Mo, 24. September 2018

140.000 PCs gekapert

14.06.2016 09:58

Kim Jong Un hetzt seine Elite-Hacker auf Südkorea

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat offenbar seine Elite-Hacker auf den verfeindeten Süden gehetzt. Der Angriff wurde im Februar entdeckt und soll bereits seit 2014 gelaufen sein. In den zwei Jahren sollen Kims Hacker rund 140.000 Computer in ihre Gewalt gebracht und Zehntausende Dokumente mit Industrie- und Militärgeheimnissen entwendet haben.

Pjöngjang widerspricht den Anschuldigungen aus dem Süden, berichtet das IT-Nachrichtenportal "The Register". Im Süden ist man sich aber sicher: Der Angriff kam aus dem Norden, dafür sprechen die IP-Adressen der Angreifer, die man aus früheren nordkoreanischen Cyberattacken auf südkoreanische Banken kennt.

Unter den Firmen, die Opfer der Hacker wurden, sind viele Rüstungsunternehmen. Insgesamt 42.000 Dokumente sollen die nordkoreanischen Hacker bei ihrem Angriff erbeutet haben, 40.000 davon sind rüstungsbezogen. Unter den erbeuteten Daten befindet sich unter anderem der Bauplan für die Flügel des US-Kampfjets F-15.

Bei der Infektion der PCs gingen Kims Hacker subtil vor. Daten auf infizierten Rechnern wurden nicht sofort abgesaugt, stattdessen ließen die Nordkoreaner ihre Viren auf den Systemen - sozusagen als Schläfer. In Südkorea glaubt man, darin die Vorbereitung eines groß angelegten Cyberangriffs zu erkennen.

Nordkoreas Hacker werden im Ausland unterschätzt
Dass die Attacke so lang unentdeckt blieb und die Nordkoreaner so professionell agierten, zeigt: Die Hacker-Kapazitäten des abgeschotteten stalinistischen Landes werden im Ausland unterschätzt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die hungernde nordkoreanische Bevölkerung großteils keinen Zugang zu Computern oder gar dem Internet hat.

In der Vergangenheit wurde jedoch bekannt, dass das Regime des Kim Jong Un sehr wohl über Personal mit IT-Kenntnissen verfügt. Pjöngjang soll eine fast 6000 Mann starke Elite-Hackertruppe beschäftigen, holt sich zur Schulung seiner IT-Kräfte eigens Profis aus dem Ausland und schickt seine Cyberkrieger offenbar in ausländische Ausbildungsstätten - etwa in Russland.

Da verwundert es kaum, dass Nordkorea in den letzten Jahren immer wieder in Zusammenhang mit großen Hackerangriffen gebracht wurde - zuletzt etwa beim Zahlungssystem Swift, über das bei der Zentralbank Bangladesch Millionen geplündert wurden. Oder beim Hack des Filmstudios Sony Pictures, das sich durch einen Satirestreifen über das Kim-Regime Pjöngjangs Zorn zuzog.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.