Do, 20. September 2018

Insel ohne Strom

21.09.2017 19:34

Hurrikan "Maria" verwüstete Puerto Rico

Überflutungen, zerstörte Häuser, Stromausfälle: Die Karibikinsel Puerto Rico ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern von Hurrikan "Maria" schwer getroffen und verwüstet worden. "Puerto Rico wird, wenn wir das überstanden haben, definitiv eine zerstörte Insel sein", sagte der Direktor der Notfallbehörde, Abner Gomez, in der Hauptstadt San Juan. Mindestens ein Mensch kam in dem US-Außengebiet, das östlich der Dominikanischen Republik liegt, ums Leben.

Auf der gesamten Insel brach das Stromnetz zusammen, die rund 3,4 Millionen Bewohner waren ohne Elektrizität. Ebenso funktionierte das Kommunikationsnetz vielerorts nicht mehr. Die Wiederherstellung der Stromversorgung dürfte schwierig werden. San Juans Bürgermeisterin Carmen Yulin Cruz sagte, das könne bis zu vier Monate dauern. Es wurden Hunderte Notunterkünfte errichtet. Die Zeitung "El Nuevo Dia" berichtete von Plünderungen, elf Menschen wurden festgenommen.

Gouverneur Ricardo Rossello Nevares sagte dem Sender CNN, ein Mann sei von einem Brett erschlagen worden, das der starke Wind von einem Haus gerissen habe. Die Informationslage sei schwierig. Die für Puerto Rico zuständige US-Regierung sicherte rasche Unterstützung zu. Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter: "Puerto Rico ist von einem neuen Monster-Hurrikan schwer getroffen worden. Seid vorsichtig, unsere Herzen sind bei euch, wir werden helfen."

Trump verhängte Katastrophenzustand
Trump verhängte den Katastrophenzustand für die Insel. Mit dieser Maßnahme bekommt das US-Außengebiet Geld aus Washington. Dazu zählen etwa Hilfen für vorübergehende Unterkünfte und Hausreparaturen, wie das Weiße Haus am Donnerstag mitteilte. Trump bekräftigte, dass er das US-Außengebiet besuchen wolle. Er sagte, Puerto Rico sei "vollkommen ausradiert" und von Winden getroffen worden, die die Insel noch nie zuvor erlebt habe. Die USA würden den Wiederaufbau Puerto Ricos mit großem Enthusiasmus angehen.

Nächtliche Ausgangssperre verhängt
In Puerto Rico verwandelten sich durch "Maria" Straßen in Flüsse, Hausdächer flogen umher, Autos wurden wie Spielzeug umgeworfen und zahllose Bäume entwurzelt. Der Gouverneur verhängte auch zum Schutz vor Plünderungen eine nächtliche Ausgangssperre von 18 bis 6 Uhr, die bis Samstag gelten soll. Er sprach von "schwierigen Tagen für Puerto Rico" und dankte Präsident Trump dafür, Hilfsmaßnahmen zu veranlassen. "Das ist ein Sturm ohne Beispiel." Allerdings können Hilfslieferungen noch nicht eingeflogen werden - der Flughafen von San Juan war auch am Donnerstag geschlossen.

Sturm auf Stärke drei heruntergestuft
Das US-Hurrikan-Zentrum gab immerhin etwas Entwarnung für andere Inseln: Der Sturm wurde auf Stärke drei herabgestuft und bewegte sich mit bis zu 185 Kilometern pro Stunde nordostwärts. Er soll an der Dominikanischen Republik vorbeiziehen. Danach werde sich "Maria" in Richtung Bahamas bewegen. Unklar ist noch, ob der Hurrikan am Wochenende das US-Festland treffen könnte. Der Vorgängersturm "Irma" hatte große Schäden im Bundesstaat Florida hinterlassen.

"Maria" hatte auf ihrem Zug durch die Karibik auch schwere Verwüstungen auf Dominica und im französischen Überseegebiet Guadeloupe angerichtet. In Dominica starben nach Angaben der Behörden mindestens 14 Menschen, in Guadeloupe wurden zwei Tote gemeldet.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Sind keine Frauen!“
Ronaldo-Foul: Can entschuldigt sich für Sexismus
Fußball International
Europa-League-TICKER
LIVE: TOOOR! Murg erhöht mit Super-Tor auf 2:0
Fußball National
Europa-League-TICKER
Was schafft Salzburg im „Dosen-Duell“ bei Leipzig?
Fußball National
Hier im VIDEO
Rapid-Fans sorgen für irre Gänsehaut-Atmosphäre!
Fußball International
„Familien-Bande“
Aubameyangs Vater wird Teamchef in Gabun
Fußball International
Verdächtiger im Visier
Privater Streit eskaliert: Sportwagen abgefackelt
Oberösterreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.