anbieter unterscheiden sich hinsichtlich der Höhe der berechneten Provisionen deutlich von anderen, weshalb ein sorgfältiger Vergleich angeraten ist. Einige Banken verzichten auf volumenabhängige Provisionen, was Kosten senken und Gesamtrenditen langfristig erhöhen kann.


Wie eröffnet man ein Wertpapierdepot?

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Die Einrichtung eines Wertpapierdepots verläuft ähnlich unkompliziert wie die Eröffnung eines Girokontos. Nach der Wahl des passenden Anbieters sind einige Formulare auszufüllen. Dies geschieht im Falle der verschiedenen Filialbanken meist direkt vor Ort, im Gespräch mit einem Bankberater. Alle erforderlichen Unterlagen lassen sich zudem per Post anfordern oder online abrufen.

Neben personenbezogenen Angaben umfassen die Antragsformulare auch verpflichtende Fragen zur Erfahrung des Neukunden mit Aktien. Der Gesetzgeber will dadurch verhindern, dass private Anleger ohne Erfahrungswerte in Finanzprodukte investieren, welche für sie erkennbar ungeeignet sind. Verweigert der Kunde diese Selbstauskunft, kann ein Broker ihn von einzelnen Geschäften ausschließen.

Für Produkte mit überdurchschnittlich hohem Risiko, wie zum Beispiel Aktien-Optionen, ist das gesonderte Formular „Wichtige Informationen über Verlustrisiken bei Finanztermingeschäften“ auszufüllen.

Das Bankinstitut darf ein Depot erst eröffnen, wenn es die Identität des Antragstellers überprüft hat. In einer Filialbank geschieht dies direkt durch den Bankberater selbst. Online oder auf dem Postweg eröffnete Depots nutzen das PostIdent-Verfahren, bei dem die Authentifizierung in einer Postfiliale durchzuführen ist. Immer mehr Finanzinstitute bieten alternativ das VideoIdent-Verfahren an. Hierbei erfolgen Ausweiskontrollen im Rahmen eines Video-Telefonats zwischen Antragsteller und einem Servicemitarbeiter des Anbieters oder einem beauftragten Dienstleister.


Fazit

Der private Handel mit Aktien und Wertpapieren bietet Chancen, welche konservative Anlageformen in Niedrigzinszeiten nicht bieten können. Im Gegenzug sind Aktien grundsätzlich spekulativ, sprich mit größeren Risiken verbunden. Eigenständig in Aktien zu investieren, erfordert ein grundlegendes Verständnis für alle Mechanismen des Börsenhandels sowie eine Auseinandersetzung mit den Themen, welche die Börse aktuell beschäftigen.

Sein gesamtes Vermögen in Aktien anzulegen, kann hohe Gewinne einbringen, beinhaltet aber auch ein klares Verlustrisiko.

Eine eigenständige Streuung des individuellen Portfolios oder fremdgesteuerte Verteilungen durch Kauf von Anteilen eines Aktienfonds können das Risiko deutlich reduzieren, dabei aber trotzdem konkurrenzlose Renditen erwirtschaften. Wichtigste Grundlage für jedes Engagement am Aktienmarkt ist das Wertpapierdepot. Es dient als persönlicher Umschlagplatz sowie virtueller Tresor für Aktien. Zahlreiche Anbieter stellen Depots gegen Entgelt zur Verfügung und unterstützen Kunden beim Einstieg in den Aktienhandel.

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