Do, 16. August 2018

Hirnforschungsstudie

28.01.2016 14:54

Warum Psychopathen so extrem gewalttätig sind

Psychopathen gelten als gefühlskalt und berechnend. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass ihr Hirn Emotionen nicht kontrollieren kann, wie nun eine neue Studie aus den Niederlanden belegt. Starke Emotionen wie Wut oder Angst gekoppelt mit der fehlenden Empathie führen dann oft zu Gewaltverbrechen. Dies dürfte wohl auch einige berühmt-berüchtigte Mörder zu ihren Taten veranlasst haben.

Die niederländischen Wissenschaftler erklären in ihrer Studie die Probleme der Psychopathen laut dem Schweizer Nachrichtenportal watson.ch folgendermaßen: "Die Verbindung zwischen dem Kontrollzentrum im präfontalen Cortex und dem Gefühlszentrum - der Amygdala - ist gestört. Das heißt, das Stirnhirn kann die emotionalen Ausbrüche der Amygdala nicht so gut mäßigen wie bei normalen Menschen."

Verstärkt wird das Problem, wenn viel Testosteron ins Spiel kommt, wie die Forscher herausfanden. Demnach liegt ihnen zufolge der Schluss nahe, dass eine Hormontherapie eine erfolgreiche Behandlungsmethode darstellen würde.

Anzumerken ist allerdings auch, dass nicht alle Psychopathen zwangsläufig gewalttätig werden müssen. Manche schaffen es sehr erfolgreich, im Berufsleben durchzustarten, und sitzen an Spitzenpositionen in Politik oder Wirtschaft - in Führungspositionen dürften sie sogar überrepräsentiert sein, heißt es in der Studie.

Wer massiv von der Persönlichkeitsstörung betroffen ist, wird aber wohl im Gefängnis landen, so wie die folgenden berühmten Gewalttäter.

Charles Manson

Manson, 1934 in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio als uneheliches Kind einer 16-Jährigen geboren, hat den größten Teil seiner Jugend in Besserungs- und Haftanstalten verbracht. Als der junge Mann, dem die Behörden "fanatische Interessen" bescheinigten, 1967 in San Francisco eintraf, entwickelte er sich in der Drogen- und Hippie-Szene rasch zu einem Anführer. Mit seinen Anhängern, die er "Familie" nannte, zog er im Frühjahr 1968 auf die Spahn-Ranch in der Nähe von Los Angeles, eine heruntergekommene Kulissenstadt aus den goldenen Jahren Hollywoods. Manson predigte "freie" Liebe nach seinen Vorstellungen - und entwickelte die Idee, dass die "schwarze Rasse" die "weiße" auslöschen will. Doch als der Rassenkrieg im Sommer 1969 ausblieb, entschied sich Manson dazu, ihn selbst zu starten und schickte seine Killer aus, um "zu zeigen, wie man Weiße tötet".

Die "Manson Family" ermordete daraufhin sieben Menschen, darunter Sharon Tate, die hochschwangere Schauspielerin und Frau von Regisseur Roman Polanski. Die Bande wurde zunächst zum Tode verurteilt, nach Abschaffung der Todesstrafe in Kalifornien wurde ihre Strafe in lebenslänglich umgewandelt. Manson sitzt im kalifornischen Corcoran-Gefängnis.

Issei Sagawa

Der japanische Student Issei Sagawa war von großen europäischen Frauen fasziniert. Der 45-Jährige wurde 1981 in Paris wegen Mordes an einer niederländischen Studentin, die er anschließend verspeist hatte, verurteilt. Drei Jahre später wurde er nach Japan abgeschoben, nachdem ihm französische Psychiater "geistige Zurückgebliebenheit" bescheinigt hatten. Japanische Ärzte erklärten ihn 1985 jedoch für gesund. Seitdem beschrieb er seine Vorlieben in mehreren Büchern - seine Faszination von "großen und robusten" europäischen Frauen und von der Menschenfresserei.

Jeffrey Dahmer

Jeffrey L. Dahmer, der "Kannibale von Milwaukee", beging 17 bestialische Morde. In seiner Wohnung wurden tiefgefrorene gekochte und verweste Überreste seiner Opfer gefunden. Im Februar 1992 wurde er zu 15 Mal lebenslanger Haft verurteilt, 1994 wurde er im Gefängnis von einem Mithäftling getötet.

Aileen Wuornos

Nicht nur Männer sind von der Persönlichkeitsstörung betroffen, hier auch ein Beispiel für eine kaltblütige Killerin: Aileen Wuornos wuchs im US-Bundesstaat Florida bei ihren Großeltern auf. Ihr Vater beging Selbstmord im Gefängnis, wo er eine Haftstrafe wegen Kindesmissbrauchs verbüßte. Im Alter von 14 Jahren wurde Wuornos schwanger, mit 15 wurde sie zur Prostituierten. Später gestand sie, dass sie in den Jahren 1989 und 1990 sieben Männer umgebracht hat, von denen sie entlang von Highways in Forida mitgenommen worden war und die ihr später Gewalt antun wollten. Die Opfer waren alleinreisende Männer im Alter zwischen 41 und 65 Jahren. "Sie ist die am meisten gestörte Persönlichkeit, die ich je vertreten habe", sagte einst ihr Rechtsvertreter über die als "Maid des Todes" bezeichnete Mörderin.

Wuornos Fall lieferte den Stoff für Filme, mehrere Bücher und eine Oper. Charlize Theron erhielt für die Rolle der Killerin im Film "Monster" den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Wuornos selbst starb im Jahr 2002 durch die Giftspritze.

Lange Liste von Serienkillern
Die Liste der Serienmörder in den USA ist lange. Dem Chicagoer Bauunternehmer John Wayne Gacy etwa wurden mindestens 33 Sexualmorde an Jugendlichen von 1972 bis 1978 nachgewiesen. Gacy war als netter Nachbar im Clownskostüm auf Kinderfesten aufgetreten. Auch der Serienkiller Ted Bundy brachte mindestens 28 Frauen um. Einige Fahnder des FBI schreiben Bundy sogar gut 100 Morde zu. Er starb auf dem elektrischen Stuhl.

Zu den bekanntesten Mehrfachmördern in Deutschland gehörten zu Beginn des 20. Jahrhunderts Karl Denke und Fritz Haarmann. Denke ermordete während des Ersten Weltkrieges 26 Männer und fünf Frauen. Bei ihm wurden mehrere Behälter mit gepökeltem Menschenfleisch gefunden. Haarmann tötete von 1918 bis 1924 mindestens 26 junge Männer. Möglicherweise hat er sogar mehr als 100 Jugendliche umgebracht. Er wurde im April 1925 geköpft.

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