Mi, 12. Dezember 2018

Exklusiv angespielt

18.01.2016 08:26

"The Division": Erster Blick auf den RPG-Shooter

Malmö, Schweden. Hier, zwischen alten Backsteinbauten, Smørrebrød und Øresund, arbeitet der Entwickler Ubisoft Massive bereits seit 2012 am nächsten großen Spiele-Hit: "Tom Clancy's The Division". Nach mehreren Verschiebungen - warum es so lange gedauert hat, erfahren Sie im Interview mit Entwickler Julian Gerighty - soll dieser Anfang März nun tatsächlich erscheinen. Als einziges Medium Österreichs konnte krone.at vorab bereits einen exklusiven Blick darauf werfen und verrät, was Gamer in dem spannenden Mix aus Taktik-Shooter und Rollenspiel erwartet.

Operation Dark Winter - unter diesem Codenamen simulierten die USA 2001 einen bio-terroristischen Anschlag mittels Pockenviren und seine Folgen für die nationale Sicherheit. 2016 lässt Entwickler Massive dieses Schreckensszenario in einem virtuellen Abbild Manhattans Wirklichkeit werden. Dass sich der Virus dabei ausgerechnet über Banknoten verbreitet, ist angesichts der Nähe zur Wall Street und der weltweiten Hochfinanz wohl kein Zufall.

Die Folgen des Anschlags sind jedenfalls verheerend: Nach nur wenigen Tagen ohne Wasser und Nahrung bricht die öffentliche Ordnung zusammen. Wo einst Cops für eben diese sorgten, haben plötzlich Plünderer und andere Banden das Sagen. An diesem Punkt kommt der Gamer ins Spiel: Als Mitglied der sogenannten Division, einer geheimen Einheit autonom agierender taktischer Agenten, gilt es, dem zivilen Ungehorsam ein Ende zu setzen und dem Ursprung der Virusepidemie auf den Grund zu gehen.

The Division: Entdecke die Möglichkeiten
Um das zu bewerkstelligen, braucht es zunächst jedoch eine Basis, von Ubisoft auch als "zweiter Hauptcharakter" beschrieben, sowie personelle Unterstützung aus den Bereichen Medizin, Technik und Sicherheit. Diese drei Bereiche stellen zugleich die drei Säulen dar, auf denen die Entwicklung des Spielcharakters fußt und aufbaut.

In rollenspieltypischer Manier können bestimmte Talente und Fähigkeiten aktiviert bzw. ausgebaut werden, um die Spielfigur an die persönlichen Spielvorlieben anzupassen: passiv, aggressiv oder unterstützend - die Entscheidung liegt ganz beim Spieler und lässt sich mit unzähligen Modifikationen für Waffen und Ausrüstungsgegenstände sowie Perks zusätzlich beeinflussen, und zwar penibel bis ins kleinste Detail. Klassen? Fehlanzeige! Man wolle dem Spieler schließlich die größtmögliche Freiheit geben und lassen, argumentiert Entwickler Massive.

Faszinierender Großstadtdschungel
Eine Freiheit, die man auch andernorts verspürt, nämlich inmitten der Straßenschluchten von New York bzw. dessen virtuellem Nachbau. Hier, zwischen so ikonischen Sehenswürdigkeiten wie dem Times Square, dem Madison Square Garden oder der Manhattan Bridge, wimmelt es nur so vor großen und kleinen Missionen, die teilweise auch ganz spontan aus zufälligen Begegnungen mit Plünderern oder oftmals hilflos umherirrenden Zivilisten resultieren können.

Um dieser Aufgaben Herr zu werden, stehen dem Agenten bis zu drei Schusswaffen sowie diverse Granaten (Splitter, Blend, Nebel, etc.) zur Auswahl, die entweder gefunden, gekauft oder auch selbst hergestellt werden können - die nötigen Ressourcen, in diesem Fall andere in ihre Einzelteile zerlegte Waffen, vorausgesetzt. Ebenso entscheidend für den Sieg sind jedoch auch das taktische Vorgehen - The Division setzt auf ein aus anderen Taktik-Shootern bekanntes Deckungssystem - und der gezielte Einsatz der eigenen Talente.

Nervenkitzel in der Dark Zone
Letzteres gilt vor allem für das Koop-Spiel mit bis zu drei weiteren Mitspielern. So kann der medizinisch Vorgebildete etwa die Heilung der Kameraden übernehmen, während diese je nach Spezialisierung etwa mit automatischen Geschütztürmen, Sucherminen, schweren Schilden und anderen technischen Spielereien an vorderster Stelle aufräumen und die nötige Deckung geben.

Vonnöten ist das insbesondere in der Dark Zone. So nennt Entwickler Massive seine Multiplayer-Arena für bis zu 24 Spieler, die jederzeit von der laufenenden Kampagne aus betreten und auch wieder verlassen werden kann, wobei sich einzelne Bereiche an dezidierte Stufen richten, um ein ausgewogenes Matchmaking zu gewährleisten. Was macht diese Sonderzone inmitten Manhattans nun so besonders? Zum einen spezielle Items, die nur hier zu finden sind. Zum anderen der Umstand, dass die Grenzen zwischen Freund oder Feind fließend sind.

Denn wer spezielle Items auch außerhalb der Dark Zone und somit im regulären (Einzel-)Spiel nutzen will, muss diese zuerst "extrahieren", wofür mitunter die Unterstützung anderer Teams benötigt wird. Doch die können ihre Meinung jederzeit ändern und sich gegen einen wenden. Stellt sich also die Frage: Wem kann man vertrauen und wem besser nicht? Und sollte man abwarten, bis einem in den Rücken geschossen wird, oder doch besser gleich das Feuer eröffnen?

All diese Überlegungen, verbunden mit der Aussicht auf besonders rare und wertvolle Items, die sich dann auch außerhalb der Dark Zone verwenden lassen, machen den Multiplayer von "The Division" so spannend und reizvoll. Aber auch die Kampagne kann sich unserem ersten zwar mehrstündigen, angesichts der Komplexität des Spiels jedoch nur kurzem Anspielen nach sehen lassen - sowohl in Sachen Gameplay und Spielumfang als auch audiovisueller Präsentation.

Dies gilt vor allem für die PC-Version, doch auch auf der Konsole lässt Massive mithilfe der neuen Snowdrop-Engine ein optisch beeindruckendes und realistisches Abbild New Yorks entstehen, das mit seinen ikonischen Schauplätzen und Sehenswürdigkeiten sowohl bei Tag als auch bei Nacht zu Entdeckungstouren einlädt.

Beta-Start am 28. Jänner
Xbox-One-Gamer können sich selbst davon ab dem 28. Jänner überzeugen, wenn die geschlossene Beta startet. Vom 29. bis 31. Jänner kommen dann auch PS4- und PC-Besitzer zum Zug. Das finale Spiel erscheint am 8. März. Massive hat bereits teils kostenlose Updates und Download-Inhalte in Aussicht gestellt. Wie diese aussehen bzw. was diese beinhalten sollen, verriet der Entwickler in Malmö jedoch nicht.

Vorläufiges Fazit: Knapp vier Stunden Koop-Spiel in der Kampagne und im Multiplayer sind defintiv zu wenig, um ein abschließendes Urteil über "Tom Clancy's The Division" zu fällen. Dafür sind alleine die Möglichkeiten der Individualisierung zu komplex und umfangreich. Was sich allerdings definitiv schon jetzt sagen lässt: Der Taktik-Shooter sieht großartig aus, steuert sich auch so und bietet im Großstadtdschungel reichlich zu entdecken und zu erleben. Besonders gut gefallen hat uns der Nervenkitzel in der Dark Zone, wo das Vertrauen zu anderen Spielern auf eine harte Probe gestellt wird. Spannend abzuwarten bleibt, wie sich "The Division" im Einzelspiel macht. Denn aus der Story des Spiels und ihren weiteren Verlauf machen die Entwickler nach wie vor ein Geheimnis.

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