07.12.2007 12:49 |

"Du dominierst!"

Unreal Tournament III

Mit "Unreal Tournament III" (ursprünglich "UT 2007") findet einer der populärsten Multiplayer-Shooter seine Fortsetzung. Opulente Grafikpracht, schnelles Gameplay sowie beeindruckende Fahrzeuge machen auch den neuesten Ableger zu einem Muss für Freunde der gepflegten Mehrspieler-Schießerei.

Wobei "Unreal Tournament III" erstmals in der Geschichte der Tournament-Reihe nun auch einen Singleplayer-Modus spendiert bekommen hat. Schließlich habe man entdeckt, so Noch-Lead-Game-Designer Neill Glancy von Midway auf der Games Convention in Leipzig, dass ein beachtlicher Teil der Spieler "UT" bevorzugt alleine zockt. Die erhoffte Einzelspieler-Offenbarung ist die Kampagne dann allerdings nicht geworden, handelt es sich doch um aneinandergereihte Maps, die nach einem vorgegebenen Modus gespielt werden müssen und von einer eher mageren Rahmenhandlung zusammengehalten werden.

Aber immerhin ist die Kampagne eine gute Einstimmung auf das, was den Spieler online erwartet, zumal die Bots - ob feindlich gesonnen oder auf der eigenen Seite stehend - überaus clever und geschickt agieren und noch dazu nicht mit Munition geizen. Da die Einzelspieler-Kampagne zudem einen Koop-Modus via LAN oder übers Internet bietet, kann man sich im Team mit menschlichen Kollegen zugleich die richtige Strategie für die neuen Maps zurechtlegen.

Und die verdienen wahrlich das Prädikat "imposant", haben die Macher von Epic Games ("Gears Of War") doch wieder einmal fantastische Szenarien auf den Monitor gezaubert. Ob Dschungellandschaft mit malerischen Wasserfällen, staubige Industriekomplexe, asiatischer Pagoden-Tempel, orientalisch anmutende Ruinen-Überbleibsel in von Sandstürmen heimgesuchter Wüstenlandschaft oder eine Weltraumstation im All: "Unreal Tournament III" sieht grandios aus und glänzt mit detail- und abwechslungsreichen Maps. Hinzu gesellt sich eine prächtige Soundkulisse, die es verdient, laut gehört zu werden. Die obligatorischen Ansagen aus dem Off - Stichwort: "Blutrausch" - dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

Nicht weniger beeindruckend als die Karten sind auch die insgesamt 18 Fahrzeuge, die dem Spieler unterstützend zur Seite stehen. Während die menschlichen Vehikel (Buggy, Panzer, usw.) trotz gewaltiger Feuerkraft rein optisch eher gewöhnlich sind, sind es vor allem die bizarren und organisch wirkenden Konstruktionen der Außerirdischen, die zu gefallen wissen. Neben einem unsichtbaren Minenfahrzeug, einem düsengetriebenen Motorrad oder dem spinnenartigen Scavenger darf sich der Spieler etwa auch hinter das Steuer des Darkwalkers klemmen - eines haushohen Ungetüms auf drei Beinen, das wie in Tom Cruises "Krieg der Welten" alles in Schutt und Asche legt.

Die fahrbaren und auch fliegenden Untersätze spielen dann - wie der Name bereits erahnen lässt - im Fahrzeug-Capture-The-Flag-Modus eine naturgemäß große Rolle. Allerdings kann der Flaggenträger in dieser Spielvariante mit der Fahne nicht an Bord eines der Vehikel steigen. Stattdessen ist Teamwork gefragt, denn immerhin kann man sich auf seinem Hoverboard stehend von einem anderen Spieler ziehen lassen, um schnellstmöglich wieder die eigene Basis zu erreichen.

Neben der Fahrzeug-Variante bietet "Unreal Tournament III" schließlich auch einen normalen Capture-The-Flag-Modus, einen Duell-Modus, Deathmatch und Team Deathmatch sowie den eigentlich nur dem Namen nach neuen Warfare-Modus. Hierbei muss die Energie des eigenen Energiekerns über diverse Knotenpunkte zur Basis des Feindes geleitet werden, um dessen Energiekern verwundbar zu machen. Neu daran ist nun der Einsatz einer Energiekugel, die wie eine Fahne getragen werden kann und Knotenpunkte bei Kontakt sofort umfärbt, statt sie mit der Link-Gun langwierig aufzuladen.

Damit wären wir dann auch beim letzten Thema angelangt: den Waffen. Auch hier bieten die Macher wenig Neues, dafür aber Modifikationen altbekannter Freunde. Impact Hammer, Bio-Rifle, Shock-Gun oder Rocket-Launcher verfügen wie gehabt über einen primären und sekundären Feuermodus. Als äußerst nützlich erweist sich der Redeemer: Der tragbare Nuklear-Sprengkopf setzt schwere Panzer im Nu außer Gefecht - man sollte allerdings ein wenig Abstand zum Ziel wahren. Dabei behilflich sein kann der Translocator, mit dem man zwar nicht schießen, sich stattdessen aber beamen lassen kann. Eine Art Frisbee wird zu diesem Zweck abgeschossen. Wo sie landet, kann sich der Spieler dann hinteleportieren.

Fazit: "Unreal Tournament III" verändert zwar nur wenig, dafür aber an den richtigen Stellen. Neben der beeindruckenden Grafikpracht überzeugen abermals das dynamische Gameplay und die verbesserte KI der Bots. Die Einzelspieler-Kampagne hätte zwar etwas mehr Tiefgang vertragen können, lässt aber auch all jene, die nicht online spielen können oder wollen, in den Genuss der Mehrspieler-Ballerei kommen.

Plattform: PC (getestet), PS3/Xbox 360 (ab 2008)
Publisher: Midway
Krone.at-Wertung: 90%


von Sebastian Räuchle

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