Fr, 21. September 2018

Prinzip aufgegeben

30.10.2007 16:18

FIFA beendet strikten Modus der WM-Vergabe

Der Internationale Fußball-Verband (FIFA) ist von seinem strikten Rotationsprinzip bei der Vergabe von Weltmeisterschaften wieder abgerückt, wonach etwa Europa erst wieder 2030 für die Austragung des Großereignisses in Frage gekommen wäre. Laut Präsident Joseph Blatter gibt es bereits ein halbes Dutzend Anfragen für die WM 2018. „Es ist nicht nur England. Auch die Niederlande und Belgien haben ihr Interesse an einer gemeinsamen Bewerbung bekundet“, teilte der FIFA-Chef am Montagabend in Zürich mit.

Zudem wollen laut Blatter China, Australien, Mexiko und die USA ins Rennen um die Gastgeberrolle für das Turnier in elf Jahren gehen. „Darüber bin ich glücklich“, betonte der FIFA-Boss.

Wenige Stunden zuvor hatte das FIFA-Exekutivkomitee beschlossen, wieder mehreren Konföderationen Zugang zum Bewerbungsprozess zu geben. Ausgeschlossen sind künftig nur noch Kandidaten aus Kontinentalverbänden, in denen eine der beiden vorangegangenen Weltmeisterschaften stattgefunden hat - für 2018 also Afrika und Südamerika.

Für die WM 2014, die am Dienstag vergeben wurde, waren nur südamerikanische Kandidaten zugelassen. Brasilien war der einzige Bewerber und bekam den Zuschlag. „Fußball braucht Wettbewerb, denn Fußball ist Wettbewerb“, bemängelte Blatter das fehlende Auswahlverfahren bei der Vergabe der WM-Endrunde 2014.

Mit dem Zuschlag für die WM 2010 war Südafrika erster Nutznießer der Rotationsregelung gewesen. Blatter bestätigte, dass kleinere Länder künftig kaum noch Chancen haben werden, die nach den Olympischen Spielen größte Sportveranstaltung der Welt organisieren zu können. „Ein kleines Land hätte Schwierigkeiten, alle Voraussetzungen zu erfüllen“, sagte der Schweizer.

Nach dem bisherigen Prinzip der Rotation hätte eine WM in Europa frühestens wieder 2030 stattfinden können, da zuvor Länder aus Ozeanien (2018), Nord- oder Mittelamerika (2022) und Asien (2026) am Zug gewesen wären. Kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung des Exekutivkomitees meldete bereits der britische Premierminister Gordon Brown die englischen Ansprüche an. „Die Nation, die der Welt den Fußball geschenkt hat, verdient es, das größte Turnier wieder veranstalten zu dürfen“, sagte Brown.

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